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2003-11-02 00:47:13 (UTC)

vom sinn des lebens und von gott

soll man mit mir über den sinn des lebens diskutieren, mit
dem ziel, diesen herauszufinden? ja. ich bitte sogar darum.
die unterscheidung zwischen dem sinn des lebens und dem
sinn des einzelnen lebens ist wichtig. das darf man nicht
verwechseln. und man soll sich selbst nicht überschätzen
wenn man mit mir in diese diskussion einsteigt. die habe
ich so oft geführt, das du mich überraschen würdest, wenn
du neue argumente brächtest. „neu“ bedeutet, ich habe sie
noch nicht wiederlegt. es gibt bei rationaler betrachtung
keinen sinn im leben. einen sinn gäbe es bei religiöser
betrachtung, weil dein leben dann deshalb existieren würde,
weil irgendein höheres wesen dich aus einem bestimmten
grunde ins leben gerufen hätte, dir eine aufgabe gegeben
hätte und der sinn deines lebens in der erfüllung dieser
aufgabe bestehen würde.
und aus biologischer sicht gibt es einen sinn. dein leben
dient dazu, die art zu erhalten. du lebst einzig, um dich
fortzupflanzen. auch dieser sinn ist nicht universell.
somit hätte DEIN leben zumindest einen subjektiven sinn,
den , der arterhaltung. wenn du keine kinder gebären willst
oder kannst, ist dein leben aus biologischer sicht
überflüssig.
emotionen sind für die arterhaltung essentiell, aber sie
sind nicht selbst der sinn, sie sind lediglich die
werkzeuge, derer sich die biologie bedient um den sinn, die
arterhaltung nämlich, zu erfüllen.
menschen würden nicht ficken wenn es ihnen keinen spaß
machte. die liebe kommt da ins spiel, sie soll bewirken,
das die mutter das kind großzieht, das kind verbraucht aber
ressourcen die der mutter fehlen könnten. wäre der
selbsterhaltungstreib stärker ausgeprägt als der
fortpflanzungs und arterhaltungstrieb, würde die mutter das
kind töten, denn das kind ist der sippe ballast, eine
belastung. es ißt, trägt aber nicht zum nahrungserwerb bei.
der sexualtrieb ist der stärkste trieb des menschen, der
dient der arterhaltung. wenn der nachwuchs selbst für sich
sorgen kann, könnten die erzeuger eigentlich sterben. die
männer könnten sofort, nachdem sie ihr genmaterial
weitergegeben haben, sterben. wieso das beim menschen nicht
so ist, weiß nicht. die natur erhält nichts am leben, das
unnütz ist. der mensch ist das einzige tier, das seine
krüppel mitschleppt. wieso? aus emotionalen gründen. und du
hast nicht überlebt, weil es einen hohen sinn des lebens
gibt, du hast überlebt, weil dein selbsterhaltungstrieb,
der dem sexualtrieb und der arterhaltung untergeordnet ist,
das so bestimmt hat
du sollst dein genmaterial weitergeben. mehr nicht. aufs
biologische bezogen, ist so ein leben seines glanzes
beraubt und man fühlt sich erbärmlich und sucht nach einem
höheren, edleren grund, man hält den menschen ja auch für
edler als ein beliebiges tier. dabei ist der mensch genauso
ein tier wie jede kuh , jedes schwein , jeder affe oder
pottwal.
da kommt die religion ins spiel. der mensch erträgt es
nicht, genauso viel oder wenig wert zu sein wie das tier
das er zu nahrungszwecken tötet. er will einen höheren wert
innehaben, er will was besseres sein.
durch die religion kann der mensch sich belügen und
sagen, „Es gibt ein Wesen das mich erschaffen hat, dafür
hatte es einen grund, denn es hätte mich nicht erschaffen,
wenn für mich keine notwendigkeit in seinem plan bestanden
hätte.“ und schon, ist der mensch mehr wert als das tier,
das er gerade verdaut. wenn es aber kein höheres wesen
gäbe? dann gäbe es keinen höheren sinn, keine bestimmung.
wenn es kein höheres wesen gibt, dann muß das leben
zufällig entstanden sein. jedes leben. dann hätte kein
leben, das leben an sich keinen sinn, sondern nur einen
zufall.
das ist bedrückend, muß aber nicht bedeuten, das ich das
leben ablehne. ich kann damit leben, zufällig entstanden zu
sein. denn ob zufällig und sinnlos, oder gezielt durch den
plan eines wesens erzeugt, kann ich spaß im leben haben und
mich gut fühlen. bei der zufälligen entstehung in jedem
fall. wenn es das höhere wesen gibt, wird mein leben nur
dann fröhlich und wonnig verlaufen, wenn der plan des
wesens das vorsieht. sieht der plan leid und elend für mich
vor, dann habe ich zwar einen sinn, bin aber unglücklich.
die einzige chance, glücklich zu sein, gibt es, wen das
leben zufällig entstanden ist. denn dann muß ich nicht
unglücklich sein weil es in einem plan so vorkommt, dann
kann ich glücklich sein, unglücklich sein, so, wie ich das
bestimme mit meinen taten.

der sinn ist nicht notwendig für das leben, oder für DEIN
leben. man kann auch ohne sinn glücklich sein oder
zumindest nicht-unglücklich sein, was ein unterschied ist.
denn um glücklich zu sein, braucht es emotionen da glück
etwas ist, das man nur über gefühle erfahren kann. ohne
emotionen wäre ich „nicht-unglücklich“. also nicht
glücklich, was nicht bedeutet, das ich unglücklich bin.
denn um mich unglücklich fühlen zu können, bedarf es
wiederum der emotionen, habe ich die nicht, empfinde ich
weder glück, noch unglück. weswegen ein emotionsloses wesen
zwar nicht glücklich sein kann, aber über diesen umstand
auch nicht unglücklich sein kann. dieses wesen wäre nicht-
unglücklich. also weder glücklich noch unglücklich. es
würde nichts vermissen, niemals enttäuscht sein usw. es
hätte keine bedürfnisse. die bedürfnislosigkeit ist das
paradies der buddhisten.

und jetzt, wenn du magst, kannst du versuchen, das zu
widerlegen. ein argument könnte sein „Der Mensch hat aber
emotionen und die kann er nicht ablegen.“ dem stimme ich
zu. emotionslose wesen sind nur theoretische konstrukte und
dienten zur veranschaulichung. aber du weißt, wenn du den
ganzen text gelesen hast auch, das emotionen nicht der sinn
des lebens sind. emotionen sind nur ein werkzeug zur
fortpflanzung und zur arterhaltung. an ein höheres wesen
wie die nazarener eines anbeten, glaube ich nicht, im
gegenteil, die bibel ist derart widersprüchlich, sogar gott
selbst ist widersprüchlich. eine definition gottes ist
seine allmacht. er ist aber nicht allmächtig, gott macht
fehler, die er dann später mit dem rauswurf aus dem
paradies, mit der sinflut du der vernichtung von sodom und
gommorrha zu korrigieren versuchte. und gott ist auch nicht
lieb. immerhin hat, obwohl er, wenn er allmächtig wäre sich
anderer mittel zur offenbarung hätte bedienen können,
seinen eigenen sohn auf fürchterlich grausame weise töten
lassen. wenn jemand die wahl hat, jemanden töten zu lassen
oder das zu verhindern, welche handlung würde man wohl mit
liebe assoziieren?

allein die frage, wieso gott all das leid in der welt
zuläßt, beweist, das er nicht der gott ist, wie er von der
kirche gepredigt wird. nämlich lie und allmächtig. wieso
verhindert er das leid nicht? kann er nicht, ist er also
nicht allmächtig? oder will er nicht, ist er also nicht
lieb?
eine andere frage: wenn gott allmächtig ist, kann er dann
einen stein erschaffen, der so groß und so schwer ist, das
nichtmal er selbst ihn zu heben vermag?

der turmbau zu babel. gott hat die stimmen der menschen
verwirrt. aus angst, sie könnten ihm gleich werden. sie
kannten den unterschied zwischen gut und böse und hatten
einen freien willen, weil sie sich gegen gott aufgelehnt
hatten und vom baum des wissens aßen. dafür hat gott seine
geschöpfe bestraft. er hat ihnen diesen apfelbaum in den
garten gestellt und hätte, wenn er alle macht haben würde,
wissen müssen, das seine gschöpfe verführbar sind.
offensichtlich wußte er das aber nicht. und hat diesen baum
hingestelt, entweder, um die menschen zu testen, und wozu
braucht man tests wenn man sich einer sache sicher ist?
oder er hat den baum hingestellt, weil er davon überzeugt
war, sie würden nicht von ihm essen. er nahm also an, eine
perfekte kreatur geschaffen zu haben. der mensch war
verführbar, die kreatur war nicht perfekt, gott hat sich
geirrt. allmächtige wesen können sich nicht irren, denn
allmacht bedeutet macht über alles, die zeit und den raum.
er hätte vorhersehen müssen, was geschehen würde. das hat
er nicht denn er wußte nicht, das seine geschöpfe von dem
baum essen würden.
oder er wußte es und stellte den baum in den garten. wieso?
weil er seine kreatur bestrafen wollte wenn sie, wie er
vorhergesehen hatte, von dem verboten baum essen würden. er
bestraft die kreatur für eine tat, die er hätte verhindern
können, die er aber provoziert hat, wenn er gewußt hat, das
sie von dem baum essen. letztlich betsraft er seine
geschöpfe für einen fehler, den er selbst begangen hat. das
ist weder lieb noch gerecht. gott wäre smit nicht lieb und
nicht gerecht.
in dem anderen szenario hat er die kreaturen erschaffen,
damit sie gegen sein gebot verstoßen. dafür würde er sie
bestrafen müssen um seine autorität zu erhalten. somit
hätte er die kreaturen erschaffen, um sie betsrafen zu
können, schließlich ist er allmächtig und wußte, wie adam
und eva sich verhalten würden. und das ist nicht lieb, das
ist gemein.
am ende kann der gott der nazarener gemäß der definitionen
der nazarener nicht existieren. der gott der christen ist
ungerecht und rachsüchtig wenn er allmächtig ist. ist er
nicht allmächtig, ist er kein gott.
gott existiert entweder als nicht liebendes, rachsüchtiges,
fehelrhaftes wesen oder er existiert gar nicht. und selbst
dann wird die allmacht von der fehlerhaftigkeit in frage
gestellt. jemand der allmächtig ist, macht keine fehler.
und wer nicht allmächtig ist, kann kein gott sein. denn
gott ist allmächtig.

das heißt, es gibt keinen sinn im leben weil es keinen gott
gibt und somit kein plan mit einer aufgabe für dich
existiert. wenn das leben nicht von gott erschaffen wurde,
es also keinen zweck, keine aufgabe gibt die das leben zu
erfüllen hat, gibt es keinen sinn. nichtmal den
biologischen. dann dient das leben nur sich selbst. das
leben dient der erhaltung des lebens. aber nicht, weil es
einen sinn hat. es erhält sich selbst, denn wenn es sich
negieren würde, gäbe es kein leben. das leben erhält sich
selbst, weil es nichts anderes kann, deswegen ist das leben
auch ein kreislauf aus vergehen und entstehen. die natur
hat keine müllhalde, sie verwendet alles wieder.

das leben gibt es, weil es durch zufall entstanden ist. aus
kohlenstoffen die in einer ursuppe herumschwammen, sich
trafen,sich verketteten, längere moleküle bildeten bis die
moleküle so lang waren, das erste zellen entstanden und
daraus wiederum der mensch entstanden ist. der sich
aufgrund seiner arroganz für etwas besseres hält und viele
götter erfindet die ihm einen sinn geben. gott ist eine
erfindung des menschen um die sinnlosigkeit des lebens
ertragen zu können.

leben ist nicht mystisches, göttliches, gottgewolltes.
leben ist zufall. leben ist und hat keinen sinn. trotzdem
kann man sich das eigene leben so angenehm wie möglich
gestalten, man entscheide selbst, ob man sich von der
sinnlosigkeit deprimieren läßt.
es sei denn, in gottes plan ist für dich leiden und verdruß
vorgesehen. dann bist du ziemlich in den arsch gekniffen,
mein emsiger leser.

entweder bist du frei, zu tun was du tun willst („Do what
thou wilt shall be the whole of the law“) oder du lieferst
dich den launen eines nicht existenten gottes aus (Wenn
dich einer auf die rechte Wange schlägt, halte ihm auch die
andere hin“)

freiheit oder sklavengott? was wählst du, mensch?
***
ich lasse mich gern vom gegenteil überzeugen. überzeugen
bedeutet, das meine argumente und überlegungen durch deine
argumente und überlegungen entkräftet und nichtig werden.