/me

2003-04-22 22:31:42 (UTC)

fragmente (?)

ins tiefste innere säe ich die nacht
damit ich meine verlorenheit vor mir verbergen kann.

ganz tief in mich nehme ich den tod auf
damit meine verlorenheit schlafen kann.

meine haut ist vom stahl zerfressen
weil meine ohnmacht anders nicht schweigen wollte.

meine haut ist vom feuer meiner tränen verbrannt worden,
und von der gewalt deiner schläge.

die klinge ist allemal wärmer als die kalte sehnsucht die
mich in ihr erbarmen treibt.
meine haut zu verbrennen ist so viel sanfter als deine
berührung gewesen.

alles ausgelöscht.
jegliches verlangen, bis auf eines, konnte ich verleugnen
und nicht mal dieses eine konntest du erfüllen. es wäre
deine aufgabe gewesen.

nähe kann ich nur ertragen, wenn sie zerstört. zuneigung
kann ich nur empfinden, wenn sie schmerzhaft ist.
weil du ein guter lehrer warst.

ich stehe vor dem spiegel und du blickst mir entgegen.
ich stehe in der dusche und habe angst vor meinem schwanz.
ich sitze am tisch und meine hände ängstigen mich denn sie
sind vielleicht nicht meine hände.
ich liege im bett und fürchte deinen schattenriß in der tür
zu sehen.
obwohl du hunderte kilometer weit weg bist.
weil du ein eindrücklicher lehrer warst.

ich sollte anerkennen, daß du krank warst. vielleicht
nichts dafür konntest. ich hasse dich. mich ekelt vor dir,
vor deinem mund, deinem geruch. dein fetter leib widert
mich an. bei jeder deiner berührungen erwarte ich
schmerzen. die angst davor ist schlimmer, als der schmerz
selbst je sein könnte. schmerzen kann ich ertragen. das maß
an angst indes ist voll. es läuft über und ich hoffe, du
erstickst daran.


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