/me

2003-09-03 09:48:38 (UTC)

primitive sprengkörper

guten morgen, welt ! der heutige tag läßt sich recht
angenehm an. es ist kalt, die sonne ist golden, der kaffee
rehbraun, die katze schläft. eines der anzeichen für den
beginnenden herbst ist, wenn der dicke stinker abends in
bett kommt und meine gefährtin bzw. mich tretelt. dann weiß
ich, ihm ist’s zu kalt um auf einem der vielen katerplätze
zu schlafen.

vielleicht kann ich heute pläne für die zukunft aushecken.
die meisten probleme die ich in der welt der lebenden habe,
lassen sich mit einem job beheben. also brauche ich arbeit.
gestern lief eine reportage bei der ich an meinem mutter
denken mußte. in der reportage ging es um menschen, die für
wenig geld schwer arbeiten. für knapp 6 euro _brutto_ pro
stunde. meine mutter arbeitet für wenig geld und sie
arbeitet körperlich schwer.
sind das schon die „working poor“? jene, die kein geld
haben trotzdem sie einer versicherungspflichtigen arbeit
nachgehen? die, wie im mittelalter, keine zeit haben ihr
leben zu genioeßen weil sie sie neben ihrem regulären job
noch nebentätigkeiten ausüben müssen, um überhaupt die
grundbedürfnisse ( nahrung, kleidung, wohnung) befriedigen
zu können? ist mein eindruck falsch oder klafft die schere
zwischen arm und reich zunehmend weiter auseinander?

wenn meine gefährtin zum arbeitsamt geht, darf sie sich in
den wartebereich der akademiker setzen, dort muß sie keine
nummer ziehen. jedoch ist es trotzdem deprimierend, zu
sehen, daß selbst ein hoher bildungsabschluß nicht vor
arbeitslosigkeit schützt. warum steht niemand auf und
protestiert? weil niemand die zeit dazu hat denn er muß ja
zwei jobs machen um überleben zu können. wie im
mittelalter, da die menschen soviel arbeiten mußten das sie
abends keinen gedanken mehr für eine veränderung ihrer
situation übrig hatten.
ohne ostalgisch zu werden, kann ich sagen, das die
politische bildung in der DDR diese zusammenhänge klar
herausgestellt hat und die richtigkeit der zusammenhänge
von den zuständen in der BRD bewiesen wird.

ich erwarte für d.land zustände wie in den USA, wo man
entweder reich oder arm und der mittelstand winzig klein
ist.
ich komme mir tierisch verarscht vor. alles scheint sich zu
verschlechtern. rente wiord es nicht mehr geben wenn ich in
das rentenalter komme, die arbeitslosenzahlen steigen, die
anzahl terrositischer anschläge nimmt stetig zu, die
sozialen spannungen nehmen zu, die wirtschaft schwächelt,
religiöse eiferer erfreuen sich wachsenden zulaufs, ...
wohin führt das? unzufriedenheit ist die triebfeder für
veränderungen. um dinge positiv zu verändern, muß es die
möglichkeit dazu erst mal geben. diese möglichkeit sehe ich
nicht. ich sehe und erlebe eine wachsende ohnmacht und die
wird sich in negativer weise entladen. vielleicht ist das
alles aber auch ein tragischer irrtum und ich bin paranoid.
ich seh mich um, ich seh mich um ...
ich sehe menschen, die keine chance haben, ihr leben
zufriedenstellend zu führen, gleichgültig welche
anstrengung sie unternehmen.
ich sehe sozialabbau, der als „größere eigenverantwortung“
vebrämt wird, kürzungen der arbeitslosenzuwendungen die
als „anreiz zu mehr aktivität“ euphemisiert wird, ich sehe
zunehmenden fanatismus in religiösen bereichen und auf der
anderen seite, größere verlorenheit weil die etablierten
kirchen immer weniger in der lage sind, eine heimat und
antworten zu liefern. ich sehe wachsende armut trotz
mehrere jobs. ich sehe den rückzug in heile
phantasiewelten.

vielleicht braucht die menschheit einen krieg der, wie ein
gewitter, die lage entspannt und „die luft“ reinigt, der
arbeitsplätze schafft und orientierung bietet, entweder
gehörst du zu „uns“ oder du bist „der feind“. einfache
antworten auf klar gestellte fragen.
ich würde, wenn ich die möglichkeit hätte, zum militär
gehen. die möglchkeit habe ich nicht, weil ich mich für den
zivildienst entschieden habe. arbeit ist sinnstiftend. wenn
einer keine arbeit hat, fehlt ihm viel mehr, fehlen ihm
viel essentiellere dinge als nur geld. ihm fehlt soziale
interaktion, anerkennung, sozialer status, der grund,
morgens auzustehen und abends müde zu sein. ihm fehlt die
existenzberechtigung. die definition seiner grenzen indem
er sich, durch seine tätigkeit, von anderen unterscheidbar
machen kann.
nicht jeder reagiert depressiv wenn ihm all das fehlt.

11:00h
so, habe fenster geputzt. weil ich kein fensterputzmittel
mehr habe, habe ich allzweckreiniger mit DanKlorix gemixt.
ja, ich weiß, man soll ätzende stoffe nicht als aerosol
benutzen. als meine finger zu jucken begannen, habe ich die
mischung ausgeschüttet und nur allzweckreiniger mit wasser
verwendet. und ich kann sagen, ich habe ein paar hübsche
streifen auf die fenster gezaubert. fenster ohne ammoniak
zu putzen ist eben schwer. ich glaube, das DanKlorix hat
die dichtingsgummis angegrfiffen. kann bleichlauge sowas?
naja, ich muß ohnehin einkaufen gehen weil ich keine
zigaretten mehr habe und der dicke stinker futter braucht,
da kann ich gleich eine flasche fensterputzmittel kaufen,
oder ich kaufe das ammoniak gleich pur, ist schließlich
dasselbe.
was würde das wohl für schlagzeilen geben, wenn jemand,
sagen wir mal, schwefelsäure in einer zerstäuberflaschen
füllte und damit menschen attackierte? oder salzsäure, denn
konzentrierte schwefelsäure ist zu dickfüssig und schwer zu
bekommen. oder eine konzentrierte natronlauge?! die ist
richtig fies. laugen sind verheerender als säuren. laugen
verseifen die haut und sind schmerzhafter.
eine flaschen mit säure füllen, ein reagenzglas mit
sprengstoff füllen und ich die flasche einbringen,
zuschrauben, zwei drähte durch den deckel der flasche und
das ganze irgendwo deponieren und elektrisch zünden. ist
das gemein? ich sollte einer terrororganisation beitreten.
*eg*

ich könnte mir auch vorstellen, feinstgemahlenes
magnesium /aluminium in einer glühbirne unterzubringen, die
zuvor vorsichtig geöffnet wurde. das opfer tritt einm
schlattet das licht ein, der wolframdraht brennt durch, das
Mg wird gezündet, die glühbirne explodiert und setzt das
zimmer in brand.
soviele möglichkeiten, sowenig zeit. ;-)