/me

2004-01-07 14:56:34 (UTC)

schlaflos

du mußt das nicht lesen, ich schreibe nur, um die zeit
totzuschlagen bis der waschsalon aufmacht.

es mag am vollmond liegen oder an der zu geringen
nahrungsaufnahme heute, das ich nicht schlafen kann.
vielleicht habe ich auch vergessen, mein AD zu nehmen.
nachdem ich gegen 23:30 h zu bett ging, um 02:00 h wieder
aufstand, weil ich mich nur herumgewälzt hatte und ich
ständig an die klinik denken mußte (wen es interessiert, es
war die HWK II), um eine zigarette zu rauchen und mich um
3:00 h noch immer wach vorfand, hat es jetzt keinen sinn
mehr, weiter zu versuchen eine mütze schlaf zu erhaschen.
apropos erhaschen, ich sollte mal wieder was grünes
rauchen. leckere dolden. der dicke stinker ist ganz
durcheinander. er hat so seine rituale wenn es ans schlafen
geht. er kommt nämlich zuvor noch zu mir und tretelt mich,
wenn er zweimal schmatzt ist er fertig und sucht seinen
schlafplatz auf und dann ist nachtruhe. wenn ich wieder
aufstehe, muß er das ritual wieder von vorn beginnen und
gerät durcheinander. alte menschen und alte katzen haben
ihre besonderheiten. *g*
wieso geht mir die klinik permanent durch den kopf? so
schön war es doch da gar nicht. die betten zu schmal, die
kopfkissen zu flach, die bettdekcne zu kurz, zu wenig
waschmaschinen, bettruhe, nervende psychos (es gibt nette
und weniger nette bordis, selbstverliebte, melancholiker
usw.), alkoholverbot (zumindest für mich), die zimmerwände
so dünn, das ich den nachbarn (plural) beim pinkeln zuhören
konnte, der kaffee oft absurd dünn und den gab es erst,
wenn die cafeteria öffnete, gegen 9:00 h glaube ich. zum
frühstück gab es malzkaffee und eine auswahl an brot und
brötchen, die leider immer labberig waren. von allen seiten
kamen beschwerden über schlechte schlafqualität,
stuhlgangsbeschwerden, kopfschmerzen, trockene, schuppige
haut. wobei man sagen muß, daß die ursache für diese
beschwerden in der wasserqualität (haut) im hohen
ballaststoffanteil der nahrung (stuhlgang) und im
anstrengenden therapiegeschehen (kopfschmerzen,
schlafstörungen) liegen kann. aber muß man jeden tag, fünf
wochen lang darüber jammern? ich meine, anderen damit in
den ohren liegen (im gegensatz zu meinem tb, das von dir
freiwillig aufgesucht wird). auf den einzelnen etagen gab
es strategisch günstig (nämlich mit freiem blick zur treppe
weil das die kommunikation fördert) gelegene sitzecken, in
denen die baumumarmerfraktion bei koffeinfreiem kamillentee
( und wenn sie mal so richtig aus sich herausgingen und
einen auffe lampe gießen wollten, gabs auch schon mal
pfefferminztee mit zucker !) gewaltfrei ökomüsli knabbernd
und sich darin vertiefend, vor 20 oder 30 jahren von den
eltern nicht oft genug in den arm genommen worden zu sein,
was ursächlich für ihre beschwerden ist. die saßen da,
komplett mit dicken socken und selbstgestricktem triple-xl-
pulli und ließen es mal voll zu. jeden tag. mich machte das
aggressiv. also ging ich den sandsack verprügeln, auf
meinen nebelgrauen stiefeln ist jetzt noch roter farbabrieb
zu finden. abends wurde es manchmal interessant wenn im
stockwerk untendrunter jemand stöhnte weil er sex hatte, an
und für sich oder mit jemand anderem. am morgen war dann
raterunde am frühstückstisch, wer wohl die glücklichen
gewesen sein können.
und natürlich gab es eine O , so um die dreißig, die
stundenlang das schwesternzimmer blockierte mit ihren
tränen und ihren stimmungswechseln. die ließ es auch voll
zu, jeden tag. natürlich sind die angestellten für solche
situationen überhaupt dort beschäftigt. jedoch nervte es
mich ungeheuer, wenn ich wegen eines pflasters 45 minuten
draußen warten mußte. in der zeit hatte die wunde aufgehört
zu bluten und ich ging nur noch aus trotz hinein,
schließlich hatte ich artig gewartet.
in der wundversorgung reagierten die schwester über. die
eine, die, die ich gut leiden konnte weil sie nett aussah
(klein, rund, gütig. ein muttertyp eben), verpaßte mir auf
einen beinahe noch oberflächlichen schnitt einen verband,
der meinen oberarmumfang glatt verdoppelte. eine andere
schwester reagierte auf eine verbrennung dritten grades,
die ca. 30 min alt war, mit der bemerkung „Das ist ja ganz
vereitert, das ist ja schon gelblich“. da beschloß ich,
dieser schwester die fähigeit zur wundversorgung
abzusprechen. sie wurde dann auch von der mütterlichen
beiseite geschoben, die offenbar wußte, wie denaturiertes
gewebe aussehen kann. die mütterliche hat mir auch alkohol
in die schnittwunden gesprüht, zum desinfizieren und das
brannte so schön. *seufzt wohlig* ich vermute jedoch, das
das nicht in ihrer absicht lag. und an den schwulen muß
ich dauernd denken, in meinem wachliegegedanken habe ich
ihn oft zusammengeschlagen und meine beherrschtheit
verflucht. er hätte hinfallen und sich die zähne
ausschlagen können oder sowas, also habe ich ihn nur
weggeschoben.
vielleicht geht mir das alles durch den kopf, weil das jahr
beinahe vorüber ist und die möglichkeit besteht, das mein
rentenversicherungsträger mich wieder dorthin schickt,
zumal die begutachtende ärztin mich fragte, wieos ich in
die HWK gegangen bin, denn es ist unüblich, das diese
klinik von meinem rentenversicherungsträger beschickt wird.
ich will in keine klinik mehr. im moment würde ein
statuinärer aufenthalt mir nichts nützen.
so, noch zwei stunden, dann gehe ich wäsche waschen. zwei
stunden zu schlafen ist nicht sinnvoll. ich wäre hinterher
müder als wenn ich wach bliebe.
4:25 h
nee, is klar, der server ist nicht erreichbar und die seite
kann nicht angezeigt werden. was mach ich jetzt mit dem
eintrag? der mailaccount enthielt zwanzig
phantastilliarden „enlarge-your-penis“-mails. im ft-chat
ist niemand, im forum ist niemand, in lonelysouls gb gibt#s
nix neues, meine katze ist völlig verwirrt. aber mein
kaffee ist recht annehmbar geworden.
mal sehen, was mach ich denn heute? ich werde versuchen,
etikettenbögen in der größe A4 zu bekommen um die etiketten
drucken zu können. einen brief muß ich noch schreiben. der
liegt noch von vergangenem jahr hier in irgendeinem
papierhaufen. wenn der kontakt i-netzugang hätte wäre es
einfacher. aber nein, künstler müssen unbedingt eine eigene
spezies sein. sämtliche kontakte sind derzeit in einer
klinik oder auf einer insel oder werden demnächst in eine
klinik gehen. und die anderen sind so selten online das ich
sie vielleicht nur geträumt habe.
in der klinik wollte das personal mir zum geburtstag
gratulieren. die haben mir sogar eine karte geschrieben,
von hand, mit unterschriften und so. und wenn du weißt,
wann ich geburtstag habe, dann behalte es für dich und laß
mich damit in ruhe. ich kann nichts für meine zeugung und
ich bin nicht stolz darauf, ich feiere den tag nicht. will
weder karten noch geschenke oder sonstwas haben. ich würde
wetten, meine vater hat sich betrunken über meine mutter
gewälzt. ekelig. ich habe seinen schwanz mal gesehen. aber
vielleicht sollte ich das gar nicht erwähnen. ... ... ...
egal. die hatten am arbeitsplatz duschräume und er hat
geduscht und da habe ich ihn gesehen und fands ekelig.
distanzlos, unnötig, irritierend. mir geht das bild seitdem
nicht aus dem kopf. für ihn war es vermutlich vollkommen
natürlich. ich war schockiert und hatte angst und dachte,
wieso macht er das? was will er? ich glaube, ich geh mir
gleich mal den mund auswaschen.
die duschräume waren ganz einfach, verschmutzte fliesen und
verkalkte duschköpfe. über allem hing der marzipangeruch
von so einer besonderen reinigunsgpaste für besonders
schmutzige hände. heute würde man das wahrscheinlich
als „peeling“ verkaufen. und danach roch es immer nach
PRAX, einer handlotion für besonders angegriffene hände.
PRAX gibt es gar nicht mehr. das zeug war in braunen
glasflaschen erhältlich und wenn es einige zeit unbenutzt
herumstand, trennte es sich in seine bestandteile und mußte
vor dem benutzen gut geschüttelt werden. genaugenommen war
es also keine lotion sondern eine emulsion.
der lokschuppen war damals eine art riesiger spielplatz für
mich, der boden war zentimeterhoch mit ölschlamm und
dieselresten und manchmal mit kerosinpfützen bedeckt. frag
mich nicht, wozu die in einem lokschuppen kerosin benutzt
haben. um dorthin zu gelangen konnte man eine straße
entlang gehen oder einen weg der an gärten vorbeiführte.
der wurde „der schwarze weg“ geheißen weil die sonne nicht
durch das blätterdach der bäume drang und manchmal lagen
dort knochen herum von schweinen oder so. allerdings waren
dort weder schweine noch oder-so-tiere zu hören, zu sehen
oder zu riechen.
manchmal bin ich mit ihm mitgefahren auf der lok. so eine
lok ist wie ein ziegelstein. es gibt klare strukturen und
alles ist aus stahl gefertigt, man kann nichts
kaputtmachen. mittlerweile glaube ich, mein vater war stolz
darauf, mir seinen arbeitsplatz zeigen zu können.
vermutlich sind väter stolz auf ihre söhne wenn sie diesen
etwas beibringen können und die söhne achtungsvoll und
vielleicht ehrfürchtig zu dem großen mann, dem gott,
aufschauen. jedenfalls habe ich mich immer gefühlt, als sei
ich der größte, wenn ich meinem bruder, als ich ihn vom
kindergarten abholte, vom sonnensystem erzählen konnte,
obwohl er das gar nicht verstehen konnte weil er zu jung
war. ich habe das also hauptsächlich für die passanten
erzählt die an uns vorübergingen und bildete mir ein, sie
würden mich für sonstwie intelligent halten. andererseits,
wem hätte ich es sonst erzählen können?

irgendwann hatte ich einen traum der mich heute noch
beunruhigt, der mich nicht losläßt. es gab in der nähe
meines wohnortes eine motocrossstrecke und dort trafen wir
uns immer. dort spielte der traum. wir waren alle nackt und
liefen umeinander. stell dir die bilder auf einer
griechischen vase vor. widerlich und trotzdem erregend. es
waren keine O dabei. vielleicht bin ich ja latent schwul?
meine gefährtin sagte, das würde sie nicht überraschen.
ekelig.

also habe ich nicht geschlafen, nichts, gar nichts
gegessen. doch, eine scheibe körnerbrot mit erdnußbutter
und käse und belgischer mayonnaise. aber das macht nichts,
ich habe 15 kg fettreserven, will sagen, aus mir könnte man
fünf äthiopier basteln *evil*. es ist außerordentlich
ekelhaft und beunruhigend, den hunger durch den körper
kriechen zu spüren. der körper dringt dadurch so massiv ins
bewußtsein. dabei ist das vermutlich nicht richtiger hunger
sondern nur ein stärkerer appetit. *seufzt* wenn es ums
essen geht bin ich ein weichei.

5:15 h und der tb-server ist noch immer nicht erreichbar.
hm, vielleicht ist er kaputt? und alle einträge, es müßten
um die 930 sein, sind verloren. seltsames gefühl wenn man
zwei, drei jahre des lebens verliert. wenn ich mich nicht
irre, habe ich das tb im jahr 2001 oder 2002 begonnen.
zurück zum essen. es ist wie mit vielen dingen. ich esse
den teller leer, ich höre erst auf, wenn nichts mehr in
mich hineingeht. wenn ich trinke, trinke ich meistens bis
nichts mehr rein geht. ich höre nicht bei einer halben
flasche auf. ich kann entweder die finger davon lassen oder
mich betrinken. ich kann mir entweder den kopf dichtrauchen
oder die finger vom kiff lassen. mittendrin aufzuhören ist
inakzeptabel und hinterläßt ein gefühl von leere. das war
aber auch schonmal anders. im moment ist es alles oder
nichts. es scheint so phasen zu geben. auch beim essen von
schokolade. ich esse von der jeweiligen sorte und dann nur
von dieser einen sorte so lange und solche mengen, bis sie
mich anwidert. vorher höre ich nicht auf. M&Ms esse ich
grundsätzlich bis der vorrat aufgebraucht ist. wenn ich
bekifft bin, ist das sogar schön, bin ich nüchtern, stopfe
ich mir das zeug rein obwohl es widerlich ist. manchmal
quäle ich mir rotwein hinein obwohl ich einen widerwillen
empfinde und obwohl er nicht schmeckt. aber wie gesagt, das
ist nicht immer so. meine gefährtin hat das abenfalls. im
gegensatz zu mir kann sie allerdings lecker kochen. die
nudeln mit basilikumpesto kürzlich *hmmmm*. wer da schlank
bleibt ist krank. zuweilen fürchte ich, das meine
statistische lebenserwartung von siebzig jahren zu kurz
ist, um alle köstlichkeiten zu probieren. oder das ich
krank werde und man mich mit FRESUBIN oder sowas am leben
hält. was aber ist das dann für ein leben?! ich werde
verhindern, das mir sowas angetan wird.
7:30 h
so, zurück vom waschsalon. als die maschine lief, entdeckte
ich etwas weißes in meiner wäsche. und dann etwas blaues.
irgendwer hatte klamotten vergessen. als die maschine zu
ende gewaschen hatte, besah ich mir die sache und fand
einen ehemals weißen, im vergehen der (trage)-zeit
gelb/bräunlich verfärbten O -slip. rosafarbene blümchen an
den rändern und sonst nicht viel, das sah aus wie ein slip
aus gaze, allerdings in einer größe, die dem zweck solcher
reizwäsche zuwiderläuft. irgendwann ist das, was da
aufreizend dargeboten werden soll nämlich nicht mehr schön.
andererseits gibt es ja nichts das es nicht gibt. feeders
und skinnylover, luftballon-, fuß-, lack-, leder-, latex-,
blutfetischisten ^ . ^, erwachsenen-babies und, wie heißen
die doch gleich, diese scatplaytypen und und und. achja,
blümchensex gibt’s auch. *evil*
das blaue teil war ein unförmiger O--slip. hellblau mit
dunkelblauem ein-strich-kein-strich-tarnmuster. die
uniformen der NVA sahen so ähnlich aus, nur waren die grün.
der server ist noch immer unauffindbar und ich weiß nicht,
was ich noch schreiben soll.
ich schreibe nichts mehr: nichts mehr *gg*