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2005-03-16 17:56:16 (UTC)

unter leibern begraben

APOCALYPTICA, "Apocalyptica"

einer meiner chefs kam heute auf mich zu und schwallte lange
herum, sagte, er werde seiner "Fürsorgepflicht" nachkommen,
die er als arbeitgeber nunmal habe und ich solle die sache
mit meinem arm abklären lassen. er verlange jedoch keine
ärztliche atteste oder sowas, sondern es sei ausreichend,
wenn ich ihm sagte, mein arm sei ok. anlaß war mein wunsch,
körperlich zu arbeiten und meine aussage in einer der
"Arbeitsnachbesprechungen", daß mein ellenbogen schmerze und
das das schon seit einem jahr so ist.
ich hätte das von meinem arm (die ternnisellbögen, ihr
erinnert euch?) nicht sagen müssen, hielt es aber für
angebracht, weil die leute dort ja herauszufinden versuchen,
welcher job zum jeweiligen klienten paßt.
erst war ich stocksauer, weil ich diese fürsorgepflicht als
entmündiged empfand, immerhin ist es mein ellbogen und mit dem
kann ich deshalb so pfleglich oder zerstörerisch umgehen wie
es mir in den sinn kommt. nach ein paar stunden fiel mir
folgendes ein:
-mich nervt diese ellbogensache
-wenn ich am freitag zum arzt gehe, habe ich ein längeres
wochenende
-die leute wollen mich nicht therapieren, sondern eine
passende arbeitsstelle für mich finden, weswegen sie wissen
müssen, wie belastbar meine gelenkesind, respektive ich bin


die borderlinernde lesbe die im selben bureau sitzt, sagt
von sich, daß ihr erster impuls erstmal trotzigkeit wäre und
mein erster impuls ist - na? errätst du es?- trotz. sogar
meine gefährtin sagte, ich solle mich nicht verhalten, als
sei ich erst 13 jahre alt.

tatsächlich widerspreche ich anordnungen nicht , weil sie
mir gegen den strich gehen, sondern weil ich etwas suche, an
dem ich mich austoben kann. ich bin also trotzig, damit ich
mich mit den leuten streiten kann. der aggression wegen. es
geht mir ums kräftemessen. irgendwo gar nicht so tief drin
bin ich ein steinzeitliches wesen. ein pubertierender junge.
oder, viuel treffender weil wahrscheinlicher: FASS MICH DOCH
AN ! DAMIT ICH EINMAL "NEIN" SAGEN KANN!
beschämend, sowas!

th. war gestern nicht da. sie ist telephonisch nicht
erreichbar und der AB ist abgeschaltet. ich könnte es unter
ihrer privatnummer versuchen. gesargt -getan (siehst du das
wortspiel? gesa-R-gt) mein begehr wird ausgerichtet. ihre
tochter heißt lea.

meine gefährtin hat morgen diesen aufnahmetest für die
universität. ich hoffe, daß sie sie nehmen, andernfalls
werden die nächsten tage unerfreulich, denn ich leide so
sehr, wenn meine gefährtin leidet.

im büro sitzt sitzt, am übernächsten schreibtisch und mir im
rücken ein mann, dessen unterarme alte, dünne narben aufweisen.

ich bin etwas überdreht. das scheint meine normale reaktion
auf streß zu sein. nach dem gespräch heute über meinen
anstehenden arztbesuch war ich so daneben, daß ich kaum ein
klares wort tippen konnte. unglaublich! ich bi enttäuscht
über meine schwäche und darüber, so leicht destabilisiert
werden zu können. es ist unter menschen vollkommen anders
als im i-net. diametral.

ich habe lust, zu schneiden, mich zu betrinken, eine feier
zu feiern, mich zu prügeln, zigarette auf meiner haut
auszudrücken ... in dieser oder jeder anderen reihenfolge.

morgen stehen die "Spür- und Haltungsübungen", manchmal
heißen sie auch "Spür- ud Halteübungen", auf dem plan. ich
werde allerdings nicht daran teilnehmen. dort, unter
menschen, wenn ich so angespannt bin, liegt nur eine dünne
haut über meinem zorn und meiner trauer und, soweit es mich
betrifft, ich will nicht dabei sein, wenn sich dieses alles
bahn bricht. die spürübung würde mich so weit
destabilisieren, daß ich es nicht länger unter kontrolle
hätte, was dann zu verletzungen führen würde. an mir (und
vielleicht an anderen). zudem sind spürübungen eindeutig
therapeutischer natur und therapie machen die dort nicht.
keinesfalls wäre ich dort, wenn die dort therapeutisch
arbeiten würden.

ein mädel hat mir von einem ihrer klinikaufenthalte erzählt.
dort gab es "Bonding". das ist nur was für genießer. man
benötigt dazu zwei patienten. einer legt sich auf den
rücken und der andere legt sich halb auf ihn drauf und dann
wird mal so richtig hingespürt. es gab aber auch
"Extrembonding". dafür nimmt man etwa 16 patienten und drei
therapeuten. die gruppe begibt sich für zwei, drei tage in
eine einsame hütte und bondigt dort unablässig, solange, bis
es nicht mehr wehtut.
es ist mir ein rätsel, wieso menschen sich sowas freiwillig
antun. begrabe uter einer mase aus warmen, feuchtem
atmenden leibern. den warmen hauch des anderen im gesicht,
jedes stückchen meiner haut von jemandem bedeckt, hände, die
mich anfassen.ich kann mich nicht bewegen. *zitter*


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