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2008-05-07 16:39:14 (UTC)

die letzte Waffe ist das eigene Leben

Aus für gewöhnlich sehr gut unterrichteter Quelle erfuhr
ich, daß mein Ex-Arbeitgeber einen Bewerber eingestellt
hat. Nicht mich. Dieselbe Quelle mutmaßt, daß ich
chancenlos bin. Man würdigte meine Bewerbung bislang
nichtmal einer Antwort. Aber ich will nicht lamentieren.
Ich will die Welt in Flammen sehen. Inzwischen nehme ich
das persönlich.

Mach'ne Therapie, krieg dein Leben auf die Reihe - für'n
Arsch.
Wir haben Angebote, wir helfen ihnen - für'n Arsch.
"Sie können doch in einem Chemiewerk als Pförtner
arbeiten. Sie kommen doch aus der Chemie, das wäre ja
verwandt..." Dabei will ich doch nur einen richtigen Job.

Fordern und fördern - für'n Arsch, was das Fördern
angeht. "Wissen Sie WAS DAS KOSTET?" - "Ja, das weiß ich,
ich hab's nämlich ausgerechnet." - "Nee, also so kommen
wir nicht ins Gespräch."
"Sie müssen das verstehen, das sind ja auch städtische
Kosten." *So* sieht es aus.
Städtische Kosten. Dieselbe Stadt, die mir $Bildung
verweigert, mittels derer ich einen Job finden könnte,
wirft mir vor, Kosten zu verursachen, weil ich keinen Job
finde. Hat da jemand Kafka gesagt?

Sozial ist, was Arbeit schafft - für'n Arsch. Sozial ist,
was ein existenzsicherndes Einkommen schafft. So wird ein
Schuh draus. Es geht nicht um Arbeit, die findet sich an
jeder Ecke, sondern darum, mit der eigenen Hände Arbeit
das eigene Leben gestalten zu können. Es geht um Würde, es
geht um Teilhabe, es geht um Respekt.

Ich will ja von der ARGE weg, doch das gelingt erst, wenn
mein Einkommen so hoch ist, daß ich nicht zusätzlich
Gelder bei der ARGE beantragen muß. Alles klar? Und sagt
mir nichts von Chancen.
Die Zukunft der Arbeit liegt wo? Was tut man, wenn eine
Ressource knapp wird? Man erschließt neue Ressourcen.
Genau. Und wenn das nicht geht, weil es keine neuen
Ressourcen gibt? Was dann? Dann verteilt man die
vorhandenen anders, man rationiert sie. Und Arbeitsplätze
werden was? Na? Anders verteilt, augesplittet, in kleinere
Teile gebrochen.die ARGE verteilt sogar Arbeit, die es
eigentlich gar nicht gibt, sie nennt diese
Arebit "zusätzlich". Das sind Verteilungskämpfe, weil die
Ressource "ausreichend bezahlte Arbeit" erschöpft ist.
Alle Verteilunsgkämpfe führen zu Auseinandersetzungen, zu
Gewalt. Da stehen Aufstände bevor, die von denen ausgehen
werden, die nichts zu verlieren haben, weil sie keine
Arbeit haben mittels derer sie sich etwas erwirtschaften
können, das sie verlieren könnten. Und die letzte Waffe
ist das eigene Leben.

Ich bin unsäglich angepißt. Ab er wie gesagt, ich will
nicht lamentieren. Wir brauchen eine neues 1989, oder
zumindest ein Paris mitten in Deutschland.


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