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2004-06-06 13:46:40 (UTC)

das übliche wehklagen

„Hoc est signum corpus meum“ – das ist mein fleisch
ich habe versucht, an dem buch weiterzuschreiben. aber
irgendwie kommt nichts dabei heraus. seit Freitag bin ich
nur am essen. ich werde von starken hungergefühlen geradezu
überwältigt, obwohl ich gar nicht hungrig sein kann. das
fängt immer damit an, das ich eine scheibe brot esse. die
ist dann ungewöhnlich lecker und eine zweite muß sein. und
dann spielt es keine rolle mehr, ob ich eine dritte, eine
vierte esse. und weil ich dann einen anderen geschmack
haben muß, esse ich etwas süßes, bis mir die süße auf die
nerven geht, was etwas herzhaftes nach sich zieht. usw. ich
stopfe mich voll, weil ich mich als fett und widerlich
empfinde und mich dafür strafen muß. nur weiß ich nicht,
welches ziel ich damit verfolge, indem ich mir selbst immer
wieder zeige, wie widerlich und ekelhaft und erbärmlich und
armselig ich bin. nicht nur im aussehen, sondern als
person, im ganzen, grundsätzlich. wenn ich hingegen aus der
schmiede komme und die muskeln aufgepumpt sind und das t-
shirt über der brust spannt, dann fühle ich mich
unüberwindbar und machtvoll, als etwas stabiles,
manifestes. als jemand, mit dem man sich besser nicht
anlegt, dem man aus dem weg geht, den man nicht reizen
sollte. dann fühle ich mich sicher, in mir ruhend, als
seien 38 cm oberarm unüberwindbar. (ja, ich bin so eitel
und habe nachgemessen. und wenn die arme aufgepumpt sind,
kommt bestimmt der eine oder andere zentimeter dazu).
mein konto ist im soll und zwar etwa um den betrag, den ich
für die monatskarte für die fahrt zur schmiede ausgegeben
habe. mein magen ätzt sich die speiseröhre hinauf, eine
folge des beinahe unablässigen essens. schneiden. das wäre
mal was.
„Hoc est signum sangre meum“ – das ist mein blut