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2007-01-09 01:35:50 (UTC)

nachts

ich überlege hin und überlege her und wälze mich herum im
bett und der nacken schmerzt und der tinnitus pfeift und
ich glaube das ich geräusche höre, die gar nicht da sind.
jedesmal wenn mein herz stolpert und kurz aussetzt, hege
ich hoffnung.

ich weiß nicht, wie ich aus der sache herauskommen soll.
ist es realistisch, daß irgendwer mir die chance, mich in
eine klasse mit jugendlichen zu setzen, die halb so alt
sind wie ich es bin, gibt?

meine gedanken kreisen um berufsberatung, falls mein
rententräger sowas anbietet und falls das arbeitsamt da
hilfreich ist.

ich könnte bei meinem "freizeitbeschäftigungsdings"
nachfragen, was nun ist, mit dem technischen support, mich
erniedrigen und zum dritten mal nachfragen und "die welt"
wissen lassen, das ich verzweifelt bin.
auf meinem rechner sammeln sich elektronische notizzettel
mit ideen und formulierungen, die ich tatsächlich
abschicke und in denen ich den adressaten die ohren
vollheule, sie anbettele, mir eine chance zu geben.

am schlimmsten aber war es, als meine gefährtin weinte,
weil sie die situation nicht erträgt. was muß ich für eine
enttäuschung für sie sein. kriege nichts zustande. aber es
muß doch einen weg geben. ich komme nur nicht drauf.

ich habe für meine bewerbungsunterlagen heute eine
einfache GUI zusammengeklickt. das sind so kleine
reiterchen, die man anklicken kann.
sie sind mit "Anschreiben", "Lebenslauf", "Extras"
und "Kontakt" beschriftet und wenn man diese reiterchen
anklickt, ploppt das entsprechende texfeld auf und wenn
der text nicht ins fenster paßt, hat er rechts einen
scrollbalken, damit kann man ihn hoch- und runterscrollen.
das ganze ist natürlich sinnfrei und nutzlos, sieht aber
gut aus.

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Es fühlt sich an, als ob schon Wochenende sei. Und es
fühlt sich an, als gäbe es die Gesetzmäßigkeit, daß es
künftig besser würde. Als gäbe es statistische Größen, die
ganz klar nachwiesen, daß nach sieben mageren, sieben
fette Jahre folgen.
Das ist die täglich ins Leben gezwungene Hoffnung, die
bewirkt, daß ich jeden Tag gegen dieselben Wände renne und
den Schmerz ignoriere, weil er nicht honoriert wird.
Hoffnung fühlt sich besser an, sie ist ein Taumeln, ist
Betäubung und so falsch wie das Wohlgefühl im Rausch
irgendwelcher billiger Drogen. So ein Rausch besteht
darin, das hrin und die Gedanken von ihrerm alltäglichen
verzweifeln abzulenken. Mehr ist es nicht. Hohles
Weglaufen, mit der Gewissheit, daß es, nachdem die Füße
nicht weiter tragen, wieder so ist, wie es zuvor war.


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