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2003-11-18 17:46:08 (UTC)

arbeitsamtsinformationsveranstaltung

THE SISTERS OF MERCY, „Greatest Hits Volume One“

auf einladung des Technischen Überwachungsvereins nahm ich
heute an einer informationsveranstaltung des arbeistamtes
teil. das arbeitsamt darf nämlich teile der vermittlung an
dritte weitergeben. deswegen der TÜV. der redner gab sich
mühe, erzählte dinge über leistunsgpflicht, meldepflicht,
zumutbarkeitsgrenzen usw. gewürzt mit anklängen von „das
wird schon wieder“. allerdings saß unter den zuhörern ein
mann, der bis 1998 beim arbeitsamt im hochschulteam
gearbeitet hatte und seither arbeitslos ist.
den hinweg zum TÜV bewältigte ich mittels taxi. irgendwer
muß den taxifahrern sagen, daß nicht jeder fahrgast an
einer unterhaltung bzw einem monolog des taxifahrers
interessiert ist. aber das wirdman denen wohl genausowenig
wie den friseuren abgewöhnen. den rückweg, eine stunde,
bewältigte ich zu fuß. ich braucte luft und platz und die
stille meiner gedanken, die freilich beharrlich von meinem
skalpell redeten und wie schön und entspannend es sein
wird, wenn ich mir in die arme schneide. naja, ich bin wohl
nichts gewöhnt, nicht mal stunden in einem raum mit etwa 30
menschen. um die 60 menschen wurden eingeladen. der redner
sagte, der jeweilige arbeitsvermittler würde die
anwesenheit als zeichen des interesses an der vermittlung
werten. ich meine, statt der lobenden worte hätten es auch
zehn euro für heden anwesenden getan.

dem alten mann, der, dessen frau beim treppeputzen tragisch
verunglückte, habe ich zwei flaschen bier vor die tür
gestellt, weil er die fleischreste seines mittagessens oft
für den dicken stinker vor meine tür stellt. ich gebe im
das fleisch zwar nicht, aber denke, der alte mann fühlt
sich wohl bei dem gedanken, etwas für ein haustier seiner
lieblingsgattung getan zu haben. ich hoffe nur, er versteht
das nicht als aufforderung, ein gespräch mit mir zu
beginnen, man weiß ja nie, was im kopf eines alten,
einsamen mannes vor sich geht. mir selbst habe ich auch ein
paar flaschen bier gekauft. ich weiß nämlich auch nie, was
in meinem einsamen, noch-nicht-alten kopf vor sich gehen
wird. aber erstmal gibt es tee zum entspannen für mich und
milch, natürlich aus einer meiner tassen, für den dicken
stinker.
manchmal, wenn das leben mich in ruhe läßt, finde ich es
richtig nett, das leben.