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2016-07-06 06:46:59 (UTC)

Möglichkeiten

Die fünf alternativen Möglichkeiten mit der Situation auf Arbeit umzugehen, wären entweder mich so zu verhalten, wie ich es von dem Kollegen sah, mit dem ich die Arbeitsbereiche zweimal tauschte, nämlich, mich möglichst nicht in dem Arbeitsbereich aufzuhalten, was sich jedoch falsch anfühlt und zu keinem sinnvollen Ergebnis führen würde.

Zweitens: Darauf zu hoffen, daß die federführende Kollegin einen Plan verfolgt, der zu einer Lösung führt und sie darin zu unterstützen.
Ich sehe allerdings nicht, daß ihr Vorgehen zu einer sinnvollen Lösung führt, zudem störe ich mich an ihrer Art, Ideen zu haben, die Arbeit selbst jedoch von anderen erledigen zu lassen. Sagen wir einfach, sie zieht Bürokram und Telefonate der direkten Arbeit am Objekt vor. Die meisten Kollegen sind der Ansicht (Zitat): "DIe hat sich noch nie totgearbeitet."

Sie redet so dermaßen viel. In Diskussionen über das aktuelle Vorgehen spricht sie so lange, daß ich am Ende ihrer Rede vergessen habe, was ich sagen wollte. Ihre Gegenargumente sind meist Sätze wie "Das sehe ich anders" oder "Einmal hat das aber funktioniert". Mein Hirn kann sowas nicht verarbeiten. Ich glaube, daß sie das nichtmal vorsätzlich macht. Sie neigt dazu, einzelne positive Aspekte übermäßig in den Vordergrund zu stellen und dabei die Masse an Negativem zu ignorieren. Das mag mit ihrem Erfolgswillen zusammenhängen. Sie will, wie es mir scheint, allen anderen zeigen, daß sie die Sache im Griff hat und kann sich Fehlschläge deshalb nicht erlauben. Diskussionen mit ihr verlieren den Fokus, verlaufen sich in unnützen, verwirrenden, ermüdenden Nebensächlichkeiten. So daß es am Ende, um ein Beispiel zu konstruieren, nicht mehr darum geht, daß das Kleid Größe 42 haben muß, sondern darum, ob seine Farbe nun eher blaugrün oder doch vielleicht petrol ist; vielleicht ist es auch ein dunkles Türkis.

Und sie ist geschickt darin, die passenden Unterstützer zu finden. Unsere Chefin ist emotional nicht gerade die stabilste, was bedeutet, wenn du etwas von ihr willst, sorgst du zunächst dafür, daß sie sich wohlfühlt, dich als nett empfindet, oder du appellierst an ihr Mitgefühl, ihre Mütterlichkeit. Das ist, wie diese Kollegin vorgeht. Sie sichert sich wegen jedem Scheiß bei der Chefin ab, was dazu führt, daß die Chefin sich wichtig und beachtet fühlt, was ihrem Ego schmeichelt. Gleichzeitig erhält die Chefin den Eindruck, daß die Kollegin sich über die Maßen für die Lösung des Problems einsetzt.

Am Ende jedenfalls nickt die Chefin das Vorgehen der Kollegin ab und jeder Widerspruch muß dann, weil die Kollegin das OK der Chefin hat, mit der Chefin ausgefochten werden. Was schwer ist, weil jeder Widerspruch die Entscheidung der Chefin in Frage stellt, was dazu führt, daß die sich nicht mehr gut fühlt, weshalb sie wenig geneigt ist, dem Widerspruch zu folgen.

Den zweiten Unterstützer findet die Kollegin in einem opportunistischen Kollegen, der seine Ansichten schneller an die dominierende Meinung anpaßt, als ich das hier tippen kann.


Drittens: Ich entwickle eine Leck-mich-Arsch-Haltung und mache Dienst nach Vorschrift. Was sich ebenfalls falsch anfühlt, denn mit dieser Haltung würde ich das tun, was ich an anderen kritisiere.

Viertens: Ich lasse es einfach etwas ruhiger angehen. Außer mir scheint niemand so gestreßt zu sein, also liegt's ja vielleicht an mir.

Fünftens: Ich rede mit der Chefin, statt meinen Unmut und meine Ideen nur im Kreise der Kollegen kund zu tun, die ich mag, weil sie meine Ansichten teilen.