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2003-02-19 11:49:17 (UTC)

kindheit gesucht

Ich telephonierte mit meiner Mutter, meiner Großmutter,
teilte denen die Diagnose mit und fragte, ob sie mir
Auskunft über meine Vergangenheit geben können.

Die Antworten waren die Erwarteten :
- haben sie dir in der klinik etwas eingeredet?
- hast du alkoholprobleme?
- ich weiß nichts
- ich möchte mich nicht erinnern, das war eine schlechte
zeit und es ist auch schon so lange her.
- ...

Interessant dabei ist, daß sich Gewalttätigkeiten durch die
ganze Familiengeschichte hindurchziehen, daß es Parallelen
im Verhalten der Familienmitglieder gibt. Die Angst vor
Menschen“massen“ und die Angst, nach draußen zu gehen
finden sich sowohl bei meiner Mutter, als auch bei meinem
Bruider und bei mir.
Die Situation zwischen meinen Erzeugern gleicht der
Situation, wie sie zwischen den Großeltern väterlicherseits
zu finden ist. Streiterein wegen Nichtigkeiten,
gegenseitiges Mißachten, Sprachlosigkeit. Meine Mutter ist
vor Jahren schon, weil sie es nicht mehr aushilet, mit
einem Messer auf meinen Vater zugegangen um es in ihn zu
stoßen („Es war nur ein kleines Messer, eines zum
Kartoffelschälen.“) Und jüngst wollte sie ihm eine leere
Glasflasche über den Schädel schlagen weil sie weder Ein
noch Aus wußte.

Sie erinnerte sich nicht daran, daß ich versucht hatte,
mich mit dem Faustan (Valium) das sie von
einem „Klapperarzt“ gegen ihre Angstzustände rezeptiert
bekam, umzubringen. Ich gehe davon aus, daß einem liebenden
Mutterherz auffallen sollte, wenn die Frucht einer
Liebesnacht über 30 Stunden am Stück tief und fest schläft.

Es ist beinahe so wie es in den Büchern steht.
Oder ist es –genau- so wie in den Büchern?! Nicht wissen
wollen / können?

Mir wird bewußt, wie kaputt die Familie schon immer gewesen
ist.


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