/me

2004-08-10 13:04:11 (UTC)

/m'era luna

CHRISTIAN DEATH, „Sexy Death God“

das beste konzert des M’ERA-LUNA-festivals war zweifellos
der gig von ANNE CLARK. the audience war außer rand und
band und die künstlerin wohl den tränen nahe ob dieser
begeisterung. es war, als sei frau CLARK niemals weg
gewesen. sie spielte fast auschließlich neue stücke. sie
hat es nicht nötig, altes material zu präsentieren weil das
neue dieselbe hohe qualität besitzt. ihr gitarrist, ein
normal aussehender mann mit so einer gitarre wie man sie in
pfadfinderlagern in der nähe des lagerfeuers vermutet,
begann, mit dieser klampfe in der hand in der manier eines
deathmetalgitaristen zu moshen. unglaublich.
ich tanzte zur musik und es gab beinahe einen toten. so
einen gnom von wohlwollend geschätzten 165 cm länge und
vielleicht 55- 60 kg gewicht, der sein maul nicht halten
konnte und mir so das konzert zu versauen drohte. das erste
ding, was ich kaufte als ich westgeld in händern hatte, war
die ANNE-CLARK-lp „The sitting Room“ und seit etwa 15
jahren warte ich auf eine gelegenheit, ANNE CLARK live zu
erleben. und da hört dieser wichser nicht auf, sich mit
seinen nachbarn lautstark zu unterhalten. er mußte laut
reden, weil wir in der dritten reihe vor der bühne standen.
irgendwer drehte sich um und sagte ihm, er solle ruhig
sein. der gnom ignorierte es. und nachdem ich viele male
den impuls, dem typen meine faust mitten ins gesicht zu
schlagen, unterdrückt hatte, ging ich zu ihm, legte meine
linke hand um seinen hals, platzierte den daumen auf seinem
kehlkopf und fragte ihn, wieso er zu diesem konzert
gekommen ist, wenn er sich doch nur unterhielte. er sagte,
er könne das konzert optisch hören. was immer das sein mag.
ich überlegte, wieviel zeit die security brauchen würde, um
über die absperrung zu mir zu gelangen und mich am
verprügeln des wichsers zu hindern. jedenfalls war er,
bilde ich mir zumindest ein, als ich ihn wieder verließ,
etwas ruhiger als zuvor.
diese situation war ausweglos. er würde seinenen mund
nicht halten und er reagierte nicht auf verbale
zurechtweisung was das komzert störte. wenn ich ihn
bewußtlos gewürgt hätte, hätte ich das konzert verlassen
müssen und hätte es nicht erleben können. es gab keine
möglichkeit, die situation befriedigend zu lösen und sowas
macht mich hilflos.
es gibt musik, der ich gestatte, mich emotional tief zu
berühren und wenn ich dabei gestört werde, wenn ich das
wagnis der emotionalität eingehe, ist das gefährlich für
die störquelle.

das zweitbeste konzert war der gig von FAITH & THE MUSE.
herr FAITH stand ruhig und gelangweilt wirkend auf der
bühne, genauso wie die bassistin. einzig in MONICA RICHARDS
schien leben zu sein und sie untermalte die lieder mit
entsprechend theatralischen gesten.

beinahe gleichauf war der gig von THE ETERNAL AFFLICT. CYAN
wurde allerdings mit der hitze nicht fertig und war schnell
erschöpft. mein eindruck war, daß er seine lieder nicht nur
singt, sondern emotional durchlebt, was bei titeln
wie „Daughters of Guyon“ ohne frage sehr anstrengend ist.

leider gab es weder von FAITH & THE MUSE noch von THE
ETERNAL AFFLICT und ANNE CLARK irgendwelche devotionalien
zu kaufen. die neue TEA cd sollte angeblich vor dem
offiziellen VÖ auf dem festival
erhältlich sein, aber entweder stimmte das nicht oder sie
war schon auisverkauft als wir den merchandisestand
erreichten.
so kaufte ich ein t-shirt von TYPE O NEGATIVE, das die
rückseite des „ The Origin of Feces“- inlays zeigt und cds
von CHRISTIAN DEATH ( „Sexy Death God“, „Atrocities“, „Sex
and Drugs and Jesus Christ“ und die „Still Life“-cd von
ANNE CLARK.

die sonne schien jeden tag ohne pause in jeder stunde. es
gab nicht eine wolke und am samstag hatte ich eine kleine
überhitzung mit kopfschmerzen und übelkeit, weswegen ich
mir so ein tuch in art eines piraten um den kopf band
nachdem ich es mit wasser getränkt hatte.
meiner gefährtin widerfuhr dasselbe am sonntag, aber sie
vermutete die ursache in den Hot Dogs die wir aßen und die,
unmöglich das es je anders wäre, äußerst lecker waren.
meine arme sind braun weil ich die t-shirtärmel
hochgekrempelt hatte. an einem stand wollte ich ein t-shrit
von „Nightmare before christmas“ kaufen, es war blurot mit
weißem motiv (Jack Skeleton?). ein verkäufer sagte „Das
sind aber alles girlies.“ und der andere verkäufer, mich
lüstern musternd, entgegnete „Das ist doch egal, genug
muckies hat er ja“

meinem bruder habe ich ein badewannenentchen mitgebracht,
eine „Devil Duckie“, in schwarz, mit roten teufelshörnern.
die werde ich ihm morgen bringen. ich habe ihm bereits
mitgeteilt, daß ich ihm ein geschenk mitgebracht habe „Es
ist schwarz und aus Latex und man kann es allein oder zu
zweit benutzen.“.

warum kann das rl nicht auch so wie ein festival sein?
bestimmt von gegenseitiger achtung und gegenseitiger
akzeptanz und gegenseitigem respekt.

die mädels waren lecker, nackt oder in fetischklamotten,
die männer waren ähnlich gekleidet, mit ausnahme des EBM-
front, die in semimilitärischer klamotte herumlief und
stärke und männlichkeit auszuströmen versuchte. es roch
nach testosteron. die vereinigte lesbenfornt war ebenfalls
zugegen. und auch sie roch nach männlichkiet und härte.
sonst waren das noch jede menge wounded beauties, also
mädels, die ausehen wie die inkarnation des gothic, ohne
allerdings albern zu wirken. prominenz war ebenfalls
reichlich vorhanden in brautkleidern und reifröcken usw.
wem‘s gefällt...

auf der fahrt dorthin fuhr lange zeit ein wagen aus
frankreich vor uns, dessen insassen ihr zufällig neben uns
aufschlugen und die wir zufällig auf dem rückweg auf der
autobahn wiedertrafen.
das festival war gewohnt friedlich und ist jedem zu
empfehlen, der angst vor menschen hat oder sich nicht
traut, so herumzulaufen, wie er sich wohlfühlt.
wir hatten kaum kontakt zu anderen festivalgästen,
abgesehen von zwei mädels die mich fragten, ob ich ein
t-shirt anprobieren würde, sie hätten es für einen freund
gekauft, der ungefähr meine statur hat. tat ich.

sollte ich dieses M’ERA LUNA benoten, würden die noten so
ausfallen:

organisation: 2
hygiene: 2
auswahl der stände: 2
vielfalt der angebotenen waren: 4
musikauswahl: 2
stimmung: 2
verhalten der security: 2

es gab duschcontainer und WCs, getrennt nach x und y.
allerdings suchte ich auch schonmal die mädchentoilette
auf, wenn die schlange an der männertoilette zu lang war.
was mir verstörte blicke von seiten der geschlechtsgenossen
einbrachte.
insgesamt war das festival sein geld wert und ich kann
jeden, der nicht dabei war, nur bedauern und für nächstes
jahr eine empfehlung zum besuch des M’ERA LUNA aussprechen.