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2016-06-10 09:29:12 (UTC)

Vorsorge; Dein BLog

Hi there, internetz,

ich habe folgendes eingekauft:
- Peha-Haft
- ES-Kompressen
- Leukoplast
- Cutiplast Plus Steril
- Brand- und Wundgel (von Medice)

denn gestern war es knapp und als verantwortungsvoller Erachsener sorge ich schließlich vor.
Ich versank, eine oder zwei Stunden bevor ich arbeiten ging in dieser umsorgend-warmen Umarmung, die dem Schneiden oft vorausgeht, die dem "Das Danach ist ohne Bedeutung" vorausgeht. Wie wenn man nach einem harten Tag erschöpft in einem frisch bezogenen Bett in das Stadium versinkt, kurz bevor man einschläft. Meine Steuerungsfähigskeit, ich, saß in meinem Kopf ganz weit hinten und konnte nur beobachten, aber nicht handeln und ich beobachtete sie, wie sie beobachtete aber nicht handeln konnte. Ich rasierte meine Wade und fand Narben, die ich schon vergessen hatte. Und weil die Ränder der Narben am Bein höher liegen als die Haut, die von ihnen umschlossen wird, schabte das Skalpel diese Ränder stellenweise blutig. Und das fühlte sich so gut an. Und das brennen, wenn das Hosenbein darüberkratzt, fühlt sich so gut an. Wie damals. Und auch später auf Arbeit, jedesmal wenn ich das brennen spürte, war es, als würde eine kleine Menge Adrenalin in den BLutkreislauf abgegeben, als würde jedesmal, wenn das Hosenbein darüberkratzte, ein heller, kühler Maimorgen anbrechen.

Nunja, jedenfalls bin ich etwas empfindlich, als ich nämlich die Duschgelflasche zerschnitt, da ist immer soviel Rest drin, un den verwende ich zum Händewaschen, triggerte allein der Anblick des Messers, das dringende Bedürfnis, es bis zum Heft in mein Bein zu stechen.

Ich habe natürlich versucht, mich abzulenken. Ich habe versucht, Daten in eine Tabelle einzutragen, ziemlich stupide Sache, es gelang mir nicht, ich konnte mich niht konzentrieren. Plötzlich war es dann an der Zeit, arbeiten zu gehen und ich wollte mich zunächst krankmelden, ließ das dann aber bleiben, weil mir der Gedanke kam, das zu arbeiten eine funktionierende Ablenkung sein könnte.

Auf dem Weg zur Arbeit fühlte ich mich ängstlich, hatte weiche Knie, fiel ab und an aus der Wirklichkeit heraus. Zu arbeiten war so anstrengend, daß ich auch jetzt noch, nachdem ich eine Nacht geschlafen habe (siebeneinhalb stunden!!) und es bereits Mittag ist, überdreht und engespannt bin, jedenfalls legt mein Verhalten während des Einkaufs dieses nahe. Da stand nämlich eine Gruppe von 5 oder 6 Assis quer über den Bürgersteig und der eine guckte mich so an, weil ich keine Anstalten machte, um diese Leute herumzugehen, und ich starrte in seine Augen und meine Muskulatur spannte sich an und ich wollte den Wichser so dermaßen zusammenschlagen. Leider reagierte er nicht. Auf dem Rückweg kam ich wieder an den Leuten vorbei, diesmal sahen mir zwei von denen in die Augen, ich starrte zurück, legte die Reiehnfolge fest, in der ich sie schlagen und kicken würde, aber nein, sie boten mir leider keinen Anlaß zur Selbstverteidigung. Ich hätte denen so gern die Brustkörbe eingetreten. Zu Hause angekommen aß ich ein Schokostreuselbrötchen und habe jetzt Sodbrennen. Life's a bitch.

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- Dein Blog ist Dein Blog.
- Die Vereinbarung einzuhalten bereitet mir keine Mühe.
- Schwachstellen ausnutzen: Du hast in einem Deiner Einträge geschrieben, daß Du Dir jemanden suchen willst. Du hast dessen Eigenschaften beschrieben. Diese Eigenschaften treffen auf mich zu. Das ließ meine Paranoia auf Hochtouren laufen.
- Meine Stimmungslagen sind derzeit breit gefächert, ich bin ein wenig angeschlagen.
- Du hast nichts angestellt, es ist alls OK. Die Sterne stehen fest am Himmel.
- Ich danke Dir für Deine Offenheit.