/me

2003-07-29 16:23:09 (UTC)

mail / angst


ich weiß nicht, akzeptieren das ich krank bin. ich habe den
eindruck, mich schon zu lange hinter meinen macken
versteckt zu haben. es gibt einen nutzen den ich aus diesem
verhalten ziehe, die macken erhalten sich auf diese weise
am leben. ich sollte tatsächlich unter menschen gehen, doch
dann würde ich riskieren, meine macken zu verlieren. stell
dir vor, ich finde heraus, das ich gar nicht schwach und
unzuläglich bin, wie ich mir einbilde. dann müßte ich
handeln und mein leben in die hand nehmen, etwas _tun_,
aktiv werden. ich könnte mich dann nicht mehr länger hinter
ängsten usw. verstecken.
ich weiß nicht, ob das lebensangst oder sonstwas.
anscheinend brauche ich meine macken, sie erfüllen einen
mir verborgenen zweck. es gibt einen grund für mein
festhalten an meinen unzulämngslichkeiten, einen grund
dafür, daß ich die symptome so liebevoll pflege und mich
ihnen hingebe. es mangelt nicht an ideen, was ich gegen den
kreislauf der schatten unternehmen könnte. die theorie ist
vorhanden, es mangelt an der umsetzung. es ist, wie es
immer schon war, ich müßte blos aufstehen und etwas
_unternehmen_, eine selbsthilfegruppe aufsuche oder sowas.
wenn es soweit ist, benutze ich die ängste wegen denen ich
dort hin gehen würde als ausrede, um die hände in den schoß
legen und wiedermal inaktiv bleiben zu können. ich schäme
mich deswegen. beihane jeden abend sitze ich da und schäme
mich, wieder einen tag nutzlos verschwendet zu haben und
nehme mir vor, am nächsten tag, ganz bestimmt aber am
übernächsten, die sache in angriff zu nehmen.
und mit jedem tag den ich so verzaudere, werden die ängste
größer. das ist nichts, das ich unter der käseglocke einer
klinik in den griff bekommen kann, das ist etwas, das ich
IRL anpacken muß. ich muß es einfach nur tun. einfach den
ersten schritt gehen. die ängste sind nicht gegen eine
konkrete sache gerichtet, sie sind überall, wie luft, und
sie sind genausowenig greifbar.