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2004-10-04 09:52:10 (UTC)

u.a. rententräger, schreibth.

hallo welt! drehst du dich noch immer?
gestern waren wir auf einem flohmarkt. ich hatte nichts zu
verkaufen. ich besitze nichts, das ich loswerden wollte.
ich besitze nur die bücher, die mir gefallen, sie zu
verkaufen würde mir das herz brechen.
auf selbstverletzung.com habe ich von der
symptomverschiebung gelesen, die auftritt, wenn einer die
finger von der klinge läßt. es treten auf : süchtiges
veralten (übermäßiges essen, trinken, medikamenten-
drogenmißbrauch), fremdaggressionen, psychosomatische
beschwerden, „richtige“ erkrankungen und dann wars das. ich
denke, ich wechsle allmähich vom süchtigen zum
fremdaggeressiven verhalten. zieht euch warm an. da ich
zuviel freie zeit habe, habe ich begonnen, perlen auf
perlonfäden zu fädeln. mich erstaunt, daß ich unruhig
werde, wenn ich keine perlen mehr zum fädeln hier habe.
macht fädeln süchtig? ich schaffe zwei ketten am tag und
habe, wenn man von durchschnittlich 20 euro als preis für
die fertige kette ausgeht, acht entwürfe, sieben planungen
und 5 fertige ketten hier. macht einen verkaufswert von 400
euro. weil die aber auf dem weihnachtsmarkt verkauft
werden, erhöht sich der preis um fünf auf fünfundzwanzig
euro. pro stück. summa summarum 500 euro. am zehnten
oktober ist findet ein markt statt. den kann man als test
benutzen. heute ist der vierte. bleiben noch sechs tage,
macht zwölf weitere ketten. theoretisch. denn meine
tennisellenbögen habe sich gestern eindrucksvoll
zurückgemeldet, als ich die kisten der anderen schleppte.

bei schreibth. war ich und sie sagte, mein manuskript sei
zu lang. der leser würde es nicht lesen weil es zuviele
seiten, zuviel text beinhalte. ich sehe das anders.
entweder das zeug ist gut und der leser wird es deshalb
lesen, oder es ist schlecht und dann unwürdig,
veröffentlicht zu werden. wenn es gut ist und der leser
läßt sich von seitenanzahl abschrecken, ist er das zeug
nicht wert. wenn es schlecht ist, ist es nicht wert,
veröffentlicht zu werden. mittelmaß ist indiskutabel.

zurück zu den ketten. das schöne am fädeln ist die
kontrolle, die ich ausübe. ich plane, ich fädele, ich
entscheide was, wann, wie und ob überhaupt etwas entsteht.
kein anderer als ich hat einfluß auf das, was ich tue.

am mittwoch ist der termin für meinen besuch beim
rententräger. zwecks arbeitsreha. was den drang zur klinge
verstärkt. er ist vorhanden, nur gebe ich ihm nicht so
leicht wie früher, nach. zu wenig haut übrig. eine frage
des kontrollverlustes vielleicht. ich weiß nicht, was der
rententräger machen wird, wie ich mich verhalten soll. nun,
ich werde erstmal noch einen kaffee trinken und wach
werden.