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2012-02-27 11:57:32 (UTC)

Neulich beim Sport

Ja, ich bin hingegangen, ich dachte, 'Läßt du dir mal ordentlich eine reinhauen'... und die Erschöpfung und das Gefühl des Aufgepumpt-Seins und so. Um mit Karl Marx klugzuscheißen: "Das Antidot zu psychischem Leid ist physischer Schmerz."

Und gleich zu Beginn lief es ganz gut, nach dem Aufwärmen rammte mir jemand sein Knie in die Seite. Das fühlte sich wie Seitenstechen an. Im Verlaufe des Trainings bekam mein Trainingspartner irgendwann Angst. Wir machten Übungen zur Körpersprache und ich sah, wie sein Gesichtsausdruck zunehmend ängstlicher wurde. Und dann, bei einer Übung zur Abwehr von Würgeangriffen, bei der man dem Angreifer das Knie in die Eier rammt, krümmte er sich. Ich fragte ihn, ob er einen Tiefschutz trüge und er sagte, "Ja, aber der hält nicht alles ab". Jedenfalls hat er dann mal kräftiger zugetreten, mir vor die Brust getreten. Das fand ich gut, leider kriegte ich ihn nicht dazu, so richtig zuzutreten, er suchte sich danach nämlich einen anderen Partner.
Ich auch, gezwungermaßen. Jemanden in meiner Gewichtsklasse.

Die Abschlußübung ist meist etwas mit mehreren Angreifern, doch ich war nicht richtig bei der Sache obwohl ich mich darauf gefreut hatte, so richtig zuschlagen zu können.

Interessant war, daß ich mich zum ersten mal auf das Training gefreut habe. Es war etwas, das ich wollte. Üblicherweise empfinde ich keine Freude auf das Training, sondern, ich weiß es nicht. Es ist halt sinnvoll und es ist gut und ich fühle mich hinterher besser, kräftiger, stärker. Aber eben keine Freude. Außerdem sind da in letzter Zeit viel zu viele Leute. Mit 12 - 16 Leuten ist es ok, aber wenn es mehr sind hat man keinen Platz und ich kann mich nicht konzentrieren oder entspannen. Je nachdem.

Ich bekomme nicht mehr so leicht blaue Flecke. Ich erhole mich schneller. Ich bin allgemein fitter geworden durch das Training. Meine Reflexe scheinen eher einzusetzen, was auf Arbeit nicht immer von Vorteil ist. Ich konzentriere mich auf Arbeit deutlich stärker darauf, die Reflexe zu unterdrücken als darauf, schnell genug zu reagieren. Grundsätzlich ist meine situative Wahrnehmung durch das Training verbessert worden. Im Dunkeln checke ich die Leute in meiner Umgebung ab. Welche Klamotten tragen sie? Wie bewegen sie sich? Zeigen sie Zeichen von Aggressionen?

Ob meine Körpersprache, meine Körperhaltung sich geändert haben, kann ich nicht sagen, ich stelle aber fest, oder bilde es mir zumindest ein, daß Passanten mir häufiger als sonst ausweichen.

Und ich weiß, daß ich bestimmte Techniken nicht erlernen will. Es gibt da einen Franzosen, der seinen Gegnern meistens das Genick bricht oder zumindest die Wirbelsäule. "Stoßen Sie Ihr Knie in den Rücken des Angreifers um die Wirbelsäule zu brechen."
Ich finde es auch übertrieben jemandem, der mit einem Messer angreift, die Achillessehne zu durchtrennen, nachdem er bereits mit gebrochenem Genick und gebrochenem Arm am Boden liegt. "Durchtrennen Sie die Achillessehne des Angreifers um zu verhindern, daß er sie verfolgt." WTF?

Den Arm zu brechen, die Schulter auszurenken hingegen finde ich ok. Immerhin hatte der Typ ein Messer/einen Knüppel/hört Hip-Hop und hätte ernsthaften Schaden anrichten können.


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