/me

2006-02-06 01:08:18 (UTC)

galliger hunger

konnte ich mich früher noch an den depris und der
melancholie festhalten, ist mittlerweile eingetreten, was
ich immer befürchtet habe. die depressionen sind beinahe
verschwunden und haben eine kalte leere zurückgelassen. es
scheint nichts zu geben, von dem dieser gähnende abgrund
(ist es überhaupt materiell genug, um ein abgrund sein zu
können?) gefüllt werden kann. das zehrt von mir und ich
zerfalle da hinein und wenn ich mich darin aufgelöst
haben werde, wird trotzdem nichts, keine substanz, keine
spur von irgendwas, darin nachzuweisen sein. das ist zu
groß, zu gefräßig und ich glaube, es ist stärker als ich,
weil es zäher und ausdauernder ist als ich, weil es uralt
ist und niemals sterben kann, weil es die kollektive
sinnlosigkeit allen seins ist.

dieses nichts macht mir angst. kein romantisches
zwischen-den-sternen-schweben. nichts. substanzlosigkeit,
hunger. genau, das ist es. hunger. ein körperloser,
unersättlicher, niemals zu stillender hunger. das leidet an
sich selbst und ist verbittert und weil es selbst so leer
ist, ist es schrundig und gallig geworden und sucht alles,
was substanz hat, zu vernichten, damit es vielleicht etwas
findet, von dem es besiegt wird, damit es endlich aufhören
kann, an sich selbst zu leiden.