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2005-04-26 14:20:27 (UTC)

würdiger und unwürdiger grund

DEINE LAKAIEN, ?Dark Star?

meine gefährtin hat einen neuen therapeuten und wie es
scheint, ist die zeit reif, um die vergangenheit
aufzuwühlen und so benötigt meine gefährtin mehr leeren
raum um sich herum, größeren abstand und eine reduktion
physischer kontakte. was ich verstehe, was mir aber nicht
unbedingt gut tut, denn wenn man, wie ich, nur wenige
menschen an sich heran läßt, kommt diesen wenigen eine umso
größere bedeutung zu, wiegt ein, wenn auch nur zeitweiser
und unvollständiger, verlust dieser menschen, umso
schwerer. was ich ihr aber nicht sage, damit sie durch
meine empfindlichkeiten nicht abgelenkt wird, damit sie
sich ihren eigenen sachen völlig zuwenden kann.
entsprechend angeschlagen bin ich. gereizt, traurig (oder
müde?), irgendwie verloren und sinnlos.
jemand der kein ?Selbst? hat, braucht andere, die diese
stelle einehmen, damit ihm sein?Selbst? selbst genug ist.
oder so ähnlich.

man könnte jetzt überlegen, ob ich diese phase, in der das
baby individualisiert, in der es begreift, daß es ein
eigenes Ich hat und die mutter ein anderes Ich ist, und
beide Ichs getrennt voneinander existieren, übersprungen
habe. ist das gemeint, wenn von ?ungenügenender Selbst- und
Objektrepräsentanz? die rede ist?

und wie üblich reagiere ich mit aggressivität auf diese
traurigkeit. tiere können in notsituationen kämpfen, sich
totstellen oder fliehen. mich totzustellen nützt nichts,
obwohl ich große lust dazu hätte, so lange zu schlafen, bis
die situation angenehmer geworden ist; fliehen kann ich
auch nicht, wohin denn? bleibt nur, zu kämpfen. doch gegen
wen und wie? und mit welchem ziel? abbau der frustrationen.
das kind ist unpäßlich und ihm fällt nichts anderes ein,
ihm fällt kein anderes bedürfniss zu, als schmerzen zu
wollen. schmerzen ersticken jedes andere fühlen und so ein
paar körpereigene opiate sind ja auch nicht das
schlechteste das einem widerfahren kann. *evilgrin*

wenn es keine lösungsmöglichkeit gibt, was bleibt dann? die
zweite wahl bleibt. das suboptimale. die entspannung durch
schmerz, also ?schmerz?. ich wollte, ich wüßte ein anderes
wort dafür. lustschmerz? es hat was mit lust zu tun.
trostschmerz? es hat was tröstliches. bleibt also nur der
lust-trost-schmerz.
später. vielleicht. ich denke schon zwei, drei tage daran,
mir einen glühenden draht in die haut zu brennen.
zuzusehen, wie das gewebe schmilzt und die ränder weißlich
aufgeworfen werden *seufzt*. das würde eine schöne gerade
narbe geben. gleichzeitig würde ich mir aber schwach
vorkommen, das gefühl haben, der traurigkeit und der
verlassenheit unterlegen zu haben / zu sein. schwächer als
etwas oder jemand anderer zu sein, ist beschämend. schwäche
ist leiden. schwäche verdient es, zu leiden.

außerdem kann ich mich des eindruckes nicht erwehren, daß
eine eventuelle verletzung mit der reha zusammenhängen
könnte, und die will ich nicht mein leben lang in der haut
tragen. die tat hätte einen falschen grund. einer der
auslöser könnte unwürdig sein. denn ich bin ausdauernder,
stärker, zäher als die rehaleute. und für unwürdige dinge
gebe ich meine haut nicht her.


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