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2004-05-24 10:51:26 (UTC)

schwarz und weiß und grau

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ich war beim arzt. eigentlich wollte ich zu psydoc aber der
ist wohl selbst noch immer krank. seine kollegin stellte
zwei überweisungen aus (augenarzt, weil die kopfschmerzen
durch eine falsche glasstärke ausgelöst werden können. ich
weiß seit monaten, daß ich dickere gläser brauche und
neurologe um die ursache endgültig abzuklären.
neurologentermin habe ich am 03.06.04. ) ihre diagnose
lautet auf „unklare cephalgien“. und sie meinte, meine
schilderung höre sich nach migräne an. sollte sie recht
behalten, hätte ich die migrämne von meiner mutter geerbt.
in der nacht haben die schmerzen mich geweckt. sie waren in
den nacken gewandert und ich wußte, wenn ich jetzt
aufstehe, werden sie erst richtig ausbrechen. natürlich bin
ich aufgestanden, ich weiß nicht, wieso. und dann brach die
hölle los. in solchen momenten wünschte ich, ohnmächtig zu
werden, was aber nicht passiert. ich habe meine finger
solange und so tief in die stahlharten nackenmuskeln
gegraben, bis der schmerz nachließ. linksseitig nlieben die
schmerzen dann weg, rechts wurden sie etwas stärker.
irgendwann stand ich auf und gönnte mir ein 400er
Ibuprofen, das wenig nützte. plötzlich wurde ich von meiner
gefährtin geweckt. mir war, als hätte jemand mich
ausgeknipst. ich habe gar nicht mitbekommen, daß ich
eingeschlafen bin. da ich weiß, daß diese art schmerzen
aufhören wenn der blutdurck in den keller geht, habe ich
versucht, den carotis-sinus-reflex auszulösen. ohne erfolg.
ich schlug auf den hals ein, vergrub meine finger darin.
wie schlimmste zahnschmerzen, nur eben im kopf. pulsierend,
von jeder bewegung verstärkt. liegen geht eigentlich nicht,
sitzen nur wenige momente. herumlaufen ist ebenfalls
unwirksam.
heute habe ich noch frei. gestern hätte ich um ein haar th.
angerufen, weil ich nicht wußte, ob ich heute frei nehmen
und zum arzt gehen, oder wie üblich arbeiten gehen sollte.
dann sprach ich der schmeide jedoch auf den AB, ich würde
heute zum arzt gehen. th. rief ich nicht an, stattdessen
sprach ich mit meiner gefährtin. in dem zustand von heute
morgen hätte ich ohnehin nicht arbeiten können.
mit dem typen von meinem rententräger habe ich gesprochen
um einen anderen termin auszumachen. er will sich bei mir
melden. per brief.
im moment bin ich unschlüssig, ob ich das praktikum
weiterführen soll, denn die fragen die ich hatte, wurden
beantwortet: metallbauer ist nicht mein beruf. er ist
schön, aber ungeeignet für mich. insofern könnte ich das
praktikum beenden. andereseits tut es mir gut, zu arbeiten.
jedoch kann ich in der zeit, die ich in der schmiede
verbringe, mich nicht um alternativen kümmern.
vielleicht bringt ja irgendwer eine berauchsanleitung für
das leben heraus. dann fielen solche entscheidungen mir
leichter. sinnvoller wäre es bestimmt, das praktikum zu
beenden und sofort ins BIZ zu gehen um mich in den
berufemappen umzusehen und umgehend einen termin mit der
berufsberatung auszumachen. wenn ich aber zuviel freie zeit
habe, fresse ich den ganzen tag und werde fett und träge.
es gibt das sinnvolle, das angenehme, das unangenehme. aber
welches davon ist das richtige?
ich bin so müde und es beschämt mich, keine innere stimme
zu haben, die mir sagt, was zu tun ist. vielleicht sollte
ich anders an die sache herangehen.

wie lautet das ziel? – arbeit zu finden.

was ist zu tun? – eine ausbildung zu machen.

alternativen? – unbekannt.

trägt die aktuelle situation zur erreichung des zieles
bei? – eher nicht.

sollte die aktuelle situation verändert werden? – ja.

also sollte ich in der schmiede anrufen und mich
verabschieden. andererseits könnte ich weiterhin dort
arbeiten und freitags ins BIZ gehen um mich zu informieren.

wie kann man sich nur so dämlich anstellen? wie kann man
nur so unbeholfen sein?! ich könnte mich verabschieden oder
dort bleiben bzw. dort bleiben UND ins BIZ gehen. schwarz-
weiß-grau. zuviel. unklar. entweder/oder plus sowohl/als
auch.
ich könnte auch sagen, solange wie ich schon arbeitslos
bin, kommt es auf zwei wochen mehr nicht an. andererseits
sind diese zwei wochen dann verloren. vielleicht kommt es
ja doch darauf an? stupid fuckwit! wieso muß das bei mir
immer so kompliziert sein? wie gehen andere vor? wie machen
die das? ätzend. bliebe ich zu hause, würde ich das geld
für die fahrtkarte sparen. und würde möglicherweise zwei
wochen gewinnen.
ich werde das mit meiner gefährtin besprechen. peinlich
sowas. erniedrigend, beschämend. mein pflichtgefühl steht
mir im wege. ich fühle mich der schmiede gegenüber
verpflichtet, außerdem tu6t es mir gut, zu arbeiten. jedoch
kann ich, wenn ich dort arbeite, meine angelegenheiten beim
arbeistamt nicht regeln.
aber vielleicht kann ich diese woche ins arbeitsamt gehen
und das praktikum quasi pausieren lassen um dann, während
ich auf termine warte, dort arbeiten gehen? diese klösung
wäre genauso grau wie das sowohl/als auch-ding.
was ist nur los?! ich muß das besprechen. vermutlich sind
genau das die probleme, die mit th’s besprochen werden. es
geht darum, die in einer pro-und-kontra-liste
niedergelegten argumente zu gewichten und genau das ist,
was ich nicht kann. ich kann die dinge augzählen und so
eine liste schreiben, aber ich kann die argumente nicht
gewichten.
im monet stehen mir die ganzen blöden dinge vor augen, die
mir in den paar tagen in der schmiede widerfahren sind, all
die peinlichkeiten und die unordnung die mich über gebühr
aufregt, das außerhalb-der-gruppe-stehen. das wiegt
genausoviel wie die schönen dinge, das arbeiten, die
straffung der muskulatur, die müdigkeit am abend. dem
ganzen steht der umstand gegenüber, daß die schmiede mich
dem ziel (neuer job) nicht näher bringt. alles wiegt gleich
viel, ist gleich viel wert. ich weiß nicht, was ich machen
soll.