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2019-08-14 07:05:41 (UTC)

Sex unter Macken

Meine Liebhaberin (falls jemand ein besseres Wort kennt --> Message me!) sagt, sie habe das Gefühl, ich würde ihre Berührungen sehr oft nur ertragen, statt sie zu genießen. Und sie hat Recht. Das liegt aber nicht an ihr, sondern an meinen Macken. Gäbe ich meinen Macken aber nach, wäre der Sex eine lustlose Angelegenheit, also ertrage ich die Berührungen in dem Bemühen mir beizubringen, daß sie keine Gefahr bedeuten.

Berührungen am Rücken sind fürchterlich, am Hinterkopf sind sie furchtbar, an den Händen sind sie ein No-Go, Berührungen an den Unterarmen lösen einen schrillen Annäherungsalarm aus. Um es kompliziert zu machen hängt das meist vom Kontext und der Tagesform ab, oder dem Stand der Sterne, dem Tidenhub oder anderen Dingen, die ich nicht erkenne. Außer beim Rücken. Da ist der Kontext beinahe bedeutungslos.

Ingesamt geht das soweit, daß ich innerlich in eine Art Kampfmodus wechsle, überlege, wie und womit ich das Gegenüber ausschalten kann und oft verwende ich erhebliche Energien darauf, die Hand meiner Liebhaberin nicht zu greifen, ihr den Arm zu verdrehen und auf Höhe des Ellbogens zu brechen.

Für den Kontext in dem sie und ich uns treffen (Jepp, werte Leser, wir machen uns ganz nackich und haben derart wilden Sex das auch die Nachbarn sich hinterher Zigaretten anzünden), sind diese Macken natürlich hinderlich. Da sind wir grad mittendrin, die Sinne schwinden, die Welt löst sich auf im orgiastischen Treiben und dann ist da eine Hand an meinem Rücken oder wandert meinen Unterarm hinab, reißt mich in die Realität zurück und bindet meine gesamte Aufmerksamkeit. Und das war es dann, der Rest der Nummer spielt sich für mich nur noch auf der physischen Ebene ab.

Auch am Beginn, während des Vorspieles, genügt eine Berührung an der falschen Stelle und mein Reptilienhirn reagiert wie ein gefangenes, verängstigtes Tier. Hinter meine Augen verfolgt meine Aufmerksamkeit panisch jede weitere Berührung, extrapoliert den nächsten Kontaktpunkt, berechnet die daraus resultierende Gefährdungsstufe und schreit ES SOLL AUFHÖREN!, während ein anderer Teil meines Verstandes die Sache in den Griff zu bekommen versucht.

Jedoch wird es besser, je öfter wir miteinander, ähm, interagieren. Ich denke, innerhalb der nächsten 60 bis 100 Jahre wird mein Stammhirn eingesehen haben, daß ich mich nicht in Gefahr befinde, wenn Frau Vor Ort ("Vor Ort" ist das Substitut für ihren Namen) und ich miteinander vögeln.


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