/me

2004-11-12 10:07:01 (UTC)

verloren

guten morgen, welt. drehst du dich noch immer?!
ich habe das niederschmetternde gefühl, versagt zu haben.
gegenüber meinem rententräger, gegenüber „dem Leben“,
gegenüber beinahe allem, was ich in angriff nehme weil ich
denke, das ich es in angriff nehmen sollte. ich imitiere
das leben. der gedanke an meinen tod ist wieder präsenter.
als ich in k. am bahnsteig stand und auf den zug wartete.
als ich gestern an eine apotheke vorbeiging und beinahe
hineinging um ein tütchen blutlaugensalz zu kaufen. was
brauche ich noch? einen schmelztiegel und lackmuspapier
oder irgendeien andere indikatorlösung um den pH-wert
feststellen zu können.

im beratungsgespäch kam ich darauf, daß mein umgang mit
autoritäten problematisch ist. ich erkenne sie nicht an und
weigere mich, ihnen zu gehorchen. die psychologin wollte
wissen, wie lange das schon so sei und ich denke, das ist
seit dem beginn meiner ersten ausbildung so, seit 1988,
wenn ich mich nicht irre. oder geht es noch weiter zurück?
ich erinnere mich, als ich stubenarrest hatte und nicht
rausgehen durfte, hatte mein vater angst weil ich mich so
zurückzog. und irgendwann kam meine mutter und sagte, der
arrrest sei aufgehoben. ich muß etwa 14 jahre alt gewesen
sein. sie kam und sagte, der arrest sei aufgehoben und ich
solle zu meinem vater gehen und mich bedanken. was ich
nicht tat. wesewegen meine mutter aus allen wolken fiel.
das war etwa 1986.

später irgendwann war da diese ausbilderin die um ein haar
dem besenstiel in meinen händen zum opfer gefallen wäre.
ich kann es nunmal nicht leiden, wenn ich widersinnige
dinge tun soll, ohne das sie mir erklärt werden. ich bin
als befehlsempfänger ungeeignet. befehle verstoßen gegen
beide handlungsrichtlinien die es im umgang mit mir zu
beachten gilt. die erste lautet: „Faß mich nicht an.“ und
die zweite lautet: „Steh mir nicht im Weg.“

wenn ich meinen zustand mit einem einzigen wort beschreiben
müßte, das lautetete es „verloren“. ich weiß nicht einmal,
was genau mir fehlt. ich bin gut besser darin, dinge
auszuhalten, als sie zu ändern. und ich kann prima die
dinge sagen, die das gegenüber hören will.