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2003-11-22 10:58:42 (UTC)

autopanne

der gestrige tag war abenteuerlich. wir waren in ein etwa
30 km entferntes tierheim gefahren um für den kalle eine
neue gefährtin auszusuchen. leider (oder muß es im hinblick
auf ein tierheim „glücklicherweise“ heißen?) gab es kein
passendes angebot und wir fuhren unverrichteter dinge
wieder nach hause.
nach etwa 3 km stellten wir einen brenzligen geruch im
wageninnern fest, nach etwa 4 km begann der wagen zu
ruckeln, als ob wir ständig über straßenunebenheiten
führen, nach etwa 5 km sagte meine gefährtin, vor rechts
würde qualm aus dem motorraum austreten. wir bogen in einen
feldweg ab und untersuchten den wagen.
das rechte vorderrad war glühend heiß, das gummi sah
glänzend schwarz aus, die radkappe konnte ich nur mit einem
improvisierten handschuh abnehmen, die bremsscheiben waren
ausgeglüht. wir standen mitten in der pampa, meine
gefährtin brüllte vor wut (ich hatte sie noch nie brüllen
gehört). das handy hatten wir (natürlich!) nicht dabei.
nachdem meine gefährtin ruhiger geworden war, machten wir
uns zu fuß auf den weg, um einen bauernhof zu finden von
dem aus wir telephonieren konnten. der bauer war nett,
empfahl uns eine werkstatt in der nähe, in der er seine
maschinen immer reparieren ließ, rief dort an und der
mechaniker sagte zu, sich den wagen anzusehen. der
bauernhof verkaufte brot und kuchen und wein.... ich kaufte
ein sehr leckeres brot, meine gefährtin erstand eine
flasche wein, in welchem sie ihren frust ertränken wollte.
nach einer stunde, wir waren inzwischen zum wagen
zurückgelaufen, kam der mechaniker, vermutete festhängende
bremszylinder und einen festhängenden bremssattel, wollte
kein geld sondern wünschte uns eine gute fahrt. auf dem
land scheinen die menschen freundlicher zu sein.
da die bremsen kaum wirkung zeigten, schlichen wir über
unzählige dörfer nach hause. meine gefährtin will den wagen
verschrotten lassen, denn die reparaturkosten betragen
geschätzte 300 – 400 euro, der wagen stammt aus dem jahr
1997.
als wir endlich zu hause ankamen, nach der tierheimtour,
brühte ich mir einen beruhigenden tee, das ritual des
teebrühens ist beruhigend für mich, und cremte meine
stiefel ein. stiefelputzen hat ebenfall eine beruhigende
wirkung auf mich. die kopfschmerzen ließen nach. kontakt
mit zuvielen menschen macht mir gelegentlich kopfschmerzen.
auf dem land hatte ich kontakt zu 1,2,3,4,5 menschen. wenn
hier im haus wäsche gewaschen wird, bekomme ich von dem
schwachen dröhnen der maschinen sogar ohrenschmerzen. das
dröhnen ist wie eine wand. da ich auf diesem gebiet
offensichtlich überempfindlich reagiere, habe ich
beschlossen, mich an das dröhnen zu gewöhnen, statt den
mitbewohnern zu sagen, sie sollen abends auf das
wäschewaschen verzichten. irgendwie ist es nämlich
lächerlich. ich bin überzeugt, außer mir hört niemand
dieses dröhnen. meine gefährtin nimmt es nur wahr, wenn ich
sie darauf hinweise und selbst dann ist sie unsicher, ob
sie sich das geräusch nicht doch nur einbildet.

am vormittag hatte ich meine stiefel aus vom schuhmacher
abgeholt, der mich erst einmal mundartlich schimpfte, er
habe eine halbe stunde damit vebracht, die schrauben aus
den sohlen herauszudrehen und eigentlich müsse er mir die
zeit in rechnung stellen, beim nächsten mal solle ich die
schrauben selbst herausdrehen, und er habe ein schleifband
verbraucht, um die sohlen herunterzuschleifen und so ein
band kostet
dreieurofünfundneunzigundauchdasmüssteermireigentlichinrechn
ungstellen, usw. mundartliches schimpfen hört sich relativ
nett an. die sohlen an den stiefeln waren abgelaufen und
die ösen lösten sich allmählich. er habe ösen aus dem jahr
1935 da, aber die passen nicht und ich sei der kunde
gewesen, der ihm gerade noch gefehlt habe und ich solle ihm
seine schlechte laune nicht übel nehmen,aber er habe
gewußt, mit welchem anliegen ich ihn aufsuchen würde....
ich nahm ihm sein schimpfen nicht übel und versuchte, ihm
das zu mitzuteilen, jedoch ließ der mann (falls du
mitliest, ich verwende nicht immer symbole;-)) sich in
seinem redefluß nicht unterbrechen.
da der mann (siehste, schon wieder das wort und nicht das
symbol *ätsch*) aber exzellente und schnelle arbeit
leistet, sei ihm sein stimmungsausbruch vergeben. *gg*


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