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2005-02-20 10:54:17 (UTC)

ursache&wirkung, nur ein leben

zum einchlafen konzentriere ich mich auf meine atmung. und
das geht ganz gut, es ist wie das wiegen in wohlmeinenden
armen. die einschlafprobleme sind sehr milde geworden. und
auch das "rechter arm schwer, linker arm schwer"-zeug
funktioniert, wenngleich ich jedoch annehmen muß, das es
anders funktioniert als bei anderen. beispielsweise wird der
linke arm leichter und nicht schwerer oder ich denke "links"
und es wirkt sich auf den rechten arm aus. egal. hauptsache
es klappt überhaupt.

ich nehme an, daß diese entspannungsübungen die ursache für
mein vermehrtes träumen sind. wenn während der entspannung
beängtigende sinneseindrücke (trügerische empfindungen der
art, das jemand im zimmer ist der mir wehtun will)
auftauchen, denke ich "komm doch, ich bin hier. ich habe auf
dich gewartet." und *schwupps* sind sie verschwunden. was
bedauerlich ist, da ich tatsächlich warte.
was bei der ganzen sache ausbleibt ist das gefühl, in diesem
körper heimisch zu sein. dieses fleisch ist etwas, auf das
ich einfluß nehmen kann, eine hülle, ein zufälliges
behältnis für mich, der ich nicht körper bin sondern etwas
immaterielles. wie jemandem ein auto gehört, das er zu einem
bestimmten zweck benutzt. aber das ist nicht schlimm. (und
nochmal für alle : Ich habe kein Problem damit.)

ich kenne die gründe nicht, aus denen ich hier bin, nicht
den zweck, nicht die bestimmung meiner existenz. ich habe
mich daran gewöhnt, zu atmen, zu leben. und mich wundert
noch immer, daß meine worte ein gewicht haben und ernst
genommen werden. ich habe unausgesetzt den eindruck, als sei
die welt um mich herum und das verhalten der menschen eine
inszenierug, deren zweck ich nicht verstehe. die menschen
lieben einander nicht, sie verhalten sich nur so als ob.
doch warum? weil man es eben so macht.
deswegen kann ich sagen "Es sind nur Wunden, es ist nur
Haut. Nichts wichtiges, nichts, das eine wirkliche Bedeutung
hätte.". "Es ist nur ein Leben."
das ist keine abwertende aussage, sondern eine feststellung.
nur ein leben, etwas vorübergehendes, nichts das bestand hat.

das es mich erstaunt, das meine worte gewicht haben, mag
daran liegen, daß ich als kind nicht ernst genommen wurde.
was ich sagte, mag bedeutungslos gewesen sein und deshalb
ist es auch heute bedeutungslos. wie empfindlich so eine
psyche doch ist! zerbrechlich wie chinesisches porzellan.

das meine worte _folgen_ haben können, ist eine theorie,
eine hypothese, von der ich mich selbst zu überzeugen
versuche, deren wahrhaftigkeit ich mir einzuprägen versuche,
weil andere menschen selbstverständlich davon ausgehen, daß
deren worte eine reaktion bewirken, mit der sie dann
zurechtkommen müssen. niemand entscheidet sich für oder
gegen eine sache, sondern für oder gegen die folgen einer
entscheidung.

ich nehme an, das meine befindlichkeiten und worte, meine
wünsche und mein "NEIN!" als kind, folgenlos blieben und so
ist es heute noch. üble sache. ich war damals im günstigsten
fall unwichtig und im schlimmsten fall störend, und noch
heute habe ich das empfinden, im besten fall unwichtig, im
schlimmsten störend zu sein. es gibt nichts, das dazwischen
liegt.
widerlich, wie lange sich sowas auswirken kann.
das sitzt tief. es ist nicht wie die bemalung für touristen
auf den straßen in london ("Look right"), die man sich
einprägen und nach denen man für die dauer des aufenthaltes
handeln kann, sondern das steuert mein handeln und empfinden
auf viel tieferen ebenen. es ist nicht die software, sondern
das BIOS. die software, die erlernten handlungsantriebe,
können noch so bunt und nützlich und schön und frei sein,
wenn das BIOS steuert, nützen diese aufgesetzten programme
gar nichts.

ich bin ein muster ohne wert. wenn ich überhaupt ein muster
bin. viel eher bin ich etwas das entstanden ist, als die
produzierende maschine einen probelauf absolvierte. ich bin
ausschuß, fehlerhaft, mit mir kann man nichts anfangen weil
meine grundkonsruktion ein einziger fehler ist. wenn die
grundkonstruktion mangelhaft ist, kann man auch mit patches
nichts mehr ausrichten.

wenn meine gefährtin ein wirkliches interesse an mir hat
(wie neulich mit der kassette), dann widerspricht das den
eindrücken, erfahrungen, empfindungen, die mir von
kindesbeinen an eingeprägt wurden. da öffnet sich ein
abgrund an gefühlen, die mir fremd sind und die mich
ängstigen, weil ich spüre, daß ich mich an diesen abgrund
verlieren würde.

es gibt im hirn rezeptoren für die metaboliten von Cannabis
Sativa. eine zusätzliche bestückung mit rezeptoren
sozusagen. und dieses gefühlsding ist etwas, für das in mir
rezeptoren existieren, die ich bislang ungenutzt ließ, von
denen ich nichts wußte.

hm. anderes beispiel. DATA (STAR TREK) ist mit einem
steckplatz für einen emotionschip ausgerüstet. als der chip
dann tatsächlich eingesetzt wird, brennt das positronenhirn
durch weil es überlastet wird. dasselbe würde mit mir
geschehen.
ich habe mich in meiner welt eingerichtet und alles
zusätzliche würde meine ordnung vollkommen
durcheinanderwerfen, würde chaos verursachen. außerdem kenne
ich mich in diesen emotionalen abgründen nicht aus, ich
spüre jedoch, wie groß deren macht ist und das ich dieser
macht nicht gewachsen wäre.
ich würde funktionsunfähig und hilflos werden.

emotionen sind unkontrollierbar, unberechenbar und ihre
folgen und die handlungen die sich aus ihnen ergeben, sind
unberechenbar, sowas verursacht bei mir existentielle
ängste. und ich weiß auch gar nicht, wofür eine emotionale
steuerung gut wäre. menschen töten menschen aus emotionalen
gründen heraus. emotionen machen kopflos. gesetze und regeln
gibt es, damit menschen für ihre handlungen eine
verläßlichere grundlage haben, als emotionen sie bieten
können. gesetze und religionen sind geschaffen worden, um
den emotionalen handlungsantrieben zügel anzulegen.
es gibt keinen grund dafür, eine funktionierende steuerung
durch ein unzuverlässiges system zu ersetzen.


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