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2004-05-01 15:35:26 (UTC)

DESNOS

www.psychotraumatologie.ch/Archiv/Tagung_01/schnydervortrag0
1.htm

In the preparation for DSM-IV, attention was focused to a
greater degree on the effect of traumatic events on early
development. Traumatic experiences have been associated
with disturbances of personality. A new condition,
tentatively entitled Disorder of Extreme Stress Not
Otherwise Specified (DESNOS), was proposed. Although not
accepted in this version of DSM, it led to the collection
of field trial data. It is hard to imagine that a complex
PTSD will not emerge in some future version of DSM. The
symptoms of DESNOS include disturbed affect & impulse
regulation; alteration in attention & consciousness;
alteration in perception of self and of perpetrator;
altered relationships with others; somatization; altered
systems of meaning. DESNOS has been shown, in the field
trials, to occur with increased frequency following
childhood abuse – especially sexual abuse.
Traumatic experiences are capable of producing a wide range
of negative reactions. The complex forms of the trauma
response are more likely following prolonged, interpersonal
and sexual violence. Traumatic events importantly interact
with normal development.
~~
Eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung kann sich nach traumatischen Erlebnissen in
einem Konzentrationslager, nach Folter, Katastrophen oder
andauernden lebensbedrohlichen Situationen wie Geiselhaft
oder langer Gefangenschaft mit drohender Todesgefahr
entwickeln. Sie kann sich aus einer PTBS entwickeln und
wird gemäss ICD-10 als irreversible Folge der extremen
Belastung angesehen. Die Diagnose darf erst gestellt
werden, wenn eine solche Persönlichkeitsänderung über
mindestens zwei Jahre bestanden hat. Sie äussert sich in
einem Muster unflexiblen und unangepassten Verhaltens, das
die zwischenmenschlichen privaten und beruflichen
Beziehungen erheblich beeinträchtigt. Typisch ist eine
feindliche oder misstrauische Haltung der Welt gegenüber,
sozialer Rückzug sowie Gefühle der Leere oder
Hoffnungslosigkeit. Häufig berichten die Betroffenen über
ein chronisches Gefühl von Nervosität, wie wenn sie ständig
bedroht wären. Viele empfinden auch mehr oder weniger
quälende Gefühle der Entfremdung.
[...]
Im DSM-IV gibt es keine entsprechende diagnostische
Kategorie. Es wird jedoch gegenwärtig diskutiert, eine
zusätzliche Diagnose einzuführen, die den komplexen
psychopathologischen Zustandsbildern Rechnung trägt, welche
bei Opfern zeitextendierter und wiederholter
Traumatisierungen nicht selten zu beobachten sind. Im
Englischen wird dieses Syndrom "Complex PTSD" oder "DESNOS"
(Disorder of Extreme Stress Not Otherwise Specified)
genannt. Die vorläufige Konzeption dieses Syndroms
schliesst eine Vielfalt von Symptomen ein, die über die
typischen Symptome der PTBS hinausgehen (z.B.
Somatisierung, Dissoziation, affektive Veränderungen).
Andererseits weisen DESNOS-Patienten charakteristische
Persönlichkeitsänderungen auf, die sich in erster Linie in
einem veränderten, gestörten Beziehungsverhalten und
Identitätserleben äussern, ähnlich wie man sie bei Menschen
mit emotional instabiler Persönlichkeit (Borderline-
Persönlichkeit) beobachtet.

Komplexes psychotraumatisches Belastungssyndrom. In mancher
Hinsicht eine Verbindung zwischen bPTBS(basalem
psychotraumatischem Belastungssyndrom) und
Victimisierungssyndrom stellt das komplexe
psychotraumatische Belastungssyndrom nach Judith Herman und
Bessel van der Kolk dar (“complex PTSD", im folgenden
abgekürzt als kPTBS). Die Folgen vor allem von schwerster,
langanhaltender und wiederholter Traumatisierung wie etwa
nach Folter, Lagerhaft und fortgesetzter Mißhandlung sucht
das kPTBS zu beschreiben. DESNOS ( = Diagnosis of Extreme
Stress Not Otherwise Specified) ist der Name der
Arbeitsgruppe für das DSM, die sich mit der Formulierung
von Kriterien befaßt. Auch die Arbeitsgruppe um das Manual
der Weltgesundheitsorganisation, die ICD, bereitet derzeit
eine diagnostische Kategorie zum “Persönlichkeitswandel
nach katastrophischen Erfahrungen" vor. In das DSM IV wurde
das kPTBS noch nicht aufgenommen. Der Vorschlag von Herman
u. van der Kolk umfaßt 7 Kriterien bzw. Symptomgruppen.

Komplexes psychotraumatisches Belastungssyndrom

1. Unterworfensein unter totalitäre Kontrolle über einen
längeren Zeitraum (Monate bis Jahre) rnit Beispielen wie
Geiselhaft, Kriegsgefangenschaft, Uberleben von
Konzentrationslagern und einiger religiöser Kulte. Weitere
Beispiele sind die Opfer totalitärer Systeme im sexuellen
und familiären Bereich, wie Uberlebende von familiärer
Gewalt, Kindesmißhandlung, sexuellem Kindesmißbrauch und
organisierter sexueller Ausbeutung.

2. Veränderungen der Affektregulierung mit anhaltenden
dysphorischen Verstimmungen, chronischer Beschäftigung mit
Suizidideen, Neigung zu Selbstverletzungen, explosiver oder
extrem unterdrückter Wut (ev. im Wechsel), zwanghafter oder
extrem gehemmter Sexualität (ev. im Wechsel).

3. Veränderungen des Bewußtseins, wie Amnesie oder
Hypermnesie für traumatische Ereignisse, dissoziative
Episoden, Depersonalisation/Derealisation, Wiedererleben
der traumatischen Erfahrungen entweder in Form intrusiver
Symptome oder in Form von ständigem Grübeln.

4. Veränderungen des Selbstbildes mit Gefühlen von
Hilflosigkeit und Initiativverlust; Scham, Schuldgefühlen
und Selbstanklage; eigener Wertlosigkeit oder
Stigmatisierung. Gefühl, völlig verschieden von anderen zu
sein (etwas Besonderes beispielsweise, Erleben äußerster
Einsarnkeit, die Uberzeugung, von niemandem verstanden
werden zu können oder nicht menschlich zu sein).

5. Veränderungen in der Wahrnehmung des Täters, wie
ständige Beschäftigung mit ihm (z. B. auch in Forrn von
Rachegedanken); eine unrealistische Sichtweise des Täters
als übermächtig (Vorsicht! Das Opfer kann die Macht des
Täters unter Umstanden realistischer einschätzen als der
Therapeut); Idealisierung des Täters oder paradoxe
Dankbarkeit ihm gegenüber; das Gefühl einer besonderen oder
übernatürlichen Beziehung zum Täter; Übernahme von
Weltanschanung oder Rechtfertigungen des Täters.

6. Veränderung der sozialen Beziehungen mit Isolation und
Rückzug, Abbruch von intimen Beziehungen, fortgesetzte
Suche nach einem Retter (kann wechseln mit Isolation und
Rückzug), ständigem Mißtrauen, wiederholtem Versagen beim
Schutz der eigenen Person.

7. Veränderung von Stimmungslagen und Einstellungen wie
Verlust von Zuversicht, Gefühle von Hoffnungslosigkeit und
Verzweiflung.

PTBS beziehungsweise PTSD: Posttraumatic Stress Disorder,
ICD-10 F43.1; DSM-IV 309.81
und die andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung“ nur im ICD-10: F62.0

F62 Andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge
einer Schädigung oder Krankheit des Gehirns
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen ohne vorbestehende
Persönlichkeitsstörung nach extremer oder übermäßiger,
anhaltender Belastung oder schweren psychiatrischen
Krankheiten. Diese Diagnosen sollten nur dann gestellt
werden, wenn Hinweise auf eine eindeutige und andauernde
Veränderung in der Wahrnehmung sowie im Verhalten und
Denken bezüglich der Umwelt und der eigenen Person
vorliegen. Die Persönlichkeitsänderung sollte deutlich
ausgeprägt sein und mit einem unflexiblen und
fehlangepaßten Verhalten verbunden sein, das vor der
pathogenen Erfahrung nicht bestanden hat. Die Änderung
sollte nicht Ausdruck einer anderen psychischen Störung
oder Residualsymptom einer vorangegangenen psychischen
Störung sein.
Exkl.: Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund
einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des
Gehirns (F07.-)
F62.0 Andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung
Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende
Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen
Ausmaßes folgen. Die Belastung muß extrem sein, daß die
Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für
die tiefgreifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht
in Erwägung gezogen werden muß. Die Störung ist durch eine
feindliche oder mißtrauische Haltung gegenüber der Welt,
durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder
Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung
wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl,
gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung
(F43.1) kann dieser Form der Persönlichkeitsänderung
vorausgegangen sein.
Persönlichkeitsänderungen nach:
- andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher
Situationen, etwa als Opfer von Terrorismus
- andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr
- Folter
- Katastrophen
- Konzentrationslagererfahrungen
Exkl.: Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)

nicht DINOS. DESNOS war es.



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