/me

2009-01-27 08:03:59 (UTC)

more shit

Gestern rief meine Gefährtin am späten Abend an. Betrunken.

- „Wieso machst du das?“
„Was?“
- „Na was du da tust. Da geht es doch nicht um die Liste,
da steckt doch mehr dahinter!“
„Stimmt. Es geht um die Liste, um die Photos, um den Satz
unter der Rechnung um die Website. Ich will halt, daß es
voran geht.“
- „Das glaube ich nicht. Da steckt doch mehr hinter.“


Auch das ist eine gute Methode in Gesprächen, um das
Gegenüber in die Enge zu treiben: Dessen Antworten nicht zu
glauben und zu behaupten, daß mehr dahinter stecke. Denn
das tut es fast immer weil alle Dinge im Universum
zusammenhängen. Deswegen können Kinder auch unendlich viele
„Warum?“s aneinanderhängen. Der Effekt auf das Gegenüber
ist in beiden Fällen der gleiche. Das Gegenüber ist
genervt.

Man kann auch immer mal wieder Sätze wie „Mach die
Beziehung nicht kaputt!“ einfließen lassen, um sich selbst
ins Recht (man hat ja gewarnt) und den anderen ins Unrecht
(der hat ja trotz Warnung weitergemacht) zu setzen. Analog
zu zwei Kindern die, jedes an einem Ende, an einer Puppe
herumzerren. „Hör auf zu ziehen, sonst geht die Puppe
kaputt!“

- „Mach die Beziehung nicht kaputt!“
„Drohst Du mir?“
- „Empfindest Du das so?“

Fragen mit Gegenfragen zu beantworten zwar taktisch gesehen
eher schwach, kann aber dennoch funktionieren.

Schon Sunzi sagt, man soll die Eigenheiten des Gegners
gegen ihn verwenden. Beispielsweise indem man einen
jähzornigen Gegner reizt. Und mich reizt man mit Sätzen wie
den oben genannten . Außerdem führt ein „Empfindest Du das
so?“ vom Thema (Der Liste, den Photos etc) weg und bereitet
den Weg für einen Streit. Auch damit komme ich nicht
zurecht. Mein Ziel ist nämlich, diese Preisliste zu
bekommen, nicht aber, stundenlang zu diskutieren. Nach eine
Streit muß man natürlich schmollen und hat wiederum Zeit
gewonnen, in der man sich nicht um die wesentlichen Dinge
(die Liste, die Photos etc.) zu kümmern braucht.

Offene Frage sind auch immer gut.
„Wie kann es sein das...?“

Diese Frage hat wegen des falschen Fragewortes keinerlei
Sinn. Ein passendes Fragewort wäre das „Warum (ist das
so)?“. Dieses „Wie“ verwirrt mich, weil ich nicht weiß,
worauf die Frage abzielt. Daß die Frage nach der Liste
überhaupt solche Ausmaße annimmt, kriege ich schon nicht
auf die Reihe.

Man kann auch darauf bestehen, die Dinge erklärt zu
bekommen und auch diese Erklärungen wieder erklärt zu
bekommen, denn jeder Diskutant wird wollen, daß sein
Gegenüber ihm folgen kann. Allerdings schleichen sich, wenn
man nur lange und detailreich genug erklärt, Fehler ein,
weil die Welt nicht schwarz-weiß ist. Man läßt den anderen
also erklären und erklären und braucht nur darauf zu
warten, bis in der Erklärung ein Fehler auftaucht auf den
man sich dann stürzt und schwupps- Sieg. Wobei es hilfreich
ist, den zu Besiegenden vorher durch „Wie kann es sein
das...“ verwirrt und durch „Mach die Beziehung nicht
kaputt!“ verängstigt zu haben. Denn der will ja nicht, daß
die Beziehung zerbricht, immerhin geht es ja nur um eine
Liste aus etwa 40 Zahlen. An einem so pöseligen Ding soll
doch eine über 11 Jahre währende Beziehung nicht
zerbrechen.

Wenn das Gegenüber dann in seinem Zorn unflätig wird, kann
man ihm auch das wieder vorhalten.

- „Was soll'n das? So geht man doch nicht miteinander um!“
Natürlich macht man das nicht sofort, sondern erst nach
einiger Zeit, nachdem das Gegenüber weiter provoziert
wurde. So setzt man es noch stärker ins Unrecht und sich
selbst noch stärker ins Recht. Wütende Menschen neigen dazu
Dinge zu sagen, die sie nicht so meinen. Dennoch sind sie
gesagt worden und erfordern die Bitte um Entschudligung und
dann hat man ein Gegenüber das zwar einerseits Recht hat,
andererseits aber dennoch um Entschuldigung bitten muß, was
die ultimative Verwirrung ist.

Ein einfacher Weg hätte so aussehen können:

„Ich brauche die Liste.“
- „Ich habe gerade keine Zeit die zusammenzustellen.“
„Wann wirst Du die Zeit haben?“
- „Ende der Woche.“

*Das* wäre eine Lösung.

Ich unterstelle meiner Noch-Gefährtin keineswegs ein
absichtsvolles Handeln, was solche Taktiken angeht. Ich
glaube, die laufen unbewußt ab. Ich unterstelle ihr jedoch,
daß sie unsere kleine Unternehmung torpediert. Auch das
kann unbewußt vor sich gehen.

- „Wenn ich dir die Photos gebe, geht es um den Katalog.
Und wenn es nicht um den Katalog geht, geht es um die
Liste und wenn es nicht um die Liste geht, geht es um die
Homepage. Warum kannst du nicht mal zufrieden sein und
sagen 'Toll, jetzt haben wir ein Geschäftskonto'?! Es ist
nie genug.!!“

Ich denke, das faßt es gut zusammen. Es ist halt nicht
genug, auf halbem Wege stehen zu bleiben. Das ist doch
sonnenklar. Ich will, daß wir von unserer kleinen
Unternehmiung leben können. Ich will aus HARTZ 4 raus und
dafür, glaube ich, ist es sinnvoll der welt mitzuteilen,
daß wir da sind und etwas zu verkaufen haben. Um der Welt
dieses nmitteilen zu können, benötigen wir Photos und
Kataloge und Websites. Eigentlich ist das doch sehr leicht
zu verstehen, oder?