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2007-04-17 18:10:17 (UTC)

widerlicher kommerz!

da hab ich ein 6 seitiges interview auf 2 seiten
zusammengeschrumpft, wobei mir fast das herz brach, weil
der band, die jetzt nicht sooo schlecht ist, im gegenteil,
die haben ziemlich was drauf, dadurch zwei drittel ihrer
worte weggenommen wurden.

was ich aber hasse ist, irgendwelche kniffligen
formatierung im text beachten zu müssen. dieses fett,
jenes groß, jenes andere groß und fett, dafür das aber nur
groß allerdings in anführungszeichen. man kann auch
normal fett anführungszeichen benutzen, je nachdem. name
hierhin, headline dorthin, subheadline zwei zeilen (bei
zwei subheadlines auch, aber dann mit blick in richtung
norden), der name des autoren gehört an diese stelle, der
name der CD an jene. das label wird so-und-so geschrieben,
der titel des werkes muß jenes format habe, wenn kein
label existiert, wird es anders gemacht, ach ja, und
entgegen des eigentlich festgelegten prinzips, soll der
text als .doc formatiert werden, nicht aber als .rtf und
bilder hätten wir auch gern, in dieser und jener größe,
mit soundsoviel dpi und in diesem format, jenes geht zwar
auch, gibt aber punktabzug. die texte gehen an diese
adresse, die bilder gehen direkt an jene und zusätzlich an
dieselbe, an die auch die texte gesandt werden sollen.
rechtschreibung bitte unbedingt selbst prüfen. das
veröffentlichungsdatum brauchen wir auch, das kommt dann
an diese stelle, die länge der CDs kommt dorthin, die
titelanzahl hierhin.

sowas macht mich fertig, das kommt in dieselbe kategorie
wie das einrichten des desktops oder des aussehens von
browserfenstern. grauenhaft. am ende brauche ich eine
stunde für das interview und 15 (!) minuten, um den text
in form zu bringen. das ist doch kein verhältnis!
war das vor 12 jahren auch schon so kompliziert?damals,
als man hefte nioch weger des nachrichtenwertes und nicht
wegen des hochglanzdruckes kaufte? damals, als die bands
besser waren und ihre lieder noch inhalte hatten?

außerdem müßte ich, wenn ich all diese regeln beachte,
zweimal bezahlt werden: einmal als schreiberling und zum
zweiten als layouter. vielleicht sogar dreimal, denn es
gibt leute, die ihren lebensunterhalt mit korrekturlesen
verdienen. den aufwand, bis so ein interview überhaupt
vereinbart worden ist, der band hinterherzumailen,
anzurufen, adressen herauszufinden und *blah* will ich mal
gar nichts erst ins gespräch bringen. das einzige, das
mich von der zeitschrift unterscheidet ist, daß ich das
heft nicht drucken lasse. und man bei einem rechtsstreit
mir am zeug flickt, weil ich, natürlich, für meine
schreibe verantwortlich bin.

eines der beiden magazine hat bei mir eine zukunft, daß
andere nicht. wegen der formatiererei. ich bin kein
schriftsetzer.

als entschädigung habe ich einen etwa 30 cm hohen stapel
*kopierter* CDs, gebrannte rohlinge mit
filzstiftbeschriftung. wenn ich von denen nur die CDs
behalten würde, die mir gefallen haben, wäre der stapel 20
cm kleiner. der rest kommt von bands, die musik machen, um
geld zu verdienen, die seelenlos angepaßt und feige sind,
die deshalb so klingen, wie all die anderen CD, die gerade
modern sind. was man denen aber nicht sagen darf, weil
solche bands nämlich das gros ausmachen und wenn das gros
ausbleibt, hat die zeitschrift nichts mehr, über das sie
schreiben kann und *schwupps* gibt es keine zeitschrift
mehr. die bands werden überleben, da sie sich gut
verkaufen und der masse der käufer eine schnelle
befriedigung ihres bedürfnisse wichtiger ist, als eine
tiefgehende sättigung mit anspruch, mit der forderung, zu
denken, sich mit dem werk des künstlers
auseinanderzusetzen. was fehlt, ist der punk in der musik,
das rebellische. kunst ohne aussage ist überflüssig, aber
wird gern konsumiert. kunst ohne aussage ist widerlich.

aber wem sag ich das.


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