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2004-09-16 18:20:41 (UTC)

persona non grata - nachtrag

nachtrag zu gestern:
es ist nicht nur meine paranoia, die, häßlich und gemein
mir im rücken sitzend sagt, th. hätte die schreibth.
gebeten, mir zu sagen, sie habe meine schreibe trotz
termins nicht gelesen. es ist auch mein aufgeblähtes,
ehrfurchtheischendes ego, das mir sagt, die welt drehe sich
um mich und ich sei ihr mittelpunkt. das mir sagt, wegen
mir und nur für mich allein besteht ein ränkespiel, weil
ich für der welten lauf unentbehrlich bin,
weil ich großartig bin, weil die welt sich in meinem
abglanz sonnt.

mein anderes ego, das miniwinzigquietschpiepskleine sagt:
sie las es nicht, weil sie einen blick hineingeworfen
hatte (als ich dabei war, ich habe es gesehen) und es als
so öde, langweilig (und vielleicht so wenig
hervorstechend) empfand, daß sie’s deshalb vergaß.

die ratio spricht:
sie hat es vergessen, weil sie jede menge andere sachen zu
tun hatte, außerdem liest sie es nebenbei, neben ihrer
regulären tätigkeit als therapeutin, und ich bin nicht ihr
klient, also gehen ihre klienten vor und weil sie’s nicht
gelesen hat, hat sich sich auch noch kein urteil darüber
gebildet.

eine mitte gibt es nicht. mitte, mittelmaß,
hafergrützgraues von-jedem-ein-bißchen, ist mir
unerträglich.
laß es scheußlich sein, laß es schön sein, solange es nur
großartig ist.
eine mitte gibt es nicht im fühlen und die ratio, wiewohl
wahrscheinlicher, tröstet mich nicht, denn in der welt ist
das, was wir fühlen, realer als das, was wir wissen und
messen und sehen und riechen, also mit unseren sinnen
erfahren können.


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