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2004-11-18 08:55:00 (UTC)

besitz besitzt

am sonntag ist ein markt in einem altenheim. und im
dezember ist weihnachtsmarkt. oder ist der schon in zwei
wochen? wie auch immer. wir brauchen noch
beleuchtungskörper und dekokram und verlängerungskabel und
eine wärmequelle. denn obschon es hier niemals winter wird
(außer 1996, da gabs mal einen) kann es doch kalt werden,
wenn man mehrere stunden im freien steht. also in einer
unbeheizten weihnachtsmarkthütte.
gestern habe ich mich noch ein wenig geäergert, weil ich
meinen sachbearbeiter, den herrn „SO EINEN FALL hatte ich
NOCH NIE!“ nicht nach der ursache seines sinneswandels
gefagt habe. ich bezweifle inzwischen, daß die
heilstättenänderung zugunsten der richtigen heilstätte
vorgenommen wurde. es gibt nämlich zwei davon in k. und die
eine sagte mir, sie seien die falschen.

in den waschsalon kam eine junge frau, schwarz gekleidet,
mit bundeswehrstiefeln an den füßen und einem alten
schäferhund neben sich und wusch die hundedecke. der hund
kam zu mir, sah mir in die augen und ich wußte, es ist ein
sehr, sehr, sehr armer und alter hund, der nie, nie,
niemals gestreichelt wird und auch noch nie etwas zu essen
bekommen hatte. wie hunde eben so sind. manchmal wie
katzen. also habe ich das sehr, sehr, sehr arme tier
gestreichelt und jetzt stinken meine hände nach hund.
üblicherweise kommen hunde nicht zu mir. zu meiner
gefährtin gehen sie sehr gern, mich beachten sie nur, um
mich besser umlaufen zu können. naja. ich sehe auch nicht
so aus, als hätte ich leckerlie einstecken. ich sehe eher
danach aus, als würde ich sie selbst essen. ist es karma?
oder die höhere stimme meiner gefährtin, worauf die hunde
reagieren? wäre ich ein hund, würde ich auch eher zu meiner
gefährtin gehen. sogar als mensch gehe ich lieber zu meiner
gefährtin als zu, sagen wir mal, eine hund. schon deshalb,
weil meine gefährtin besser riecht. und überhaupt!
nachdem ich heute mein waschsalonhappening *gg* beendet
hatte, ging ich zum lieblingsbäcker. *schmatzt*

die sexuelle beziehung zwischen meiner gefährtin und mir
hat sich im laufe der zeit verändert. bestimmte dinge die
sie tat, weil irgendwelche idioten sie dazu genötigt hatten
und über die sie nun ihr selbstbild und ihren selbstwert
definierte, sind beinahe gänzlich verschwunden. das war
harte arbeit. und es war egoismus. ich mag es nicht, wenn
jemand etwas für mich tut und ich dabei das gefühl habe,
der andere erniedrige sich dabei. menschen die betteln und
kriechen und sich unterwerfen kann ich nicht leiden. in der
psychiatrie hatten wir mal eine patientin der die
zigaretten ausgegangen waren und sie warf sich zu boden,
umklammerte die beine des anderen und flehte nach
zigaretten. sie liße sich in dieser pose den ganzen flur
entlangschleifen. sie ließ das bein nicht los. von mir hat
sie nie welche bekommen. hätte sie hingegen normal nach
einer kippe gefragt, hätte ich ihr möglicherweise eine
gegeben. kriecherei ist abstoßend, ist ekelhaft.

so ählich verhält es sich mit den diversen
hilfsorganisationen, die an mein mitgefühl und mein mitleid
appellieren, damit ich geld spende. so läuft das nicht.
denn diese appelle ans mitgefühl und ans mitleid empfinde
ich als manipulationsversuch und dagegen wehre ich mich.
hingegen wäre ich unter umständen geneigt zu spenden, wenn
die spendensammler argumentativ um geld bitten würden.
glücklicherweise kommen solche spendeneintreiber nur selten
bis an meine tür. ich spende eigentlich gar kein geld. ich
mißtraue solchen spendensammlern. ich denke dann immer
drüber nach, wieviel prozent der spenden benutzt werden, um
die spendensammler zu bezahlen.
ich gebe dem einen oder dem anderen penner mal geld. und
auch das selten. im moment sowieso nicht. und dieses getue
mancher penner, die einem tür zum supermarkt aufmachen
(beim hineingehen!) weil sie denken, sie würden auf diese
weise an geld kommen, ist mir zu plump. egal. unwichtig.
einmal allerdings war es mir peinlich. denn das auto meiner
gefährtin gab mitten in der stadt, auf einer kreuzung den
geist auf und die penner halfen uns, den wagen von der
straße zu bekommen und ich wußte nicht, wie ich mich
verhalten sollte. wieviel ich den dreien geben sollte. im
prinzip sind die penner genauso nett oder nicht-nett wie
jeder andere mensch. idioten gibt es überall. sowas ist
unabhängig von rasse, religion, geschlecht oder sozialem
status. voruteile sind das übrigens auch.

neulich dachte ich mir, [name], dachte ich, du bist hier
beinahe seßhaft geworden. du hast einen lieblingsbäcker,
einen lieblingsgriechen, lieblingsasiaten,
lieblingsteeladen, lieblingstürken, drei, vier geschäfte
die du regelmäßig frequentierst usw. ich habe sogar ein
haustier, soweit man bei einer katze von „haben“ sprechen
kann. ich habe eine bank bei der ich hüfthoch im dispo
stecke und ich habe einen waschsalon, den ich
ausschließlich anderer waschsalons besuche. das ist ein
beinahe normales leben, wenn man nur auf diese
äußerlichkeiten achtet. seßhafter als hier war ich noch
nirgendwo. ich bin ebenfalls noch nie so stark an einen
menschen gebunden (so tief mit ihm verbunden?) wie an (mit)
meine(r) gefährtin. da komme ich direkt ins staunen.
andererseits ist die zahl meiner besitztümer sehr
überschaubar. ich könnte alles was mir gehört innerhalb
einer stunde zusammenpacken und könnte es selbst tragen.
soll heißen, ich benötige kein auto für seinen abtransport.
vielleicht wird sich das irgendwann ändern, wenn ich
richtig seßhaft geworden sein werde. ob das gut oder
schlecht ist, kann ich nicht sagen. besitz besitzt.

genug. ich muß zum kallemann *born to be niedlich* und zur
luna *born to be schüchtern*, die beiden hatten nämlich
noch kein frühstück heute.
btw. meine tennisellenbögen schmerzen noch immer. ist das
normal? dauert sowas derart lange? das m'era luna war im
sommer.


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