/me

2003-04-14 21:53:59 (UTC)

stellenweise positive gedanken

manchmal, wenn ich an pennern vorübergehe, beschleicht mich
eine gewisse faszination ihnen gegnüber. sie haben einen
platz gefunden und sie haben eine sichere nische gefunden.
völlig unromantisch, aber sicher.

heute begleitete ich meine gefährtin zum arbeitsamt um mich
dieser atmosphäe dort zu stellen. immer, wenn ich an diesem
bau vorbeikomme, beschleicht mich ein ungutes gefühl und
ich denke, in nächster zukunft werde ich nicht umhin
kommen, dort wieder aufzutauchen.
arbeitslos zu sein ist nicht schön, man fühlt sich so
unnütz und ungewollt. absagen auf bewerbunsgschreiben sind
meist sehr höflich und mit allen möglichen guten wünschen
für das persönliche fortkommen verfaßt. wenn man genügend
dieser dinger liest, glaubt man das irgendwann. man glaubt,
dem personalleiter würde es den schlaf rauben, weil er
gerade dich nicht einstellen konnte, weil
du „überqualifiziert“ bist oder sowas.

wir haben heute den teppichboden in der wohnung meiner
gefährtin verlegt und gingen danach zum lieblingsasiaten
essen.

meine gedanken drehen sich häufiger um das zeitige,
selbstbestimmte ableben. dann wieder bin ich derart von
freude erfüllt, daß ich im dunkeln leuchte müßte.

während einer tv-reportage über angst fielen mir meine
seltsamen zustände auf dem weg zur arbeit ein. die atmung
die anders ist, die beklemmungen, der schwindel und
vielleicht waren das schon zeichen von angst und ich hätte
sie wahrnehmen sollen. aber wer weiß, vielleicht ist mein
herz ja auch altersschwach. mein biologisches alter liegt
laut eines onlinetests im SPIEGEL bei 40 jahren. mein
rücken fühlt sich an, als sei er schon jenseits von gut und
böse.

aber ! ich hatte mir disziplin vorgenommen und wollte
versuchen, mehr ( ja, ganz recht, NOCH VIEL MEHR *zg*)
positives hier rein zu schreiben. ( die worte in den
klammern geben das äquivalent an, ich will dich, meinen
einzigen leser, nicht schockieren *lol*) also, was war
heute positiv?
... *am kopf kratzt* ...
*tja* ....*ähhhm*...*nachdenkt* ...*grübelt*
ich habe ein glückliches kind in einem kinderwagen gesehen
( das kind kennt „die welt“ noch nicht), das essen war
lecker ( wobei es früher noch leckerer war, die sauce war
nicht so gut gewürzt und der reis war wässrig), ich habe
heute keinen tropfen alk zu mir genommen ( der typ, mit dem
wir quasi verabredet waren, hat sich nicht gemeldet), im
forum läuft alles sehr gut (ich mußte heute drei wörter in
einem reply zu [m]einem suizidthread löschen weil ich
methodenbeschreibungen nicht akzeptiere), meine gefährtin
sah heute für einige minuten beinahe glücklich aus ( sie
war, bis auf fünf minuten, den ganzen tag depressiv und
niedergeschmettert, wie in der ganzen vergangenen woche).
*blah blah blah*

sagen wir, der tag war zu zwei dritteln scheiße und ich
hatte den arsch nicht in der hose ( ich muß jetzt sogar den
gürtel weglassen weil ich zuviel esse) diesen schwachsinn
zu beenden.
rein rechnerisch ist die ausbeute so gering das ich die
produktion einstellen sollte. irgendwer hat vergessen, mir
die gebrauchanweisung für das leben zu hinterlegen. und
wenn es einen gott gäbe, würde ich ihn jetzt lästern und
seine kultstätten schänden.
zu allem übel kommt also noch dazu, daß ich außer mir
niemandem die schuld geben kann. DAS ist deprimierend. ich
werde den schuldigen später zur verantwortung ziehen.;-)

die welt ist schlecht wie ehedem, ich komme in ihr nicht
zurecht. zu blöde zu leben und zu dumm, zu sterben. ich
sollte zum trinker werden und undergroundliteratur
schreiben, wie weiland BUKOWSKI. der typ hat nur gesoffen
und manchmal gevögelt. aber selbst zu wenig sex ist mit
genügend alk im blut zu ertragen.

--- genug für heute. (ich weiß, irgendwo sind zwei flaschen
tequila versteckt, eine reicht aus, mich ins intellektuelle
nirvana zu tragen und dumpf grunzend mit „der welt“
zufrieden zu sein.
wenn es einen knopf gäbe mit dem man das denken mal
kurzzeitig ausschalten könnte, würde ich ihn jeden tag
betätigen, irgendwo am fließband stehen und stupide arbeit
verrichten, dabei jedoch zufrieden sein und weniger
getrieben auf der suche nach irgendwas, das es vielleicht
nicht gibt. da ist immer diese kalte stelle in mir und ich
weiß nicht, was sie ist, noch wie ich sie erwärmen könnte.
wegen dieser kalten stelle werde mich eines tages aus dem
leben schleichen. )