/me

2005-07-25 17:03:52 (UTC)

u.a. die Metaebene

heute hatte ich ein gespraech mit meiner arbeitspaedagogin
wegen des ^Expertengespraeches^ morgen. sie wollte die
fragen nochmal besprechen usw.
es war wie das gespraech mit einem versicherungsvertreter.
die sagen einem ertsmal, was alles passieren kann, und zwar
so lange, bis man veollig verunsichert ist, um danach ihre
hilfe anzubieten.

ICH HASSE SOWAS! ich bin mit wenig aufwand zu verunsichern,
doch wenn man mich machen laesst und solange mit
hilfsangeboten wartet, bis ICH SAGE, dass ich hilfe
brauche, geht alles eigentlich glatt.

die aufgabe von sozialarbeitern ist es, zu helfen. ihr
aufgabe ist nicht, zu warten (unter umstaenden solange,bis
sie um hilfe gebeten werden).

sie fragt, ob ich ein paar frage weglassen wolle, die ja
jetzt keine relevanz mehr besitzen, weil ich in den
pflegebereich nicht zurückkehren will?

und ich denke: wieso muss ich das gespraech ueberhaupt
fuehren, wenn doch feststeht, dass ich dem pflegebereich
den ruecken kehre?

die sache ist in sich widerspruechlich. nunja. sei's drum.
ist immerhin eine uebung fuer andere bewerbungs- etc.
gespraeche.

danach war ich so angespannt und verpeilt, das ich einen
tunnelblick hatte. physisch als auch psychisch. also tat
ich, was dann meine gewohnheit ist: ich versuchte, auf
andere gedanken zu kommen und fand dt's tagebuch und las es
mal wieder und dachte, das die welt zu kompliziert fuer
mich ist, das ich mich nie in ihr zurechtfinden werde, das
es folglich niemals besser wird solange ich lebe. alles
dinge, die ich auch sonst, und in letzter zeit oefter,
denke. ich werde beim naechsten versuch gruendlicher
vorgehen und dafuer sorgen, das er zum gewuenschten
ergebnis fuehrt. sachen von CIORAN stabilisieren mich, sie
troesten mich.

weiter denke ich in letzter zeit, dass niemand solange in
sozialarbeiterischen, klinikstherapeutischen haenden ist
und ohne schaden davonkommt. an dieser stelle muss ich th
mal loben. ie haelt sich zurueck.
es strengt mich sehr an, mich gegen hilfe zu wehren, die
ich weder will noch brauche. mich strengt es an, den
sozialarbeitern im BTZ zu zeigen, das ich zwar diverse
F-Diagnosen trage, aber dennoch ein individuum, also anders
als andere psychos, bin. mich beleidigt es, wenn mir dinge
so oft erklärt werden, wie man sie einem kleinkind
erklaeren wuerde. ich verstehe manches nicht sofort, doch
dann frage ich nach. solange ich nicht nachfrage, habe ich
verstanden. und es verwirrt mich, wenn dieselben dinge
mehrfach hintereinander erklärt werden. da sind zuviele
worte.

ich BIN doch nicht meine diagnosen. ich HABE diagnosen, so,
wie ich einen rucksack und leberflecke habe. doch BIN ich
deshalb ein rucksack oder ein leberfleck? bin ich nicht
mehr, als ein haufen psychopathologisch relevanter daten?

was ich oft hoere ist, das ich mich einschaetzbarer machen
soll.
meine katze kann mich ganz gut einschaetzen. und ihre
intelligenz ist weitaus geringer als die eines menschen.
dabei geht es nicht ur um die rehamasnahme im BTZ, sondern
auch um das gespraech morgen.
meine arbeitspaedagogin wollte meine atwort auf die frage
^Wieso sollen Sie gerade als Pflegekraft in der Sucht
arbeiten?^ wissen.,
meine antwort lautete: ^Weil mich interessiert, weswegen
jemand sich eine Sucht aussucht und was ihn bewegt, später
von der Sucht wegkommen zu wollen. Ausserdem kommt es vor,
dass Patienten dem Pflegepersonal Dinge erzaehlen, die sie
den Psychologen nicht erzaehlen und davon abgesehen, habe
ich leider weder das Abitur noch habe ich studiert, so das
ich nunmal nicht als Pychologe in der Sucht arbeiten kann.^
(tatsächlich erwog ich einzig aus dem grunde in die sucht
zu gehen, weil ich a. geld verdienen muss und b.
arbeitserfahrung in der psychiatrie habe und c. der kontakt
zu psychiatriepatienten weniger eng ist, als in einer
somatologischen klinik)
sie sagte ^Wenn Sie so antworten, wird der Herr
[pflegedienstleiter] sich fragen, was Sie mit den
Informationen machen werden ... ob Sie sie weitergeben.
Gerade in der Arbeit in der Psychiatrie ist transparentes
Arbeiten wichtig, also die Weitergabe von Informationen...^

wieso sagt sie sowas? hoert sie mir nicht zu? benutze ich
eine fremdsprache? WO LIEGT DAS PROBLEM?! wir reden
eindeutig aneinander vorbei. ich sage brot und sie fragt
sich, wieso ich nicht auch broetchen gesagt habe. ob ich
broetchen insgeheim hasse?! und womöglich in den
broetchenteig spucke...
was ich mit dem brot vorhaben koennte? vielleicht tue ich
irgendwelche sinistren dinge mit dem brot? ^Herr [/me] sie
muessen einschaetzbarer werden...^ FICK DICH!

sie fragte nach meiner antwort auf ^Wieso sind Sie im BTZ?^
und ich sagte ^Weil das BTZ mir besser als das Arbeitsamt
helfen kann, in den Arbeitsmarkt zurueckzufinden.^ und sie
sagt, wieso ich nicht sagen wuerde, das ich ^eine Krise
gehabt^ habe und deshalb am BTZ sei. diese ich-botschaft
sei eindeutiger und das gegenueber haette weniger raum fuer
interpretationen. damit sei ich ^besser einschaetzbar^. ob
ich ^Schwierigkeiten damit habe^ ich-botschaften
auszusprechen?
herrje. menschen sind schwierig. ja, ich habe probleme mit
ich-botschaften und ausserdem ist mein stuhlgang seit zwei,
drei tagen ein wenig zu hart, dafuer aber bilderbuchmaessig
geformt. welchen unterschied macht es fuer den empfaenger
der botschaft, den herrn [pdl], ob ich (der sender) sage,
dass ich eine krise hatte und deshalb hilfe im BTZ suchte,
um mich auf dem arbeitsmarkt integrieren zu können, oder ob
ich sage, dass ich am BTZ bin um hilfe zu erhalten, um mich
auf dem arbeitsmarkt integrieren zu können ?

die arbeitspaedagogin sagte auch sowas wie ^Sie halten sich
auf der Metaebene auf^. und damit hat sie recht. ich
brauche eben mehr platz um mich herum, auf der beziehungs-,
der sozialen, der Meta- und auf jeder anderen ebene, derer
ich habhaft werde. gibt es eine meta-metaebene?

das telephonat mit meiner gefährtin über oben beschriebenes
war erleichternd, denn sie versteht mich und so weiss ich,
dass es nicht nur an mir liegt.
menschen, zu denen ich direkten kontakt (rl-kontakt) habe,
und das gefühl überwiegend verstanden zu werden, soll
heißen, es gibt weniger missverstaendnisse als mit der
arbeitspaedagogin und/oder der psychosozialen:
- meine gefaehrtin
- die freundin meiner gefaehrtin
- der freund der freundin meiner gefaehrtin
- th


meine gefaehrtin sagte zum wiederholten male, sie habe den
eindruck, das BTZ tue mir nicht gut und ich sei beinahe
genauso erschoepft und reizbar wie zu der zeit meiner
taetigkeit für das altenheim.

was soll ich tun? ich teile ihren eidruck diesbezueglich
nicht so ganz. ich bin erschoepft, doch ich halte das fuer
eine voruebergehende phase. auerdem gibt es keine
alternative zum BTZ, ausser der, mich auszuknipsen.

btw. mein sexualleben hat sich eindrucksvoll
zurueckgemeldet und fand "gehoer".