/me

2008-10-07 08:52:31 (UTC)

Hals dick

[postecke]
In reply to: Telekomärger
Message:

festnetz- und internetanschlüsse sind zwei verschiedene
verträge, deswegen läuft das internet noch, obwohl sie das
telefon gesperrt haben...
---------------------

Wieso benötige ich dann für den DSL-Anschluß einen
Telekomanschluß?
[/postecke]

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Wir haben auch in diesem Jahr eine Ausstellung. Die findet
in etwa 2 Monaten statt und was uns fehlt, sind die Bilder
für den Katalog. Und deshalb könnte ich platzen. Leider
kann ich nicht sagen, "Dann mach Deinen Scheiß doch
alleine!", denn es ist auch mein Scheiß.

Am besten ist, man macht alles selbst, oder? Meinem
Eindruck nach hängt es immer dort, wo meine Gefährtin einen
Beitrag leisten will. Seien es die Bilder, sei es die
graphische Gestaltung der Website (Hitergudnfarbe,
Schriftfarbe. sowas), sei es das Firmenkonto, über das wir
die TLD anmieten würden, so wir denn eines hätten.

Wir brauchen eine Website - wir haben eine, sogar die
zweite, um es genau zu nehmen.
Wir brauchen einen Katalog - wir haben das Gerüst. Nur die
Inhalte fehlen und die wollte meine bessere Hälfte
beisteuern. Unbedingt.
Wir brauchen eine Adressverwaltung - wir haben eine.
Wir brauchen eine Kundenverwaltung - wir haben eine.
Freilich sind das Dinge, die ich angepackt habe.

Wir brauchen Photos - wir haben keine. Wir brauchen das
schriftliche Einverständnis unseres Models zur Verwendung
der Bilder - die liegt nicht vor. Der Handzettel muß
überarbeitet werden - das ist nicht geschehen. Wir brauchen
ein Firmenkonto - wir haben keines. Wir benötigen eine
bebilderte Liste, um das Bestellungschaos vom
vorangegangenen mal zu vernmeiden - wir haben keine. Weil
wir keine Bilder haben. Ohne Bilder keine Liste, kein
Katalog, keine Website, kein gar nichts. Und ohne
Firmenkonto keine TLD und wenn ich auf den Kniff mit der
TLD komme, können das auch andere und wer weiß, vielleicht
ist die TLD dann weg? Oh! auch der Katalog muß graphisch
gestaltet werden und er braucht Texte und das alles braucht
Zeit. Und ich glaube, daß es nicht zu schaffen ist, all
die "Kleinigkeiten" innerhalb zweier Monate zu bewältigen.
Und Visitenkarten wollten wir haben und ein neues Logo und
so Kleinkram. Das Logo haben wir und ratet mal, wer es
erstellt hat? Genau, MOI!.

Wäre meine bessere Hälfte bei mir angestellt - ich würde
sie feuern. Und dann diese ewigen Diskussionen. Die sind
nicht nur ewig, es sind auch immer dieselben und das
langweilt mich und ich weiß nicht, was schlimmer ist.

Das Bild hat einen Rotstich.
-Hat es nicht, ich habe Stunden dran gesessen.

[zwei Wochen später]

-Du hast recht, das Bild sieht wirklich zu rot aus. Da muß
ich wohl nochmal ran.

[auf das korrigierte Bild warte ich, nach 6 (?) Wochen,
noch immer.]

Und ich habe es so satt, dem immer hinterzulaufen, denn es
fühlt sich an, als würde ich betteln. Dabei ist es doch
nicht nur mein Scheiß, sondern es ist unser Scheiß, also
darf man doch wohl ein gemeinsames Interesse voraussetzen.
Das schlimme ist, daß durch dieses Desinteresse, dieses
Aufschieben, mein Interesse an der Sache schwindet.

Unsere Qualitätsmaßstäbe sind überdies verschieden. Der
meiner Gefährtin lautet, Fehler existieren nur, wenn der
Kunde sie bemerkt. Meiner lautet, Fehler existieren, auch
wenn der Kunde sie nicht bemerkt. Man darf Kunden nicht
verarschen.

Ich habe allerdings, das muß ich zugeben, den Fehler
begangen, von "hinreichender Qualität" zu sprechen. Das ist
sowas wie Google es macht, Software in die Öffentlichkeit
zu entlassen und diese Software mit dem "Beta"-Stempel zu
versehen. Allerdings bezog ich das auf die Website, die ich
endlich im Netz sehen will. Im Gegensatz zu gedruckten
Photos und Handzetteln etc. kann man eine Website nämlich,
die sich ohnehin in ständigem Wandel befindet, während des
onlineseins verbessern. Etwas Gedrucktes hingegen bleibt
auf ewig so, wie es gedruckt wurde, weswegen es für
Kataloge keine "hinnehmbare" Qualität gibt. Für Gedrucktes
gibt es keine Betaqualität.Und ich weiß nicht, ob dieser
Umstand unerkennbar ist oder ob meine Gefährtin mich da
absichtlich falsch versteht.

Gestern schlug sie vor, daß wir uns ja einen Platz auf
einem Verkaufsportal zulegen könnten. WTF?!
Als wolle sie, daß unsere kleine Unternehmung klein bleibt.
Und was habe ich mir den Mund fusselig geredet. "Wenn nur
zwei Sachen pro Monat verkauft werden, dann sind das 24
Sachen im Jahr, das macht über den Daumen etwa 700
(siebenhundert) Euro, damit könnten wir den Webspace mit
allem drum&dran bezahlen und hätten noch etwas übrig." Und
welches Risiko gingen wir ein? Wenn es nicht klappt,
schalten wir es ab und fertig. Oder sehe ich das falsch?
Ich bin kein Betriebswirt, vielleicht ist die Sache viel
komplizierter als ich sie sehe?

Neulich erst ging es darum, den Photoapparat zu einem
Verkauf mitzunehmen. Die Szene entwickelte sich unschön, es
wurde laut, es wurden Vorwürfe geäußert, ein richtiger
kleiner Streit um die Punkte "Wir haben dabei noch nie
Photos gemacht" und "Wir sollten das Gerät dennoch dabei
haben, denn vielleicht ergibt sich heute die Gelegenheit
dazu." Meine Gefährtin hat Angst, der Kamera (die ziemlich
teuer war) könne etwas zustoßen. In meinen Ohren klingt das
wie "So dreckig gehst Du mir nicht in die neue Dusche!".
Vollkommen absurd, denn wenn die kamera keine Phtotos
macht, dann wurde das Gled für die kamera umsonst
ausgegeben. Ich habe absolut gar keinen Bock mehr, *jedes*
*einzelne* *mal* wegen solcher Lappalien zu diskutieren.
Aber ich muß, weil es nämlich nicht meine Kamera ist. Weil
nichts hier mir gehört und weil ich erst dann zufrieden
bin, wenn wir das erreicht haben, was wir erreichen können.
Wieso vorher aufhören? Wieso soll man sich selbst in den
eigenen Möglichkeiten beschränken? Ohne Not?


Ich wage mal einen Blick in die Zukunft. Zwei Wochen vor
der Ausstellung wird es hektisch, weil meine bessere Hälfte
plötzlich erkennt, daß noch soviel zu tun ist. Ich werde
ihr sagen, daß nicht "soviel", sondern
soooooooooooooooooooooooooooooooviel zu tun sei und am Ende
werden wir Sachen in bestenfalls Betaqualität herausgeben.
Die Kunden werden es dennoch kaufen und meine Gefährtin
wird glauben, sie habe Recht gehabt. Dabei hätten wir
viel mehr verkaufen können. Wir hätten professioneller
aussehen können, einen besseren Eindruck machen können,
vielleicht wäre wir weiterempfohlen worden.


Sowohl die vorangegangene als auch die anstehende
Ausstellung würde es nicht geben, wenn ich nicht darum
gekämpft hätte. Allein das ist absurd. Ich mußte kämpfen,
meine Gefährtin quasi davon überzeugen, die Sachen, die sie
verkaufen will, zu verkaufen. Die Sachen, die die Kunden
kaufen wollen, zu verkaufen. Den kunden die möglichkeiut zu
geben, uns ihr Geld zu geben.

Bei der vorangegangenen Austellung ging es unter anderem
darum, die Adressen der Kunden zu sammeln. [jemand] hat
eine Liste erstellt und wollte die Kunden nach deren
Adressen fragen. Das hat sie nicht getan, stattdessen lag
die Liste irgendwann neben der Tür und natürlich haben sich
von den zig Leuten drei eingetragen.
Da fällt mir, daß wir das auch noch organisieren müssen.
Wer wofür zuständig ist, wie die Sache diesesmal ablaufen
soll.

Da stecke ich in einem Dilemma. Einerseits will ich dem
nich auch noch hinterherlaufen, andereseits sollte ich dem
hinterherlaufen, damit es mal in die Gänge kommt. meine
Idee ist nämlich, eine bebilderte liste neben den Sachen
auszulegen und den kunden in diese Liste aufzunehmen, ohne
ihm die Sache zu geben. So würden wir wissen, wer welche
Sache bestellt hat und wir hätten die Adressen der kunden.
Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Vermutlich, aus Datenschutz- und Exklusivitätsgründen,
benötigen wir keine bebilderte liste, sondern mehrere
Karteikarten pro Sache, damit jeder Kunde auf seiner
eigenen karteikarte stehen kann und das Gefühl hat, er sei
der einzige, der diese speziele Sache besitzen wird. Auch
das muß besprochen werden, leider kommt dazu keinerlei
Reaktion seitens meiner Gefährtin. keine re-aktion?
nichtmal eine Aktion, ohne Re-, keinerlei input, sozusagen,
sondern meistens nur ein „Nee, das will ich nicht nicht.“

ich sollte mir überlegen, ob ich die Sache weiterführen
will, sagst du? Du hast recht, aber wie es aussieht, habe
ich auf dem freien Arbeitsmarkt keine Chance, was bleibt
mir also, als die Sache in die eigenen Hände zu nehmen?