Silberfunke

Silberfunkes Tagebuch
2021-02-09 22:13:46 (UTC)

Motivationstief

Ja, in so einem Motivationstief stecke ich gerade. Ich bin gerade irgendwie bei so ziemlich allem unmotiviert. Zumindest bei allem was anstrengend ist, sprich: vor allem Schule. Und Sport. Aber den habe ich schon immer gehasst. Die Schule dagegen... Naja, ich will nicht behaupten, dass ich sie früher gemocht habe, aber ich war immer doch irgendwie motiviert, mich anzustrengen und zu lernen. Um ehrlich zu sein, war ich eine ziemliche Streberin. Ungefähr bis Ende der siebten Klasse. Ab der achten, also ab letztem Jahr, hat diese Motivation urplötzlich stark nachgelassen (auch schon vor Corona und dem Lockdown und dem ganzen Scheiß). Meine Noten aber weiterhin gut geblieben, auch wenn ich mich nicht mehr so sehr angestrengt habe. Durch den Lockdown wurde alles nur noch schlimmer, da ich da nicht einmal mehr den Notendruck hatte, der mich angespornt hätte. Ich habe während dieser Zeit habe ich häufig meine Aufgaben nicht einmal erledigt und sicher große Lücken angesammelt. Die Zeit im neuen Schuljahr, in der wir wieder in der Schule waren, habe ich dann mit weiterhin guten Noten, aber immer noch auf absoluter Sparflamme hinter mich gebracht. Und jetzt, wo wir wieder im Lockdown sind, ist meine Motivation an einen absoluten Tiefpunkt angekommen. Ich kann mich zu absolut nichts mehr aufraffen, bin für alles zu faul, mache Aufgaben nicht, schaue während Videokonferenzen auf mein Handy statt aufzupassen etc. Einem Teil von mir ist natürlich absolut bewusst, dass das auf Dauer nicht gut sein kann und dieser Teil von mir hat auch ein verdammt schlechtes Gewissen und ist auch verdammt frustriert dass ich so drauf bin. Aber dennoch schaffe ich es irgendwie nicht, etwas zu ändern. Vielleicht liegt es daran, dass meine Noten ja bisher trotz allem relativ gut sind und ich deswegen noch nie wirklich ernsthafte Konsequenzen für mein Verhalten erlebt habe. Dieser eine vernünftige Teil von mir weiß natürlich auch, dass das nicht ewig so sein wird. Dass es irgendwann unweigerlich Konsequenzen geben wird. Aber noch ist es nicht so weit.
Vielleicht liegt es auch daran, dass mir der Stoff, den wir in der Schule besprechen, zunehmend bedeutungslos vorkommt, so, als wäre all das, was wir dort lernen sollen, letzten Endes nicht wichtig für unser Leben. Was höchstwahrscheinlich auch stimmt. Ich meine, wozu müssen wir Gedichte analysieren können? Wozu Parabeln zeichnen? Warum müssen wir Französisch lernen? Ich meine, wir werden in nächster Zeit wohl eher nciht so schnell nach Frankreich kommen, und selbst wenn, reicht dann Englisch nicht vollkommen aus!? Wenn es wenigstens irgendeine Sprache wäre, die sich toll anhört, wie Russisch oder so, dann würde ich das vielleicht auch lieber lernen, aber Französisch klingt in meinen Ohren einfach nur unglaublich nasal und irgendwie so, als würde man sich für etwas Besseres halten. Tun sie ja auch, die Franzosen. Sonst könnte man ja mit ihnen auf Englisch kommunizieren, wie mit jedem anderen normalen Menschen auch.
Also, ich glaube ich schweife ab. Jedenfalls, kurz gesagt: Mir ist das alles, was wir da so durchnehmen, relativ gleichgültig. Sogar die Tatsache, dass ich mir mit diesem Verhalten womöglich meine Zukunft versaue, ist mir im Moment einfach nur scheißegal. Ich weiß auch nicht, woran genau das liegt. Vielleicht daran, dass die derzeitige Situation einfach im allgemeinen sehr belastend für mich ist. Oder vielleicht liegt es daran, dass ich gerade eben wohl mitten in der Pubertät bin. Da geht ja gefühlsmäßig so einiges schief. Oder vielleicht ist diese chronische Unmotiviertheit einfach der Normalzustand der meisten Menschen.
Naja, wie dem auch sei, ich muss mich endlich zusammenreißen. Ich muss mich konzentrieren, arbeiten und Lücken auffüllen! Von da her muss ich an dieser Stelle nun wohl aufhören und mich auf meine Videokonferenz in Französisch konzentrieren...
Silberfunke


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