/me

2016-06-14 01:19:26 (UTC)

enttäuschend

Moin, Moin,
es ist 02:40h, aber das macht nichts, denn ich hätte ohnehin in etwa einer Stunde aufstehen müssen.

Ja, richtig, es ist Absicht. Ich _will_ neue Wunden, ich _will_ in den Kokon, den das mit sich bringt, die Trennung von "der Welt", in dieses Neverland zurück, wo ich für Äußerliches unerreichbar bin. Gleichzeitg will ich das aber auch nicht. Es ist in gewisser Weise der Wunsch, gerade soviel einer Droge im Blut zu haben, daß es sich gut anfühlt aber wiederum nicht soviel, daß es das Funktionieren behindert.

Vielleicht, oder vermutlich, hat es auch etas mit dem Alleinsein zu tun. Mit frischen Wunden kann ich mir einbilden, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die durch ein geheimes Wisen vereint ist. Klingt pathetisch? Ist es ja auch. Und ich schäme mich dafür, denn ich bin zu erwachsen für sowas.

Ja, ich bin stolz auf die Erfahrungen, die das SVV mir gebracht hat, als hätte ich den Mount Everest bestiegen oder sonst ein Erlebnis gehabt, eine Sache getan, die andere sich nicht trauen würden. Als hätte ich eine geheime Fähigkeit, die vom großem Nutzen ist. Und das, ihr tepferen Leser, ist unreif.

Der Wunsch nach frischen Wunden kann auch mit dem definieren (m)einer Identität zu tun haben. Ohne Wunden, ohne Narben, bin ich nur irgendwer in einer Masse aus irgendwelchen Leuten. Zu dieser Masse aber kann ich nicht gehören, weil mein Leben den Ansprüchen dieser Masse nicht genügt, weil ich den Ansprüchen der Masse nicht genüge. Ich bin kein nützlicher Teil der Gemeinschaft. Ich bin nichts Besonderes und das verträgt mein aufgeblähtes Ego überhaupt nicht gut.
Mit frischen Wunden hingegen, würde ich aus der Masse herausstechen und wäre besonders. Gleichzeitig wäre ich, aufgrund meines Alters und meiner Erfahrungen auch in der Gruppe der SVV'ler etwas besonderes und würde auch dort herausragen. Und das, Freunde, ist nicht nur kindisches, unreifes Verlangen, sondern würde meinem Narzissmus sehr schmeicheln. Was wiederum krank ist. Was ist beeindruckender als ein gestrauchelter Held? Genau, ein gestrauchelter Held, der wieder auf die Beine kommt.

Das ist alles so peinlich und ich wünschte, ich wäre anders.

Ganz am Ende verlangt es mich wohl nach dem, was ich am Menschsein so sehr verachte, ernstgenommen und anerkannt und geliebt und getröstet zu werden, schwach sein zu dürfen, jammern zu dürfen. Irgendwo anzukommen.

Ich bin also nicht besser als die, die ich verachte. Das ist deprimierend und enttäuschend und häßlich.

Ich bin
deprimierend und eine
häßliche Enttäuschung
.