/me

2003-04-03 18:08:53 (UTC)

gefährtin hat geschnitten, parallelen

NICK CAVE AND THE BAD SEEDS, Nocturama“,
Rotwein
We got nothing much to lose / but this wonderful life / if
you can find it

meine gefährtin hat sich gestern verletzt. ich dachte mir
das schon gestern als sie ging.
als ich heute bei ihr zum frühstücken gewesen bin, sah ich
die blutigen küchenrollenpapiere im mülleimer liegen. die
stimmung war gestern so seltsam, es lag in der luft. ich
habe mir gestern tavor 1,0 gegeben. interessanter weise
sagte meine gefährtin, sie habe versucht, ein bild zu malen
von dem körperteil das zu verletzen es sie drängte ( ich
bin froh, daß sie dann doch am arm geschnitten hat, denn es
gibt körperteile, ... ) und sie habe versucht, irgendwas zu
schreiben, als nichts half, habe sie überlegt, wodurch der
drang ausgelöst worden sein könnte, und dann dachte sie,
das es egal ist, und das der letzte schnitt bereits acht
monate zurück liegt. und sie war betrunken. üblicherweise
haben wir eine quasi-absprache, nicht zu schneiden wenn wir
betrunken sind. sie habe sich „allein und verlassen
gefühlt“. interessante parallelen. sie hat sogar bei DOMIAN
angerufen, kam aber in der sendung nicht dran.

sie wirkt heute viel entspannter als in der letzten woche,
nicht mehr so verletzlich. und sie sieht erschöpft aus. ich
habe sie sehr lieb. sie ist das größte mädchen der welt und
sie ist mit einem verlierer wie mir zusammen. *prost*

ich habe gestern versucht, ein wenig biographischen kram
aufzuschreiben, hauptsächlich aus er zeit des Damals. als
es mit dem schneiden anfing. allzuviel kam dabei nicht rum,
außer, daß ich mächtig getrunken habe im Damals. und
geschnitten und gebrannt. erst wollte ich es hier posten,
aber davon nehme ich abstand. denn es ist zu persönlich (
ich weiß, im i-net ist man halbwegs anonym) und ich habe
schwierigkeiten, die ereignisse in die richtige zeitliche
reihenfolge zu bringen. daher habe ich es über noid.com an
eine svv-site geschickt. ich glaube, sie werden es nicht
veröffentlichen.

der wein ist äußerst lecker, ein RIOJA aus dem jahr 2001.
süffisch dat zeuch.
morgen ist therapie. vielleicht passiert ja irgendwas.
zwischendurch denke ich immer, ich sollte mein geld nehmen
und mir eine schöne zeit machen und wenn die knete
verbraucht ist, den abgang machen. mir irgendwo eine brücke
suchen, oder eine klippe in der bretagne ( ich würde mich
nicht erhängen). klippen sind in dieser hinsicht viel
romantischer und von erhebender dramatik. es ist mir egal,
was du, mein leser, darüber denkst. ich weiß selbst, wie
pathetisch sich das anhört.

*******
_tot_
am abend, als der himmel so rot wurde das es aussah, als
hätten tausende königskinder ihre hoffnungen verbluten
lassen, stand ich an den klippen, spannte meine flügel weit
und ließ meine sehnsucht die grenzenlosikeit trinken. ich
berauschte mich am gedanken der freiheit während ich einen
schritt weiter ging, kurz bevor der traum mich nicht mehr
trug.
einen erschrockenen atemzug später war auch das nicht mehr
wichtig.das habe ich , glaube ich hier schon mal
verwendet. Th. hat es in einer weiterbildung zum thema
suizid verwandt.
****

| wundstatus : erwartungsgemäß gute wundheilung |