/me

2001-10-18 10:23:40 (UTC)

Frankreich - Tagebuch, Teil Zwei

09.10.
Guten Morgen, Welt !
soviel wollte ich schreiben und bekomme es nicht mehr
zusammen. Eben im Bett wu�e ich es noch, alle Gedanken
waren frisch geboren. Auf dem Weg die Treppe hinunter
mssen sie gealtert, und als ich die Kche erreichte,
gestorben sein.
Ich wundere mich, das man abends neben einem Menschen
liegen darf, sich an ihm w�men, ihn berhren darf usw.,
mit wieder anderen Menschen aber nicht so verfahren darf
weil diese es ablehnen. Da�meine Gef�rtin es zul�t
Wie fhlt sich das, was sie empfindet und das es mir
erlaubt, so zu handeln, wohl an ?
Ich finde die Worte nicht, um die Frage zu formulieren.
Ich h�te, wenn ich eine andere Person w�e, berhaupt
keine Lust, mich mit den Problemen und Macken des
/me auseinanderzusetzen. Mit den �gsten,
Zw�gen, Unsicherheiten und Zweifeln, dem alles-in-Frage-
stellen.
Und doch nimmt meine Gef�rtin das in Kauf. Warum tut
jemand das?

(die vielleicht richtigen Worte )
Was mich verwundert, ist, das jemand aus innerem Antrieb,
ohne dazu verpflichtet zu sein, einen anderen so nah an
sich heran l�t. Freiwillig, einem Bedrfnis (!) folgend.
Das ein Bedrfnis sein kann eine andere Person derart tief
in die eigene N�e eindringen zu lassen, da�das
schlie�ich befriedigend und sch� ist. Und, da�ein
soclhes Bedrfnis berhaupt besteht, bestehen kann.
***********
Harry Potter ist, wenn die Geschichte auf die
Depressionen der Autorin bersetzt, eine sehr traurige und
weise Geschichte die mich gestern ziemlich runterzog weil
ich sie nachf--h-l-e-n konnte.
***********

Und also stehe ich, wie ein Kind in einer Runde von Fremden
stehen mag, die es beschenken, und das Kind ist verwirrt
ber die Freundlichkeit und W�me die ihm von fremden
Menschen entgegengebracht wird. Es blickt �gstlich und
einen Fluchtweg suchend in die Runde.
Die Erwachsenen stehen zu dicht bei ihm, sind zu nah und es
wei� das das, was sie tun, in Ordnung ist, da�sie ihm
nichts b�es wollen. Doch dieser freundlich Gedanke ist
sehr leise und es darf eigentlich nicht sein und das Kind
kennt sich damit nicht aus und deshalb macht dieser
verwirrende Gedanke ihm Angst.
Es sucht nach einer zum Schlag erhobenen gro�n und derben
Hand von der es gezwungen werden wrde, auf die Geschenke
freundlich und dankbar zu reagieren.
Es empfindet Dankbarkeit doch ist die Angst vor der Hand zu
gro�und es wei�nicht, ob die von ihm empfundene
Dankbarkeit ausreichend und angemessen ist um die Hand sich
senken zu lassen.
Und wenn sie es nicht w�e, wrden die in einem Kreis,
jedem Fluchtweg versperrenden Erwachsenen, nicht entt�scht
und wtend werden und alle auf es einschlagen?
Es ist also besser, weiterhin verwirrt zu sein weil
verwirrte Kinder von Erwachsenen als Schutzbedrftig
empfunden werden und somit die Wahrscheinlichkeit,
geschlagen zu werden, geringer ist.
Das Kind hat die Regeln gelernt und folgt ihnen. Andere
empfinden das als h�lich und nett. Das Kind ist nicht
h�lich, es befolgt die Regeln und es ist unf�ig,
unh�lich zu sein weil ihm das ausgetrieben wurde. Es
erscheint also deshalb h�lich, weil es keine Alternative
kennt und nicht, weil es ein h�licher Mensch w�e.
Vielleicht ist es aber doch ein h�licher Mensch. Das kann
allenfalls vermutet werden weil sein eigentliches Wesen
unter einer Schicht aus Narbengewebe liegt. Es kann nicht
wissen was es ist, wie es ist. Es wrde dieses wissen gern
haben und frchtet sich doch davor, dann die Zuneigung
seiner Gef�rtin zu verlieren, die immer so lieb zu ihm ist.
............................

11.10
waren gestern 5 h am Strand was mir Kopfschmerzen
einbrachte.
Jedenfalls habe ich, wenn ich an irgendwelchen Klippen
stand immer nach Grnden gesucht, nicht hinunterzuspringen.
Das ist doch mal was. Aber es wei�niemand davon. Wieso
also sollte ich mich weiterhin dieser Mhe unterziehen wenn
es weder von innen noch von au�n belohnt wird?
Was ich vermisse, ist das Gefhl, etwas Gutes getan zu
haben, das Hochgefhl das sich einstellt, wenn man etwas
erreicht hat. Aber da ist nichts, keine Echo, nur Stille
und Leere.