/me

2005-11-04 11:24:58 (UTC)

arbeitsamtschaokratie

also war ich heute morgen um 7:30h beim arbeitsamt. um
7:45h war einlaß. das warten in der menge der anderen war
scheußlich. ich fühlte mich, als sei ich jetzt endgültig an
den rand der gesellschaft gerutscht. ich meine
h1herrjeh!/h1 man muß sich bbeim arbeitsamt/b
anstellen wie ein tagelöhner an einer suppenküche. als
würde das arbeitsamt mildtätig gaben verteilen.
als ich am HARTZ iV schalter dran war und mein anliegen
vorgebracht hatte, sagte der mann, ich müsse zum schalter
der arbeitsagentur gehen, wenn man sich arbeitssuchend
meldet, gehört das in den bereich der arbeitsagentur. ich
sagte ihm, daß seine kollegin mir vorgestern versichert
habe, bei der ARGE sei ich an der richtigen stelle, weil
ich nämlich vor meiner reha HARTZ IV bekommen habe und sie
habe in ihrem computer nachgesehen und mich der richtigkeit
ihrer worte nochmals versichert. er sagte, ich solle zur
arbeitsagentur gehen.

ich hasse behörden und ich hasse ämter, doch von allen
hasse ich das arbeitsamt und die ARGE am meisten, denn bei
denen weiß die rechte hand nicht, was die rechte hand
macht. von der linken ganz zu schweigen.

danach ging ich, mit einem gefühl der benommenheit und
begleitet von den üblichen schwindelgefühlen zum bäcker,
nach hause und frühstückte, schrieb an dem DS-artikel und
rief 10 minuten nach 11:00h im BTZ an, weil es sich nämlich
ab 11:00 nicht mehr lohnt, in den zug zu steigen und
dorthin zu fahren. tatsächlich hätte ich schon gegen 8:45h
anrufen können, aber man gönnt mir ja sonst nix *evil*. ich
erschlich mir einen weiteren freien tag. außerdem ist es
leichter, vergebung dafür zu erlangen, daß man sich
beispielsweise einen freien tag erschlichen hat, als die
erlaubnis dafür, sich einen freien tag zu erschleichen.

bemerkenswerterweise war ich in der lage, zu schreiben (den
artikel interview), was wahrscheinlich daran lag, daß ich
im BTZ in dieser woche kaum anwesend war.
kreativität ist ein zartes pflänzchen, es braucht spezielle
umweltbedingungen. das BTZ verwandelt mein hirn in eine
graue pampe und graue pampe kann nicht denken oder fühlen,
oder was es auch sei, das da kreativ ist.

die neue CD von GOETHES ERBEN habe ich gekauft. hat sich
nicht gelohnt. O.H. ist nicht mehr in form, gleitet in
lacrimosarote gefilde ab und die anderen texte klingen
bemüht und pseudointellektuell. mit dem "Glasgarten" fing
der abstieg an. traurig.