/me

2006-12-19 13:14:06 (UTC)

wie man linux lernt

nachdem ich meinen mund aufgerissen hatte (das übliche -
Microsoft ist evil, fehler- und malwareanfällig, guck doch
mal bei symantec vorbei und lies selbst etc.) und tönte,
eine zeile in der datei /etc/fstab ergänzt zu haben, was
für außenstehende möglicherweise kryptisch aussieht, zet
bee:
******************
usbfs /proc/bus/usb usbfs
noauto 0 0
devpts /dev/pts devpts
mode=0620,gid=5 0 0
/dev/dvd /media/dvd subfs
noauto,fs=cdfss,ro,procuid,nosuid,nodev,exec,iocharset=utf8
0 0
/dev/fd0 /media/floppy subfs
noauto,fs=floppyfss,procuid,nodev,nosuid,sync 0 0
****************
bekam ich dieser tage eine mail von meinem
gesprächspartner, in der ich ernsthaft gefragt wurde, ob
ich "den technischen Support" übernehmen wolle. würde ich
gern, sogar gegen bezahlung, aber ... ich weiß nix, ich
kann die ausbildung nicht machen.

obendrein hatte ich sogar einen "mountpoint" erzeugt
********
mkdir /name des mountpoints
*********

das mag unter umständen zwar 37337-hAx0r-mäßig aussehen,
doch es ist anfängerkram.

mountpoint:
gibt an, an welcher stelle im verzeichnisbaum die
CD/Floppy/Festplatte/...auftauchen soll. angenommen, ich
wäre administrator (root) und am system hätten sich zwei
user angemeldet, user A und user B. jetzt kann ich sagen,
die CD soll nur dem user A zugänglich sein, also mounte
ich sie in den verzeichnisbaum, der dem user A gehört
(ich füge sie in die verzeichnisse des users A ein. wäre
die CD ein auto, dann hieße das, ich parke das auto in der
garage, die dem user A gehört.)

mkdir:
ist englisch und ist die abkürzung für "make directory"
= "erzeuge ein verzeichnis"

im prinzip ganz einfach. man muß jedem rechner immer
mitteilen, was er tun soll, welches werkzeug er dazu
benutzen soll, worauf er das werkzeug anwenden soll (einen
text, ein bild,...) und wie er es handhaben soll.
**************
/dev/fd0 (wie das ding heißt, das ich benutzen will,
hier ist es das Floppylaufwerk)
/media/floppy (der mountpoint, heißt
hier "/media/floppy", der name ist im prinzip aber
wurscht)
subfs (wovon es gesteuert wird [?])
***********
die zugriffsrechte:
noauto (verhindert, daß, in diesem fall die Floppy, schon
beim booten des systems eingebunden wird)

fs=floppyfss (sagt dem rechner, welches dateisystem sich
auf dem datenträger befindet, hier das für floppydisks)

procuid (für verwaltungsinformationen zuständig)

nodev (ignoriert die kennzeichnung als Block- bzw
Characterdevice)

nosuid (zugriffsbits wie sid und gid werden nicht
ausgewertet. dient der sicherheit.)

sync (verhindert die pufferung der schreibzugriffe, dient
der sicherheit.)

0 0 (sind informationen für ein programm namens "dump".
sie geben an, ob und wie oft "dump" die integrität des
dateisystems überprüfen soll. bei fetsplatten steht das
meist 1 1 , statt 0 0)
*********
ich hoffe das das so stimmt.

der grund für das einfügen einer zeile in /etc/fstab war,
daß bestimmte CDs sich nicht mounten ließen und ich
deshalb auf sie nicht zugreifen konnte. die ursache dafür
wiederum ist wahrscheinlich ein fehler in Suses
automountsystem, daß dem user das händische mounten
(mount /media/floppy) und unmounten (umount /media/floppy)
bzw. das editieren von /etc/fstab eigentlich abnehmen, und
eingelegte medien selbsttätig erkennen soll.

nachdem ich also mehrere stunden vergeblich nach einer
kopierfähigen lösung im i-net gesucht hatte, kam mir die
idee, einfach einen vergleichenden blick in
die /etc/fstab-dateien der LiveCDs zu werfen, die ich
herumstehen habe. ja, man kann sich auch anstellen.

der gewinn dabei:
# mehrere stunden schulung im umgang mit dem editor "vi"
# einblick in die arbeitsweise und den aufbau von dateien.
nach einiger zeit erschienen mir die zusammenhänge einfach
und folgerichtig.

# die erkenntnis das man unix/linux nicht erlernen kann,
indem man bücher liest, wiewohl die natürlich trotzdem
notwendig sind.
unix/linux lernt man, wie man radfahren lernt: durch
praktische erfahrung.
und so, wie man, wenn man ein fahrad fahren kann, alle
anderen fahrräder ebenfalls fahren kann, kann man, wenn
man ein unix/linux zu benutzen gelernt hat, auch alle
anderen unixe/linuxe benutzen.

das ist keine grundsätzlich tolle erkenntnis, ich weiß.
mir erscheint sie dennoch wichtig und irgendwie fühlt sie
sich gut an.