/me

2001-12-03 22:39:25 (UTC)

blutig

es blutet wieder, doch es tat nicht weh, es fühlte sich
auch nicht wie aufkratzen eines mückenstiches an, es war
nicht erleichternd denn es war kein „druck“ vorhanden. ich
kann die schulter aufschneiden ohne das bedürfnis danach
so zu spüren, wie es früher einmal war.
das blut hat keinen geschmack, das kann am wein liegen, die
raiserklinge schmeckt metallisch. ich hätte besser ein
skalpell verwendet. der schmerz, oder wie immer man das
nennen will, blieb aus, vielleicht weil die schulter zu
sehr vernarbt ist. ich weiß leider nicht, ob narbengewebe
genauso stark enerviert ist wie normale haut. vermutlich
aber nicht.

am liebsten schneide ich übrigens quer. und wenn ich mit
der rasierklinge in eine bereits bestehende frische wunde
schneide, ist es recht gut. es blutet stärker und die wunde
wird größer und natürlich auch tiefer. ich denke, es liegt
mir was daran, die zerstörung möglichst groß werden zu
lassen. nicht das gefühl, zu schneiden, sondern das gefühl,
den körper zu zerstören ist es, das mich befriedigt. d-e-n
körper, es ist ja nicht meiner, ich existiere nicht als
körper. ich existiere als das, was in diesem körper drin
steckt und nicht raus kann. der körper ist bloß das gefäß
in dem ich gefangen bin. wie der geist in der flasche bzw.
ich in einem tonkrug. es ist ein tonkrug, wieso das so ist,
weiß ich nicht. deswegen ist es für mich auch nichts
dramatisches, wenn ich schlitze in die haut schneide, im
gegenteil ist es unbefriedigend und ärgerlich wenn die
schlitze zu schmal ausfallen.
es ist folgenlos für mich, wenn ich die haut verletze.

zu verbluten ? ja, das wäre ein wunsch von mir.