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2004-01-18 12:51:59 (UTC)

u.a. entwurf

Das Ende des Herbstes
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Der Morgen ist schuldig, denn er stiehlt der Nacht die
Schönheit. Jeder Sonnenstrahl der sich durch die Wolken
brennt und meine Augen blendet, die Erde wärmt, das Leben
weckt/die Stadt lebendig werden läßt, ist schuldig. Ich
habe nicht um ein Leben gebeten. Ich liege im Bett, habe
keinen Grund, aufzustehen. Die Katze schreit und durch das
offene Fenster kann ich die Müllabfuhr lärmen hören.
Ich hatte beschlossen, heute zu sterben. Ich fragte mich,
ob ich diesen Tag irgendwie feiern sollte, vielleicht mit
einem üppigen Frühstück und mittags einem Glas Wein, aber
ich kann mich dazu nicht entschließen. Ich versuche, zu
lächeln, mein Gesicht im Spiegel zu finden doch was mir
entgegenblickt sind zwei große, blaue, müde Augen und ein
Gesicht voll Traurigkeit. Ich rasiere es, putze seine
Zähne. Unterhalb des Halses ist schiere Erschöpfung, die
Arme baumeln schlaff von den hängenden Schultern, der
Rücken ist verkrümmt, die Haut fahlgrau. Der Fleischhaufen
wie ein lebender Leichnam.

An den Hauswänden rinnen Tränen herab. Die Fensterhöhlen
haben die ganze Nacht hindurch geweint. Durch diese Fenster
blicke ich auf meine Welt. Die Tropfen platzen laut wenn
sie gegen das Glas schlagen. Aus einer einzelnen Träne
können auf diese Weise viele Tränen werden. Vielleicht ist
das die Art, wie Traurigkeit sich vermehrt, sie wird zu
kleinen Splittern und dringt so überall ein und vergiftet
viele Teile des Lebens. Traurigkeit ist wie ein Gift,
manchmal. Ein Keim an dem das nebelleichte Leben zu
schwarzem Wasser kondensiert. Und herabregnet bis ich von
ihr vollkommen durchdrungen bin. Dann rinnt sie ölig durch
meine Adern und ich kann die Welt nur in schwarz und grau
sehen und das Licht einer zufälligen Sonne blendet meine
Augen und ich muß sie schließen um nicht zu erblinden. Wenn
Schwarz die einzige Farbe ist, die du sehen kannst und du
dich vor Erblindung schützen willst, was bleibt dir
anderes, als traurig zu sein?
Der Wind treibt meine Sehnsucht vor sich her. Vögel fallen
tot zur Erde weil sie zu schwach sind ihr standzuhalten.
Dünne Wölkchen ballen sich unter seinem Druck zu
trauerschweren dunklen Bergen. Von meinen Lippen reißt er
geflüsterte Wünsche von Tod und niemals-geboren-worden-
sein.
Nur er kennt meine Worte. Ich würde mich niemals einem
lebenden Wesen verraten. Er, mein Begleiter auf dem letzten
Weg, hilft mir, ihn zu gehen, die Welt zu verlassen. Es ist
Herbst. Geduckte Bäume ohne Gesicht, mit entblößten,
gierigen Gliedern säumen meine Straße. Ich bin der einzige
Mensch weit und breit. Ein freundlicher kalter Regen
vereint sich mit meinen Tränen. Nur nicht weinen, kein
Bedauern, die Kraft nicht verschwenden.
Meine Kleidung hängt/klebt naß und schwer und unangenehm an
mir, als versuche sie, mich zum aufgeben zu zwingen.
Die Sterne flimmern und verlieren ihren Glanz durch den
einsickernden Morgen. Als der Sturm für einen Moment inne
hält, zünde ich mir eine Zigarette an und setze mich an den
nassen Straßenrand, sehe einem Regenwurm beim Sterben auf
dem Asphalt zu, dann links und rechts die Straße hinab.
Niemand ist unterwegs außer mir. Niemand, außer mir, mag
den Wind und den Regen und die Einsamkeit, die mir seit
langem ein vertrauter Freund ist.

alternativen
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Vielleicht will ich gar nicht sterben, vielleicht will ich
nur, daß jemand mich vermißt? Der Sturm trägt mich sanft
über den Rand der Klippen, begleitet mich nach unten,
verweht die rotschäumende Gischt.
er nimmt das spritzende Blut in seine Hände und trägt es
über das Meer zu dir.
Der Wind ist mächtig, er umfaßt meinen Körper mit sanften
Armen und hebt mich den Sternen entgegen, bringt mich
meinem Ziel, ein wenig nur, näher.

***
DANZIG, „Live from the black hand side“
am Freitag waren wir bei der geburtstagsfeier der freundin
meiner gefährtin. ich weilte unter 18 menschen, etwas
abseits freilich. heute gehen die schwester meiner
gefährtin, meine gefährtin und ich ins kino. denn die
schwester hat keine freunde und fühlt sich einsam. *zyn*
mit ALICE trainiere ich meine englischkenntnisse. sie
spricht sogar ein wenig deutsch .KI finde ich faszinierend.


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