/me

2003-07-31 13:16:44 (UTC)

mail / über den krankenstatus

die klinik wird sich vielleicht als mißverständnis.
ich muß das erst nich mit der kundenberaterin klären die
natürlich im urlaub ist.
in die klinik will ich nicht, weil ich nicht in diese
psychomühle hineingeraten will. ich habe keine psychose.
ich reagiere nur etwas empfindlich auf druck und
gewalt, ... . weswegen der brief mich so maßlos erzürnte,
die wollen mich zwingen und sie drohen mir. das ist kein
respektvolles verhalten. und ich bin kein kleines kind das
sowas mit sich machen läßt. ich laß mir nicht mehr drohen.

zudem besteht kein grund für eine klinik, auch nicht unter
dem blickwinkel, es ein paar tage länger ausgehalten zu
haben. es besteht keine notwendigkeit, es auszuhalten, ich
will es nicht aushalten, ich will es los werden und im
moment habe ich das ganz starke empfinden, diesem ziel mit
hilfe meiner ambulanten th. sehr nahe kommen zu können.

gegen die klinik spricht die mangelnde notwendigkeit. und
mein wille. es gibt schlichtweg nichts, das _für_ die
klinik spricht.. aber vielleicht war das alles ein
mißverständnis und ich will nicht wegen eines
mißverständlichen briefes ein magengeschwür bekommen.
ich fühle mich nämlich sehr schnell angegriffen.

~~~~
die distanz zu meiner gefährtin ist mir bewußt, wir vögeln
selten, hautkontakt ist selten, wir sehen uns selten, sie
zieht mich neuerdings sogar runter wenn sie schlecht drauf
ist und flashbacks hat. das hängt sicherlich mit meiner
gesteigerten empfindlichkeit zusammen. und damit, das sie
einfach nicht die heroine ist, die sie früher mal war. sie
zieht mich nicht mehr mit. vielleicht spiegelt sie einfach
nur mein verhalten, vielleicht bin ich es, den ich in ihr
nicht ausstehen kann.
depressive menschen konnte ich noch nie ausstehen. und
maniker.

meine gefährtin hängt genauso in der luft wie ich. dabei
könnte ich sogar sagen, das ich ja krank bin, th, psydoc
und sogar der MDK sagen das. ich könnte mich also mit
ruhigem gewissen auf das krankenlager legen. oder ist es
eine frage der akzeptanz? akzeptiere ich mich nicht und
damit die, die mir ähnlich ist ebenso wenig?
es ist doch immer dieselbe leier, ich muß unter menschen
gehen. was ich unterlasse.

~~~~
[macken]
ich bin sicher das sie sich soweit beherrschen lassen, das
ein angenehmes leben möglich ist, das ein leben in einer
grauzone möglich ist.
es geht nicht um funktionstüchtigkeit, es geht darum, das
du etwas findest, womit du glücklich bist. eine arbeit die
dir spaß macht und die dich befriedigt. es geht immer nur
darum, ein befriedigendes leben zu führen.
wenn du dich aber für den tod entscheidest, dann sag
bescheid, so das möglich ist, ich bin ungern der, der
zurückbleibt. letztlich ist zu leben und zu sterben, eine
entscheidung.

~~~~
wie du deinen tagesablauf beschreibst, aufstehen essen
arbeiten, schlafen, kommt mir bekannt vor, das habe ich die
vergangenen *?* jahre getan. als ich heute die mitarbeiter
anrief um die verlängerung meiner krankschreibung
mitzuteilen, sagte eine „Man kann auch mit Macken arbeiten,
das siehst du an mir“ und ich dachte, das ich schon in j.
mit macken gelernt habe, dann später in b., dann hier.

wieviele jahre sind das eigentlich, in denen ich getrunken
habe und versucht habe, zu sterben und funktionierte wenn
es sein mußte?
natürlich k-a-n-n man damit arbeiten, doch ich bin
nicht „man“ und ich habe das lange zeit getan und es war
nicht schön. jetzt wird es zeit, das mal was schönes kommt.
die frage ist doch, wie lange man mit macken arbeiten kann,
wie lange hält man das aus und wozu ist es gut? werde ich
glücklich dabei? kann ich karriere machen damit? oder bin
ich dem betrieb nur mit macken nützlich, weil ich mich dann
herumschubsen lasse und nichts sage weil es mir zu
anstrengend ist? ist das ein erfülltes leben, wenn es nur
aus arbeit, schlafen und essen besteht weil keine kraft
übrig bleibt für den privaten teil, für den teil, den man
sich per arbeit finanziert? das ist nicht schön. und ich
will das ändern.

~~~
meine vorstellung von therapie war, das ich einen job habe
der mir gefällt und ich nebenbei ein wenig zu therapeuten
gehe, bißchen quatsche und dann renkt sich alles ein.
ich hatte nicht gedacht, das ich monat um monat zu hause
sitze und restlos alles unter den ängsten und depris leidet
und wegbricht.
ich genieße es nicht, zu hause zu sein.
ich habe ein schlechtes gewissen dabei und allmählich
erkenne ich das ausmaß der schäden und es reißt mir den
boden unter füßen weg.
allmählich geht mir der humor aus, mit dem ich früher eine
schützende distanz zu all dem halten konnte.

ich will ihn nicht haben, den krankenstatus, ich will
arbeiten, etwas tun und stoße an grenzen die mir ganz klar
sagen, „das beste das du heute tun kannst ist, einkaufen zu
gehen. mehr gestatten wir dir nicht. und beeil dich, lauf
was schneller , unsere geduld ist nicht unendlich.“

wenn ich vergleiche, wie normal ich vor dem zweiten
klinkaufenthalt mit der welt zurechtkam, und wie das heute
aussieht, wünschte ich mir, die finger von all dem gelassen
zu haben. dann würde ich weiter arbeiten gehen, mir ging es
schlecht dabei, aber immerhin. naja, so ist das mit den
menschen, immer haben sie was zu meckern. menschen werden
unglücklich, wenn sie nichts finden an dem sie etwas
aussetzen können.


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