Magarete

Magarete
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2020-07-12 16:25:37 (UTC)

Erste OP

Lange konnte ich mich davor drücken, aber jetzt wird es doch Zeit für mich sich unter das Messer zu legen. Nur blöd, dass es ausgerechnet jetzt zur Coronakrise gemacht wird. Ja, hätte damit auch noch warten können. Aber mit den Gedanken herumzulaufen, dass es etwas Schlimmeres werden könnte wollte ich auch nicht leben.

Morgen werden mir Knoten bzw. die Schilddrüse entfernt. Es ist kein schwieriger Eingriff und auch nichts lebenbedrohliches. Aber da ich mich etwas Unbekanntem stellen muss, lässt mich mein Kopf nicht in Ruhe.
Wie jede Operation birgt diese auch Risiken. Das ist mir bewusst. Ich vertraue aber den Ärzten, dass alles gut gehen wird. Was mich allerdings so fertig macht ist, dass ich das ganze alleine durchstehen muss. In Gedanken ist jeder bei mir, dass weiß ich. Leider hilft mir das überhaupt nicht. Ich möchte gar nicht dramatisch sein. Ich hasse es auch, dass mich mein Kopf einfach nicht mit der Frage in Ruhe lässt "Was, wenn..?" Ich habe sowieso keinen Einfluss darauf.

Ich hasse es so sehr ständig Angst zu haben. Zwar ist es in vielen Situationen angebracht. Bei mir ist es jedoch so, dass kaum eine Woche vergeht, in der ich mich nicht wieder irgendeiner Angst stellen muss. Zum kotzen! Das es gerade jetzt nicht gesund ist zu versuchen diese zu verdrängen ist mir bewusst... Wahrscheinlich platze ich irgendwann und dann geht es ab in die Geschlossene (oder wo auch immer man dann hinkommt).
Die mit der Angst einhergehende Antriebslosigkeit macht es für mein Umfeld nicht einfach. Wahrscheinlich ist es gerade jetzt am Besten sich abzulenken und sich mit Freunden zu treffen. Habe allerdings nicht die Kraft dazu. Mein Kater Quentin merkt auch, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich kann ihn, gerade einfach nicht um mich herum haben. Das arme Tier....
Wie paradox das doch ist. Möchte wegen der OP nicht alleine sein, will aber auch niemanden um mich herum haben. Verstehe mich selber nicht.


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