/me

2006-05-02 14:08:43 (UTC)

gelähmt

meine gefährtin schnitt gestern erst mich und später, als
ich bereits eingeschlafen war, sich selbst weil sie sich
"einsam fühlte". dabei lag ich neben ihr und wir hatten sex
gehabt. löst sex bei frasuen nicht sowas wie ein empfinden
von nähe aus? hormontechnisch betrachtet?
manchmal denke ich, daß neben mir jedes fühlende wesen
stirbt, daß es erfriert neben mir. ganz gleich, ob es meine
katze ist, meine gefährtin, sonstjemand.
wie hieß doch gleich die köningin in diesem märchen über
die beiden geschwister? die Eiskönigin? wäre ich 15 und
weiblich, würde ich meinen nick wechseln.

ich besitze zwei skalpelle. ein großes für
selbstverletzungen und ein kleines um es in romantischer
weise in den sex zu integrieren. meine gefährtin bestand
auf der trennung von svv und sex. und gestern benutzte sie
das kleine skalpell um sich zu verletzen. ich denke, es
geht uns beiden derzeit nicht so gut. meine gefährtin wird
mir in ihrem verhalten und in ihren gedanken immer
ähnlicher: in der scheu vor menschen, in ihrem drang zur
autonomie hin. sie ist noch nicht da, wo ich bin. das ist
gut, denn das bedeutet, sie kommt mit "dem leben" und mit
"der welt" besser zurecht als ich. ich scheine hingegen die
fähigkeiten im umgang mit "der welt" und "dem leben" zu
verlieren. ich fühle mich ausgebrannt, leer, verbraucht,
wie asche, habe kaum interesse an dem was um mich herum
vorgeht. ich bringe die energie einfach nicht mehr auf,
mich mit irgendetwas auseinanderzusetzen.
als ob ich depressiv wäre ohne traurig zu sein. alles ist
kalt.
und ich weiß noch immer nicht, was ich in der welt soll.
wozu ich mir die welt antun sollte, welchen zweck das haben
kann. ich habe kein ziel. wozu also losgehen? wozu etwas
anfangen?

der boiler ist seit ein paar wochen kaputt und ich müßte
einfach nur den reparaturdienst anrufen - ich tue es nicht.
fremde menschen in meiner wohnung?!
ich müßte ein behördliches schreiben abschicken, eigentlich
vor wochen schon abgeschickt haben und ging heute zur post
um eine (1) briefmarke und briefumschläge zu kaufen. die
post war voller menschen und so ging ich erst lebensmittel
einkaufen, kehrte danach zur post zurück und es waren noch
immer so viele menschen darin. also ging ich nach hause
ohne den brief abzuschicken. ich stelle mich keine halbe
oder dreiviertel stunde an, um einen brief abzuschicken.
das übersteigt meine kräfte.

vergangene woche dachte ich ernsthaft darüber nach, ob ich
mich berenten lassen sollte. ich sehe keine möglichkeit, in
einem betrieb arbeiten zu gehen. ich sehe den laden nicht
online gehen und hartz 4 ist keine lösung.
um mich zu töten mangelt es mir an enthusiasmus. "die welt"
und vor allem "die menschen" empfinde ich zunehmend als
widerlich und abstoßend. es gibt nicht, das mich an "der
welt" oder "den menschen" anzieht. ich empfinde keine
befriedigung in der auseinandersetzung mit "der welt" oder
"den menschen".

befriedigung zu empfinden muß etwas schönes sein. das
gefühl, einen mangel ausgeglichen zu haben, etwas zu ende
gebracht zu haben, etwas erledigt zu haben und niemals
wieder damit konfrontiert zu sein, etwas festes,
verläßliches gefunden haben. wäre das nicht schön?
irgendwas scheint da mit mir nicht in ordnung zu sein. und
niemand, mich eingeschlossen, konnte mir bislang sagen, was
das ist und wie man das ändern kann. alles was ich hörte,
waren mutmaßungen aber nichts handfestes, beweisbares,
verläßliches und ich habe keine energie mehr übrig, mich
auf eine verschwommene vermutung hin in bewegung zu setzen.
ich bin kein goldsucher, der ganze gebirge in der hoffnung
abträgt, einen goldenen kiesel zu finden.
ich bin müde davon, immer wieder aufzustehen und doch
nichts zu erreichen. ich bin es leid, allein zu sein und
ertrage menschen um mich herum doch nicht. ich zum essen zu
träge und leide trotzdem unter hunger. ich finde gefallen
daran, mich in tagträume zu flüchten und daran, mich zu
betäuben. und ich halte es für eine exorbitante leistung,
trotzdem 34 jahre alt geworden zu sein. genährt von dem
versprechen, daß "es" sich bessern würde. doch das war
gelogen. es wurde nicht besser, sondern anders, der schmerz
ist kälter geworden und bitter, aber er ist nicht
verschwunden.