/me

2003-06-21 17:59:16 (UTC)

ein 3222 thread

*
Habe gerade meinem über alles geliebten Therapeuten
gemailt, dass ich die Therapie abbreche und meinen nächsten
Termin nicht wahrnehmen werde.
Ob das ein Fehler war.
Aber was soll ich weiterhin zu ihm hinrennen, helfen lassen
möchte ich mir doch eh nicht.
Hoffentlich war das kein Fehler.
So einen Quatsch mache ich normalerweise nur wenn ich
betrunken bin, aber ich bin stocknüchtern.
Was nun?????????????



du meinst also, das irgendwas dich drängt, dir das leben zu
versauen und dich unglücklich zu machen oder dich zu töten?

durch das posten von abschiedsdaten gewinnt man
aufmerksamkeit was bei mir den eidnrcuk erweckt, als
wolltest du deinen lesern etwas mitteilen das nicht nicht
nur die aussage beinhalted, daß du dich in bälde töten
wirst. du gibst das datum an, du gibst an, dir ein
hotelzimmer nehmen zu wollen und du gibst die methode an.
im header steht, das menschen die so handeln möglicherweise
gerettet werden.

alles zusammengenommen ensteht in mir das bild einer *, die
lieber reden und ein anderes leben führen wollte, als zu
sterben. zum reden sind th.'s da, vielleicht bist du nur
beim falschen. bei einem, den du manipulieren kannst und
den du zu manipulieren versuchst weil du kein vertrauen in
ihn haben kannst. manipulation bedeutet für den der
manipuliert, die kontrolle über die situation zu haben.
bzw. eine situation solange zu verändern, bis er sie
kontrollieren kann.
wieso mußt du die situation immer kontrollieren? wovor hast
du angst? was war geschehen, als eine situation für dich
unkontrollierbar wurde? und was willst du durch kontrolle
verhindern?

um mit einem th. vernünftig reden zu können, ist es aber
unbedingt notwendig, ihm (sogar blind) zu vertrauen (zu
können).
wenn dein th. die situation eures gegenseitigen vertrauens
falsch einschätzt, solltest du dich fragen, ob du mit ihm
überhaupt zusammenarbeiten kannst.
was nützt ein th. wenn er das tut, was deine macken ihm
vorschreiben? bringt dich das zu einer lösung deines
problems? ist er hilfreich beim überleben? denn das ist
seine aufgabe, dich am leben zu halten und dir wege zu
zeigen, wie du dein leben angenehmer gestalten kannst.
macht er das?

#
Entschuldige die Einmischung, aber das ist hochinteressant,
was Du da schreibst ; ich hab mich nämlich schon die
längste Zeit gefragt, wieso ich so sauer bin, wenn es mir
nicht gelingt, meinen Therapeuten dorthin zu bringen,oder
ihn das sagen zu lassen, wohin ich ihn gern hätte oder was
ich gerne hören würde-ich habe aber eigentlich vollstes
Vertrauen in sie; aber dann frag ich mich auch, was macht
die Therapie noch für einen Sinn, wenn ich sie kontrolliere
und der Therapeut nach meiner Pfeife tanzt, das kann es
doch nicht sein-in den meisten Fällen durchschaut sie
sowieso mein Vorhaben und steigt nicht drauf ein...denn ein
guter Therapeut merkt das glaube ich-vielleicht ist es auch
nur der verzweifelte Versuch meinerseits,wenigstens in der
therapeutischen Beziehung das zu bekommen, was mir sonst
verwehrt bleibt...aber es erschüttert mich immer wieder
aufs Neue, wenn ich merke, daß ich wieder zu manipulieren
trachte-das hat meine wirklich gute Therapeutin nicht
verdient und ich frage mich, ob ich dieses "Spielchen"
nicht endlich lassen sollte - auch ich hab sie nämlich mit
meinen Freitodankündigungen zu einer Reaktion bringen
wollen! Und war umso mehr verblüfft, als sie keine Zeichen
einer "psychiatrischen Zwangsbeglückung" setzte! Aber ist
im Gegenzug die Therapie nicht dafür da, um solche
Verhaltensmuster aufzudecken?!
Nochmal sorry für die Einmischung, aber Dein Eintrag lies
mir wieder einiges über mich klar werden-wollt ich Dir nur
mitteilen


„Aber ist im Gegenzug die Therapie nicht dafür da, um
solche Verhaltensmuster aufzudecken?!“

die beziehung zwischen klient und therapeut kann sehr
lehrreich sein wenn beide sich die mühe machen, diese
beziehung von zeit zu zeit einer prüfung und analyse zu
unterziehen. denn diese beziehung ist wie ein spielplatz,
man kann vieles ausprobieren ohne gefahr zu laufen, das
beziehung abbricht. im gegensatz zum rl.

#
Naja, die Beziehung kann schon auch abbrechen, wenn man
sich nicht mehr verstanden fühlt vom Therapeuten, obwohl
der einem ja vielleicht nur die Beziehungsmuster vorführen
will-deswegen hab ich mir jetzt auch ein Buch gekauft-
"Psychoanalytisches Verstehen von Beziehungen-
Kleinianischer Ansatz"..ich denke, das hilft mir auch zu
verstehen


wow ! allein um den buchtitel verstehen zu können, muß man
studiert haben. *gg*
in einer klinik werden dem klienten andererseits die
therapeuten auch einfach so vor die nase gesetzt. und das
funktioniert oft.

ich frage mich, wieso man seinem th. von suizidplänen
berichtet wenn man welche hegt. einerseits weiß jeder, daß
th.'s zumindest versuchen müssen, den freitod zu vehindern
und zum anderen weiß jeder, das man von th. keine
unterstützung zur ausführung bekommt. worin liegt das ziel
dieser "offenbarung"?

#
Hm,ich kann es jetzt selbst nicht wirklich sagen, wieso ich
meiner Therapeutin davon erzählt habe, vor allem, was ich
mir davon erwarte...vielleicht ja wirklich der "falsche
Glauben" sie könnte mir eine endgültige Entscheidung
abnehmen, vielleicht auch nur die Hoffnung, man bekäme
daraufhin "triftige Gründe" serviert, die für ein
Weiterleben sprächen(oder auch, um sich die endgültige
Bestätigung zu holen, daß einem der Therapeut auch nicht
mehr helfen kann,was widersinnig ist, denn was soll er tun,
doch möglicherweise war das meine Intention)-ich hab aber
weder das eine noch das andere bekommen, außer daß sie mir
neuerlich Tabs verschreiben wollte, was ich schon gar nicht
will..das hat sie akzeptiert...trotzdem wird es weiterhin
Thema bleiben, denn sonst bräuchte ich gar nicht mehr
hingehen,weil kein Vertrauen mehr da
wäre..Unausgesprochenes blockiert den Prozeß..doch ich frag
mich auch, wie sie es dann für sich verantworten wird, wenn
ich es getan habe..ob es aus diesem Grund nicht besser
gewesen wäre, ich hätte es ihr doch nicht gesagt


„wie sie es dann für sich verantworten wird, wenn ich es
getan habe.“.

die verantwortung für dein leben liegt einzig bei dir. sie
liegt nicht bei deinem th. möglicherweise fällt es einem
th.leichter den freitod eines klienten zu verarbeiten, je
kleiner die möglichkeit der einflußnahme des th. auf die
suzizidalität des klienten ist. denn dann kann er sich
nicht vorwerfen, etwas unterlassen zu haben um den klienten
zu retten.

zwischen th. und mir besteht ua. ein non-suizidvertrag. sie
sagte der sei wichtig um die therapie weiterführen zu
können.

da es dinge gibt, mit denen ich allein nicht klarkomme, ist
es mir wichtig, therapeutische hilfe in anspruch nehmen zu
können, also setzte ich diesen schriftsatz auf. für sie.
nicht für mich. keinesfalls mache ich mein leben von einem
stück papier oder dem seelenfrieden meiner th. abhängig.

sie sagte, wenn einer ihrer klienten sich suiziderte, würde
sich der staatsanwalt dafür interessieren, außerdem würde
sie dann emotional verletzt sein.

sie sagte, wenn ein klient suizidal sei, würde sie mit ihm
darüber reden und sie würde notfalls ihren klienten in die
geschlosse bringen.
deshalb erhält sie von mir keinerlei angaben zu aktuellen
suizidgedanken,bzw. -plänen. ich will einfach nicht in die
geschlossene. ich würde mit ihr über meine suizidgedanken
reden, wenn nicht die, von mir als drohung wahrgenommene,
äußerung im raum stünde, mich notfalls einsperren zu
lassen. wenn th. akzeptieren würde, daß _ich darüber
entscheide_, und das an vielen tagen, ob ich weiterlebe
oder ob ich mich töten werde.
vielleicht ändert sich das irgendwann mal, so daß ich mich
tatsächlich entgegen meinem willen töten, also selbstmord
begehen, würde. dann würde meine suizidalität zu einem
problem für mich und ich würde auch in diesem bereich
professionelle hilfe in anspruch nehmen wollen.

in einer reportage über vietnamkriegsveteranen sagte einer,
wenn man die grenze einmal überschritten und einen menschen
getötet hat, werden alle dinge im leben unwichtig.
vermutlich ist das bei suizidversuchen ähnlich. das meiste
im leben verliert einen teil der bedeutung, die es vor dem
versuch hatte. und so denke ich, wurde die bedeutung meines
lebens erst durch die versuche in das rechte licht gerückt.
niemand ist wirklich wichtig.
dabei ist trotzdem niemand unwichtig sondern lediglich
einer von über 6 milliarden.

th.'s werden es so verarbeiten : sie werden
niedergeschlagen sein, ihre unterlagen auf fehler
untersuchen, zum supervisor gehen und weiter ihren job
machen. einen klienten verloren zu haben werden sie als
erfahrung verbuchen, aus ihr lernen. th. wird sagen, daß er
zwar am klienten gearbeitet hat, aber der klient die
entscheidung zu sterben letztlich selbst traf.

ich denke, th.'s gehen davon aus das, wenn die
vergangenheit des klienten den klienten zu einem
lebensfrohen menschen gemacht hätte, er nicht auf den
gedanken käme, sich töten zu wollen. nun ist das aber bei
mir aus irgendwelchen gründen anders gelaufen, ich bin
nicht lebensfroh und manchmal bin ich so traurig und
deprimiert und dann geht das schon seit jahren, das ich
sterben will weil meine bisherige erfahrung mir gezeigt
hat, das es zwar partiell besser werden kann, aber die
traurigkeit usw. immer wiederkommt. und der einzige weg,
diesem zustand zu entkommen ist, mich aus der welt zu
schaffen.
das ist _meine entscheidung_. andere menschen mögen sich
anders entscheiden und das ist in ordnung.