/me

2003-09-05 22:51:04 (UTC)

cocktail

wer braucht drogen, wenn er einen psydoc hat? einskommazwei
gramm eines trizyklischen AD bereiten den wiederbelebenden
ärzten schon kopfzerbrechen. ich wollte psydoc schon lange
auf die packung mit den 50 mg kapseln ansprechen, denn
jeden abend 5 kapseln à 10 mg zu nehmen, sie auf der hand
liegen zu sehen, macht einen schwerkranken eindruck. und
von dem atosil soll er mir noch eine flasche rezeptieren.
nicht, das ich das gute zeug wiedermal auskotzen muß, nicht
wahr? sowas muß man drin behalten weil es sonst nicht
richtig wirken kann. ich habe mich so satt, nicht mal mich,
denn das weiß ich gar nicht, sonder viel mehr das, was ich
fühle, jeden tag, die niedergeschlagenheit, die aggression
die immer schwerer im zaum zu halten ist.
vielleicht fehlt mir der zugang zu den gefühlen und ich
spüre deshalb so starke aggressionen, weil jedes
unterdrückte gefühl sich letztlich in aggressionen äußert.
wer weiß? wer weiß wann?
preikestolen, mein leser, falls wir uns kennen und du hier
mit oder ohne berechtigung liest, weißt du , wovon ich
spreche, ist sechshundertundvier meter (604 m) hoch. das
sind 604m : 9,81m/s = 61 sec freier fall.
hast du eine ahnung, kannst du dir vorstellen, wie
großartig das sein wird? theoretisch. ich werde diesen
aufwand nicht betreiben. und so ganz allein ist das ja auch
nicht schön.
vielleicht setze ich mein AD ab um in die entsprechende
stimmung zu kommen. und dann, mal sehen.

es war nicht berauschend, es war kein großartiges gefühl
beim letzten mal. genaugenommen habe ich mir die seele aus
dem leib gekotzt, hatte kopfschmerzen und sah wohl auch
ziemlich mitgenommen aus. das schöne war der tag danach.
nach einem suizidversuch sieht die welt viel klarer aus.

den letzten eintrag könnte ich so enden :

***ENDE***

aber soweit bin ich noch nicht. eines weiß ich, ich werde
mich nicht mehr ficken lassen, falls das überhaupt je
geschah, wenn nicht, dann in einem übertragenen sinn.
und jetzt ist zeit, meine fünfzig milligramm zu nehmen.
meine stimmungsaufheller. damit ich auch morgen wieder
lächeln kann. ohja, lächeln ist wichtig. ehrlicherweise muß
ich ja sagen, gelingt es mir trotz höherer dosis
genausowenig wie zuvor. aber die leber hat was zu tun. auf
meine leber bin ich stolz, die hat schon einiges
geschluckt. ich erinnere mich an die frage der ärztin aus
der klinik, ob ich etwas lebertoxisches eingenommen hätte?
nein, hatte ich nicht. und wenn, dann hätte ich ihr das
nicht gesagt.
fünfzig milligramm kapseln, fünfzig minuten therapie, jeden
freitag. das ist ein leben. deines, mein leser mag anders
aussehen, was ich aber nicht glaube, denn keiner von der
happy-go-lucky-fraktion wird sich dieses tagebuch
durchlesen. die menschen die meine einträge interessant
finden, oder sie auch nur so lesen, haben einen an der
waffel, einen sockenschuß., fehlfunktionen. um dein rotes
warnlicht aufleuchten zu lassen, reicht es schon, das ich
mich mit dir abgebe. keiner meiner kontakte ist frei von
fehlfunktionen, da gibt es borderliner, multis,
schizophrene, depressive, traumatiker. wozu gehörst du? wer
hat dir wehgetan? und wieso glaubst du, hast du gesucht um
mein tagebuch zu finden? willst du wissen, wer ich bin, wie
ich ticke? sags mir, wenn du es herausgefunden hast, ich
würde es selbst gern wissen. aber vergiß nicht, ich bin
hinter dir. der warme hauch in deinem nacken, das bin ich.