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2003-02-26 23:57:45 (UTC)

kliniktagebuch, teil 6

26. 01. 03, 13:30 h, Danzig
Klippie brachte mich auf den Gedanken, daß nicht ich für
meine Mutter verantwortlich bin und das, nur weil ich die
Situation in der sie lebt unerträglich finde, sie mit
dieser Situation dennoch zurechtkommen kann. An mir liegt
es nun zu entscheiden, ob ich weiter mit der für mich
belastenden Situation in Kontakt bleiben will. Jeder ist
für sich selbst verantwortlich. (Therapieerfolg? )
Ich hätte gern neue Wunden in die Arme geschnitten, aber
vielleicht bereue ich sie hinterher.
Telephonat mit [name meiner gefährtin] : Sie hatte ein
klärendes Gespräch mit [name]. Ich bin sehr stolz auf [name
meiner gefährtin]. Sie ackert wie ein Tier und sie ist
erfolgreich.
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27. 01. , 6:25 h
Was blödes geträumt.
12:35 h
Während der „Wanderung“ heute morgen (45 min, einmal im
kreis) fühlte ich mich nicht gut; zuviele Menschen die zu
schnell liefen und zu laut redeten, ich hatte Angst.
Ich setzte mich ab und wurde unterwegs von einer Katze
angemaunzt, ich streichelte sie, sie schnurrte und wollte
auf meinen Schoß klettern. *freu*
Seit der Wanderung fühlen sich mein linkes Bein und li. Arm
wie ausgelaugt an. Ich will das nicht! Ich will mich nicht
schwach fühlen! Mach das weg!

15:45 h, Danzig
Auch der Montag ist öde. Das Mißempfinden von heute morgen
ist verschwunden nachdem ich am Sandsack war. Entweder läßt
meine Kondition drastisch nach oder ich bin weniger
aggressiv.
Der „erlauchte Kreis“ trifft sich heute um in irgendeine
Kneipe zu gehen.
Beim AT waren meine Arme und Beine irgendwann wieder
verschwunden. Als das zum ersten mal geschah, war es sehr
angenehm, körperlos zu sein.
Ich bin sehr müde, oder depressiv. Manchmal bin ich nicht
in der Lage, Deprikram und diese Art Müdigkeit voneinander
zu unterscheiden.

23:35 h
Ich werde mich von dem überlauten Minderwertigkeitskomplex
fernhalten, denn schließlich bin ich hier, um mir Gutes zu
tun und nicht, um mir Schlechtes antun zu lassen.
|wundstatus: wundränder aufgeworfen und gerötet,
druckschmerz|
Beim Gedanken an das Ende des Aufenthaltes fühle ich Trotz
und Traurigkeit und Angst vor dem richtigen Leben
hochkommen. Das steckt wie ein Husten in der Brust fest.
Ich sollte Th. mal fragen, ob ich etwas falsch mache bzw.
woran es liegt, das ich den Eindruck habe, nicht voran zu
kommen.