/me

2004-05-10 12:46:58 (UTC)

beispielhaft

wieso ist es für mich so schwer, bei diesem schmied
anzurufen und ihn zu fragen, wie der bahnhof in seiner nähe
heißt?! wie kann man sich denn so bescheuert anstellen?!
ist doch lächerlich. natürlich habe ich dort angerufen,
aber bis ich mich durchgerungen hatte! offensichtlich gehen
fähigkeiten wie das aufnehmen von kontakten verloren.
immer, wenn ich andere fragen muß, wenn ich von anderen
etwas will, würde ich mich lieber entleiben als eine bitte
zu äußern. zu bitten heißt : ich kann mir selbst nicht
helfen, ich bin schwach, dumm und klein. ginge es um etwas
großes, sagen wir mal, keine ahnung, etwas ungewöhnliches
eben wie das steuern eines unterseebootes oder sowas in der
art, wäre es mir weniger peinlich, aber hier geht es um
eine zugverbindung, um den richtigen bahnhof, der mich an
meine grenze stoßen läßt. ist sowas normal? von [heimatort]
nach hier zu fahren, 300 oder 400 km mit dem zug quer durch
die republik zu gurken, das geht, sogar mit umsteigen, aber
eine strecke die vielleicht 30 minuten lang ist, zu deren
bewältigung ich nicht mal umsteigen muß, wo es nur darum
geht, pünktlich zu sein, die macht mich fertig. also geht
es um pünktlichkeit, um das erfüllen einer erwartung, um
das urteil das aufgrund meiner fähigkeit die erwartung zu
erfüllen, über mich, als person versteht sich, im ganzen,
gefällt wird. ich komme nicht einfach nur spät. ich bin ein
schlechter mensch, ein totalversager, weil ich es dann
nicht geschafft habe, mich rechtzeitig in einen zug zu
setzen. aber gut, ich habe angerufen und habe gefragt. was
zeigt das? das zeigt meine unvermögen, ein so simples
problemchen selbständig zu lösen. kaum tritt eine
winzigkleine schwierigkeit auf, bin ich auf fremde hilfe
angeweisen und ich bin sicher, das der typ am anderen ende
der leitung amüsiert gegrinst hat, weil ich ihn fragen
mußte, wie der bahnhof heißt. theoretisch betshet die
möglichkeit, daß der typ nett ist weil er vielleicht
gedacht hat, ich sei ein kunde. aber“ ich bin kein kunde,
ich bin jemand, dem 30 minuten zugfahrt an seine grenze
treiben, den ein paar haltestellen hilflos machen.
und wozu tue ich mir das überhaupt an? ich meine, leben
soll doch spaß machen. wenn es keinen spaß macht, was soll
ich dann mit dem leben? ich lebe doch nicht, um mich
ärgern. irgendwas in meinem kleinen hirn ist das wohl
fehlerhaft verknüpft. so kleinkram macht mich fertig. er
ist nicht grandios genug, ist zu gewöhnlich.
laß es wunderschön sein, laß es abscheulich sein, wenn es
nur grandios ist. es muß doch andere dinge geben, als immer
nur rom niederzubrennen.
möglicherweise wird das praktikum interessant. andererseits
habe ich nichts zu verlieren, trage keine verantwortung.
somit gibt es nicht, womit ich hervorragen könnte, damit
gibt es nichts, das grandios wäre und somit gibt es kein
ziel. ohne ziel kann ich nicht sein. ich gehe nicht raus
ohne ziel, ich lese kein buch ohne ziel, ich trinke nicht,
esse nicht, schreibe nicht ohne ziel. die vielleicht in
aussicht stehende ausbildung ist kein ziel, sie ist ein
schritt auf einem weg der im nirgendwo endet. das ist wie
die fahrerlaubnis zu machen ohne die gewißheit zu haben,
hinterher ein auto zu besitzen. das ist gemüse kaufen ohne
einen topf zu besitzen in dem man daraus eine leckere suppe
kochen könnte. eine investition ohne zweck.

wieviel gequirlte scheiße aus so einem kleinen hirn kommt.