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2004-05-23 13:13:36 (UTC)

pflichtgefühl versus kompensationsfähigkeit

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seit einer woche habe ich wieder diesen kopfschmerz hinter
der linken augenbraue, genau da, wo die narbe sitzt, die
mir anläßlich einer gehirnerschütterung gewachsen ist.
liegt bestimmt am wetter. nunja. ab morgen ist wieder für
mndestens vier tage sendepause. ich weiß nicht, zu welchem
fühlen ich mich entschließen soll, dem, das mir sagt, das
praktikum sei zwar eine nette spielerei, ändert aber nichts
an meiner situation, oder dem, das mir sagt, durch das
praktikum fülle ich meine leere zeit und muß nicht immer
soviel grübeln. beide empfindungen haben recht, fühlen sich
aber unterschiedlich gut bzw. schlecht an.
eine überlegung bezüglich meiner zuküntigen beruflichen
tätigkeit geht in richtung webdesign (ich weiß, wie
lächerlich das klingt). im statdanzeiger lese ich immer
häufiger inserate, in denen das erstellen von homepages
angeboten wird und ich denke, eine programmiersprache zu
lernen ist im prinzip dasselbe, wie eine fremdsprache zu
erlernen. zudem gibt es soviele hp’s in so untershiedlicher
qualität, daß auch für mich ein stück vom kuchen abfallen
sollte. und auch das erstellen von webpages ist etwas
kreatives. mein beruf sollte also kreativ sein, wenig mit
direktem kontakt zu menschen zu tun haben.
th. versucht recht beharrlich, mich zum schreiben zu
bringen, sagt, zu scjreiben sei in gewisser weise ein
handwerk, dessen grundstrukturen man lernen könne. ich bin
mir nicht sio ganz sicher, ob sie vielleicht nur versucht,
mich, was das anbelangt, so zu formen, wie sie mich gern
hätte. sprich, ich bin nicht sicher über ihre ziele.
mein linkes auge tränt, als sei zuviel druck drauf. kann es
sein, daß durch die narbe irgendeine verwachsung entstanden
ist, die den tränenabfluß behindert? gestern hatte ich
soigar das empfinden, als liefe meine nase. zu schneuzen
wage ich bei dieser art malaise nur selten, weil es sich
dann immer anfühlt, als würde der die linke stirnseite
herausgesprengt. ohne eine erhöhung des druckes fühlt es
sich eher an, als habe man eine stickstoffgekühlte, eiserne
brechstange von vorn und oben hinter den augauipfel
gestoßen um die augenhühle herauszubrechen. ist nicht
sonderlich angenehm, aber ich kann mich daran gewöhnen.
beunruhigend finde ich nur den gedanken, daß möglicherweise
irgendwas mit dem auge nicht stimmt und ich linksseitig
erblinde. oder daß ein tumor dahintersteckt. irgendwas
also, das mich hilflos machen wird. im zweifel liegt es am
wetter, denn das kann sich nicht wehren. es könnte
natürlcih auch eine art spannungskopfschmerz sein, denn der
linke ancken und die linke schulter schmerze ebenfalls.
doch was hier ursache und was wirkung ist, ist, im moment
zumindest, nicht feststellbar. so ein körper ist schon
verwirrend. einerseits hoch belastbar, andererseits hoch
anfällig gegenüber störungen.

th sagt natürlich, die suche nach einem job mit möglichst
wenig menschlichem kontakt sei bestimmt nur eine art
vermeidung. na und? für mich sind solche kontakte
problematisch, ich leide jedoch nicht darunter, daß ich
diese kontakte nicht habe. im gegenteil, ich fühle mich
wohl, wenn ich allein sein kann und allein vor mich hin
arbeiten kann. wäre ich jemand, der unbedingt unter
menschen sein will, das aber nicht kann UND(!) unter diesem
unvermögen leidet, dann wäre ich für hilfe wie th sie mir
diesbezüglich nachdrücklich anbietet, dankbar. aber so...
ich will nicht unter menschen sein, menschen machen mir
angst, ich verstehe sie nicht, sie sind mir fremd, ihre
welt ist mir oft zuwider.

später.
meine gefährtin sagt, das linke auge sei etwas dicker als
das andere. mittlerweile dehnt sich der schmerz aufs ohr
aus, was sehr unangenehm ist, nacken und schulter und arm
links fühlen sich seltsam schwer an, die linke
gesichtshälfte fühlt sich an wie nach einem zahnarztbesuch,
wenn die betäubung gerade nachzulassen beginnt. bzw. wie
wenn man zahnschmerzen hat und zwischen dem pusieren des
schmerzes so ein leichtes betäubungsgefühl zu bemerlen ist.
es ist wie zahnschmerzen im kopf. überdies ist ein ganz
leichtes schwindelgefühl feststellbar. ich denke, ich werde
morgen zu psydoc gehen und das mal untersuchen lassen. denn
ich finde es beunruhigend. ich vermute eine entzündung
irgendwelcher nerven. die schmiede anzurufen um
mitzuteilen, daß ich morgen nicht arbeiten kommen werde,
ist mir unangenehm. hier ist eine entscheidung zu treffen.
ist meine besorgnis und beunruhigung schwerer zu werten als
meine zusage, dort vier wochen lang zu arbeiten? wäre ich
in der lage zu arbeiten? ja, ich müßte nur langsamer
arbeiten und die qualität würde leiden. mein pflichtgefühl
drängt mich, morgen in den zug zu steigen. pflichtgefühl
kontra selbstfürsorge. pflichtgefühl kontra „bin ich
vielleicht nur übertrieben ängstlich?“. hilfreich wäre,
wenn irgendwer mir sagen könnte, was ich tun sollte. denn
kompensierbar wäre die störung durchaus, ich weiß nur
nicht, ob es gut wäre, sie zu übergehen und ich habe den
verdacht, das es sinnvoll wäre, einen arzt aufzusuchen,
vielleicht wäre es auch nur therapeutisch gesehen sinnvoll.