/me

2008-04-04 10:10:32 (UTC)

Kommerz!=Blog

Gefährtin: "Ich hab' 'was beschlossen. [name unserer
Unternehmung] braucht Schildchen, die man dann hinten dran
machen kann... einen Wiedererkennungswert."
: "Gut."
G.: "Und hinten kommt so ein Klebepunkt drauf, auf den wir
den Preis schreiben."
: "Und wie soll das aussehen? Also... rund oder wie?"
G.: "*Ich* will das machen"

Es freut mich immer enorm wenn ich das Gefühl habe, unsere
kleine Unternehmung könnte in erlebbarer Zeit doch Gewinn
abwerfen und unseren Lebensunterhalt sichern. Mit dem
Zettel, der den Kunden unser neues Angebot anpreist, war
ich gestern, nachdem ich ihn fertig vor mir liegen hatte,
doch nicht soooo zufrieden. Irgendwie sieht er leer aus
und ich habe unser Logo nicht mit drauf, obwohl es gut in
die Ecke gepaßt hätte. Als ich meiner Gefährtin dies
mitteilte, sagte sie, der Zettel gefiele ihr dennoch und
außerdem müsse man "nehmen, was man hat." Eine
erstaunliche Aussage, denn meine Gefährtin neigt wie ich
dazu, die Dinge immer 150%ig zu stylen, bevor sie benutzt
werden. Leider verfransen wir uns dann meistens beide in
irgendwelchen Details, die der Kunde soweiso nicht sieht,
weil er die DInge weniger genau in Augenschein nimmt, als
wir. Die Katalogphotos z.B. sehe ich mir in 5facher Größe
an, um mögliche Unsauberkeiten, wie sie beim Bearbeiten
von Photos ja immer entstehen, erkennen und entfernen zu
können, obwohl das ja Quatsch ist.
Auf der Ausstellung morgen wird unser neues Angebot
außerdem vermutlich sowieso nicht fruchten, weil dort das
falsche Publikum sein wird. Allerdings wird es Publikum
mit Geld sein, insofern schadet es auch nicht, mal ein
wenig Werbung zu machen. Man kann schließlich nicht
wissen, hinter welcher Ecke Glück, Gesundheit, ewige
Jugend und Reichtum lauern. Die Schrift hat ein schönes
Rot. Der Zettel sieht aus als würde er bluten. Je länger
ich das Dinge ansehen, desto mehr Verbesserungswürdiges
finde ich es. Deshalb beende ich das jetzt und rehe den
Zettel um.

Für die Bewerbung, die ich am Montag selbstpersönlich bei
meinem Ex-Arbeitgeber abgegeben werde, wollte ich heute
ein Adressetikett drucken, weil es beschissen aussieht,
wenn alles sauber gedruckt wurde und dann die Adresse
unleserlich von Hand geschrieben wurde. Ich habe extra ein
Programm dafür, das seit Jahren still und zuverlässig vor
sich hin werkelt. Man sucht das Etikett aus, schreibt den
Text rein, zentriert ihn und druckt es aus. Heute nun ging
das nicht, weil das Programm den Text so setzte:
AdresseAnredeNameStraßeHausnummerOrtPostleitzahl. Ohne
Punkt und Komma gewissermaßen. Ich war also gezwungen, das
fette OpenOffice.org aufzurufen um darin 1 (ein) Etikett
zu drucken. Das ist als würde man einen Tieflader anwerfen
um einen Kasten Mineralwasser zu transportieren. Da es
unter *NIXen immer mehrere Wege zum Ziel gibt (GLabels
hätte ich dann noch gehabt und zur Not wäre es bestimmt
auch möglich gewesen, das Ding in LaTEX zu basteln oder in
Scribus oder in Inkscape oder im GIMP oder in KOffice oder
AbiWord) war es recht aufwendig.

Die re:publica läuft wohl gerade, die Konferenz der
deutschen Alpha-"Blogger". Einer von denen verdient^H^H^H
erwirtschaftet mit seinem "Blog" zwischen 3000 und 3500
Euro pro Monat. Die anderen nicht. Insgesamt ist das eine
Veranstaltung, bei der die "Blogger" sich gegenseitig die
Eier kraulen und es geht um Marketing. Es geht nicht um
Inhalte, es geht darum, wie man möglichst viel Klickvieh
auf die eigene Site lockt. Es geht nicht um Inhalt. Es
geht darum, Werbung ans Klickvieh zu bringen. Es geht
nicht um Inhalt. Kommerzhuren sind keine Blogger.


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