/me

2004-11-03 13:33:49 (UTC)

u.a. stein auf bein

ein gutes lexikon ist unentbehrlich und lehreich:

„Deutscher Name des November ist Windmonat, Nebelung oder
Nebelmonat. Die Namen spielen auf die zu dieser Jahreszeit
häufigen Winde und Nebel an.
Germanischer Name des Nebelung war Blotmonath. Das
bedeutet „Blutmonat” und soll auf die um diese Jahreszeit
Opfer an den Gott Wotan hinweisen“
(www.sungaya.de/schwarz/index.htm)

meinen rententräger habe ich angerufen. mein sachbearbeiter
(fuchs) sagte, „Das machen wir schon immer so, wir schicken
unsere Versicherten schon immer nach W.“
ich hielt entgegen, daß andere niederlassungen meines
rententrägers ihre versicherten durchaus auch nach k.
schicken.
vielleicht sollte ich mal über ein opfer für wotan
nachdenken. ich hätte da schon jemandem im sinn und
gebührend blutig könnte ich die opferung auch gestalten.
manchmal ist es sehr traurig, daß ich so wenig religiös
bin. so ein glaube vermittelt kraft, nimmt einem die
verantwortung ab und ist bestimmt, wenn man ihn richtig
betreibt, sehr beschäftigend. außerdem lernt man andere
menschen kennen, andere gläubige, opfer. auch für die
allgemeinbildung ist so ein glaube gut. für die anatomie
beispielsweise. wo sitzt das zungenbein? was passiert, wenn
das beschädigt wird? wie lange lebt ein mensch mit kaputtem
zungenbein? ist es möglich, rippen nach außen zu brechen?
solche sachen.

and now for something not so completely different.
ich werde die gutachten, die im laufe der zeit über mich
angefertigt wurden, meiner gefährtin zum kopieren mitgeben
und die kopien dann nach k. schicken und einen
gesprächstermin vereinbaren.
in einem gutachten steht:
„ ... erhebliche Gefährdung der EF liegt vor. Aufgrund der
Dauer der Erkrankung und der Arbeitsunfähigkeit sowie
bedingt durch die strukturelle Persönlichkeitsakzentuierung
begründet sich die erhebliche Gefährdungslage der
Erwerbsfähigkeit.“
da wird mir ja gleich blümerant. ich hatte ganz vergessen,
daß ich kurz vor der rente stehe. und auch hier tut sich
die frage auf, wieso ich davon nix mitkriege, wenn es doch
angeblich soooooooooo schlimm um mich steht.
und was heißt da „strukturelle
Persönlichkeitsakzentuierung“ ?! sowas setzt schließlich
eine, wie auch immer geartete, persönlichkeit voraus. sowas
muß man ja erstmal haben und um es strukturieren zu können.
ich meine, da lebt man jahrelang so vor sich hin und ahnt
nix böses und dann das. plötzlich hat man eine
persönlichkeit! und auch noch mit strukturen drin!
vielleicht so, wie die strukturen in einem gut gefüllten
sputumbecher! ist persönlichkeit heilbar? oder
chronifiziert das irgendwann?!

*philosophier*
im prinzip, im moment und in der aktuellen stimmung ist es
mir egal. ich würde gern für geld arbeiten, aber ich nehme
das geld auch ohne arbeit, wenn es nur reichlich ist. vor
nicht allzulanger zeit war das umgedreht, da legte ich wert
auf die tätigkeit. aber ossis sind lernfähig ! it’s not a
trick. it’s a zoni!
arbeitslosigkeit ist angewandte marktwirtschaft. unser
bundesschröder verunglimpfte das als „mitnahmementalität“.
aber wieso sollte der einzelne vor dem zurückschrecken,
was SIEMENS, VODAPHONE, VW, OPEL und andere vormachen?
die welt ist schlecht. und ich bin einer von 6 milliarden.
auf mich kommt es nicht an, kinder habe ich nicht, will ich
nicht. ich muß für niemanden als mich selbst verantwortung
tragen. und für die katze natürlich. */philosphier*

kinder.... meine gefährtin sagt, ich würde bestimmt einen
guten vater abgeben. und ich würde bestimmt eifersüchtigst
über das kind wachen, damit ihm nichts schlimmes
widerfährt. möglich. aber wer will das denn? was ist das
denn für eine welt, die ich dem kind hinterlasse? nein.
keine kinder. mein familienzweig wird mit mir aussterben.
es gibt nichts, das an ihm erhaltenswert wäre. so gesehen
bin ich zwar einer von sechs milliarden, aber auch der
letzte meiner art. (für die emotionalen da draußen: denkt
an den zeichentrickfilm „Das letzte Einhorn“ und viel spaß
beim weinen) was für ein glück, zu leben. (im übrigen
empfand ich den glühenden stier im vergleich zu dem einhorn
immer als die viel tragischere figur)


irgendwann in diesem monat gibt es einen markt, eine v-e-r-
n-i-s-s-a-g-e, freunde der kunst, und meine gefährtin sähe
es gern, wenn ich zu diesem anlaß ein hemd trüge. das
letzte mal gewandete ich mich derart, als die großmutter
meiner gefährtin ins grab gelassen wurde.
ich schlug ihr ein t-shirt vor, das grüne „Express
Yourself“-t-shirt von TYPE O NEGATIVE, das mit den pillen
und der rasierklinge und dem strick als backprint,
weil „Express Yourself“ IMHO zur kunst paßt, wie ....
irgendwas eben, das gut zueinander paßt. aber meine
gefährtin sagte mit verklärtem blick, hemden würden mir so
gut stehen (sie sagt auch, in weißen t-shirts sehe mein
kreuz soooooooo breit aus. [ich glaube ja, sie braucht eine
brille. aber sags nicht weiter.] ) und da dachte ich mir,
ich könnte das t-shirt unter dem hemd tragen und das hemd
bei gelegenheit ausziehen, denn mit sicherheit wird der
raum viel zu warm für mich sein. außerdem fällt dieses t-
shirt stärker auf als ein schwarzes hemd und das wiederum
kommt meinem ego entgegen. zudem wird es die kundschaft
aufmerksam machen und so möglicherweise den verkauf
befördern. ich bin nicht raffgierig. ich möchte nur
irgendwann mal auf demselben hohen niveau wie alle anderen
jammern können.
*singt* Für mich solls rote Roooooosen reeeeeeeegnen, mir
sollen sämtliche Wunder begegnen... */singt*

gestern habe ich mit einem doppelt faustgroßen stein aus
der bretagne solange auf mein bein eingeschlagen, bis das
kribbeln aufhörte. und weil es kurz danach wieder begann,
schlug ich wieder drauf ein. auf das bein und meinen li.
UA. sowas ist abendfüllend. blutergüsse habe ich aber
nicht. zumindest an arm, soweit ich das beim duschen sehen
konnte. die beine habe ich nicht angesehen. niemand sieht
sowas gern.
das ist eigentlich gar kein kribbeln, sondern wie das
gefühl beim achterbahnfahren wenn der wagen in die tiefe
fällt, nur eben nicht im magen sondern am schulterblatt, in
den armen, beinen, im unteren teil des rückens. oder wie
angst, die in den magen fährt, eben in den beinen usw. für
die stelle am schulterblatt könnte ich einen hammer
verwenden. vielleicht fühlt muskeldystrophie sich so an?
wer weiß? wenn ich irgendwelchen kleinkram frickeln muß,
dann werde ich unruhig, und das fühlt sich auch so ähnlich
an. keine ahnung, was ist, so ein kribbeln, kitzeln,
streicheln – irgendwas, das mich zwingt, mich zu bewegen
und wegzugehen. vielleicht muß ich ja vor irgendetwas
weglaufen? vielleicht pathologisiere ich schon wieder?