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2003-03-05 12:39:53 (UTC)

für Th. | arzt, friseur, angst

MADDER MORTEM, „Deadlands“
TAVOR 1,0

ich habe es getan. ich war bei meinem arzt, psydoc ist
leider krank und ich ging also zu seiner vertretung und
stammelte herum wieso ich nun da bin, was ich will (die AU)
und was ich sonst noch gern hätte ( den arztbrief)

| Für Th. : Ich habe den Arztbrief bereits in Kopie
vorliegen und würde den gern besprechen. |

ich bin AU bis einschließlich 14. 03. , ich sollte
zwischendurch den arsch hochkriegen und kündigen.
anschließend ließ ich mir vom friseur meines ganz
besonderen vertrauens die haare schneiden.
die wege durch die stadt waren grausam. stell dir vor, an
jedem arm , jedem bein hängen je 20 kg zusätzlich als
gewicht dran und du mußt aber rennen. wenn das so weiter
geht werde ich mir bald vor angst in die hose scheißen. zu
hause angekommen habe ich in mich gehört ob die angst
(vielleicht ist es keine angst, vielleicht ist es was
anderes, es fühlt sich wie weglaufen-müssen
an*achselzuckt*) nachließe? aber nein und weil ich es so
satt habe immer derart durch den wind zu sein, habe ich mir
lecker tavor gegönnt. erst eine halbe (um zu sehen ob das
schon genügt. tat es nicht.) und dann die zweite hälfte.
die pillenhälften habe ich mit kaltem kaffee runtergespült.
ist jetzt nicht soooo wahnsinnig interessant, ich weiß,
aber das hier ist mein selbstpersönliches tagebuch und ich
kann darin soviel scheiße schreiben wie mir einfällt. meine
leben ist scheiße, dachtest du, mein werter leser, hierin
anderes lesen zu können?
rasieren muß ich mich noch. in manchen stimmungen ist das
jedoch nicht angezeigt denn die klinge schrammt doch sehr
nah an der halsschlagader entlang.


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auszüge aus dem entlassungsbericht :
„Die affektive Schwingungsfähigkeit war eingeschränkt. Herr
[name] wirkte undurchdringlich, es war schwierig, einen
emotionalen Kontakt herzustellen“
[...] „Seine Schilderungen waren eher bagatellisierend.“
[...] „Bei sehr guter Intelligenz bestanden eine gute
Introspektionsfähiogkeit und eine gute Therapiemotivation“
[...] „Es besteht eine ausgeprägte Selbstwertproblematik
bei abhängiger-narzisstistischer Persönlichkeitsstruktur.
Die sehr gut ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten des
Patienten erlauben eine Kompensation durch Rationalisierung
und Intellektualisierung.“

Rehadiagnosen :
“1. Depressive Symptomatik, geringergradige
Zwangssymptomatik und Angstsymptomatik vor dem Hintergrund
einer
2. am ehesten emotional instabilen Struktur bei schizoiden
Zügen.
3. Va. eine posttraumatische Belastungsstörung“

“Herr [name] wurde arbeitsfähig entlassen. Insgesamt muß
die Leistungsfähigkeit als gefährdet eingestuft werden. Zu
deren Erhalt sind weitere psychotherapeutische Maßnahmen
notwendig [...]“
“Im weiteren Verlauf muß darauf geachtet werden, ob Herr
[name] für seinen Beruf als [...] aufgrund der massiven
Reaktion auf körperliche Berührungen leistungseingeschränkt
ist.“


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ich sollte mal etwas essen, ist schon mittagszeit. ich habe
es so satt. ich glaube, daß die macken niemals aufhören.
vielleicht habe ich fünf jahren ganz andere macken oder
einfach noch mehr macken, liege als penner auf der straße
oder habe es geschafft, mir genügend H zu kaufen.
wohin sich das aber auch erstreckt :
- poppen ist schwierig
- arbeiten geht im moment überhaupt nicht
- bücher zu lesen ist schwierig
- rotwein zu trinken ist bedenklich
- zu essen ist manchmal schwierig
- unter menschen zu gehen ist permanent schwer
- sogar mailkontakte drohen abzureißen weil ich den kopf
nicht frei habe
- irl-freundeskreis = Null
- irl-bekanntschaften = Null
- selbstbild ist, wenn vorhanden, ambivalent
- kontakt zur erzeugerfamilie ist fast erloschen
- interesse an büchern ist fast erloschen
- interesse an musik ist groß
- interesse an kinofilmen ist groß, allerdings sind in den
kinos MENSCHEN drin
- schlaf ist gestört, schlecht einschlafen, wach werden,
wieder schlecht einschlafen...
- lebensqualität kann ich nicht einschätzen
- FUCK IT !

ich hätte gern einen rahmen in den das ganze eingeordnet
werden kann, einen rahmen, eine struktur, einen halt, etwas
um mich dran festhalten zu können und nicht die tausend
teile die abzubrechen drohen und die ich zusammenzuhalten
suche damit überhaupt irgendwas von m_i_r erkennbar ist,
damit etwas als ICH erkennbar ist.



meiner gefährtin : *lieb hab*

folgender dialog entspann sich daraufhin bei meinem anderen tagebuch:

*schrieb am 05.03.2003:
Uff du schreibst echt hart *anmerk* .. kann mir zwar nicht direkt
vorstellen was du fühlst , aber in etwa.. töö*

schrieb am 05.03.2003:
inwiefren "hart"? ich hoffte genau zu beschreiben, wie sich das
anfühlt *schweiß von der stirn wischt*

schrieb am 05.03.2003:
So wie du lebst klingt echt hart.. du durchlebst ja auch nicht gerade
nen super leben .. aber du beschreibst echt subba kann man voll gut
mitfühlen*